- 12.06.2013, 15:18:41
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Bekämpfung von Kulturgutkriminalität
Kooperationsvereinbarung zum Kulturgüterschutz zwischen Innenministerium und dem Österreichische Nationalkomitee "Blue Shield"
Utl.: Kooperationsvereinbarung zum Kulturgüterschutz zwischen
Innenministerium und dem Österreichische Nationalkomitee "Blue
Shield" =
Wien (OTS) - Plünderungen von Kulturstätten, illegale Grabungen an
archäologisch bedeutsamen Stätten und der massenhafte Diebstahl von
Kunstgegenständen aus Kirchen und Museen in aller Welt sind neben
Kunstfälschungen die häufigsten Straftaten im Bereich der
Kulturgutkriminalität. Diese Taten bedrohen die wissenschaftliche
Erschließung, den Erhalt und den allgemeinen Zugang zu unserem
gemeinsamen kulturellen Erbe. Mit dem illegalen Handel von
Kulturgütern werden Milliarden umgesetzt. Dieser Handel ist eng mit
internationaler organisierter Kriminalität verbunden und stellt laut
Schätzungen des FBI neben dem Drogen- und Waffenhandel eines der
einträglichsten illegalen Geschäftsfelder dar. Wenn kriminelle oder
terroristische Organisationen mit dem illegalen Handel von
Kulturgütern Geld verdienen, hat das Einfluss auf die nationale und
internationale Sicherheit. Aus diesem Grund unterzeichneten
Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner und Ursula Stenzel,
Bezirksvorsteherin des ersten Wiener Bezirks und Präsidentin des
"Österreichischen Nationalkomitees Blue Shield", am 12. Juni 2013 im
Innenministerium ein Memorandum zur Zusammenarbeit in der Bekämpfung
der Kulturgutkriminalität und in der Kulturgutfahndung.
"Dem illegalen Handel mit Kulturgütern muss Einhalt geboten werden,
damit wir unser kulturelles Erbe über Generationen schützen und
weitergeben können. Die Zusammenarbeit mit internationalen
Organisationen ist dabei von wesentlicher Bedeutung. Prävention,
Ausbildung und Innovationen im Bereich der internationalen Fahndung
sind die Werkzeuge, mit denen wir der Kulturgüterkriminalität
begegnen können", sagte die Innenministerin anlässlich der
Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.
"Blue Schield" ist eine internationale der UNESCO angegliederte
Organisation, deren Ziel es ist, Kulturgut vor den Auswirkungen von
Kriegen, bewaffneten Konflikten sowie von Natur- oder technischen
Katastrophen zu schützen.
"Blue Shield ist das Rote Kreuz der Kultur", sagt Ursula Stenzel,
"und die Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgut muss ein
integraler Aspekt des nationalen und internationalen
Kulturgüterschutzes sein. Dies ist eine wesentliche Grundlage im
Kampf für den Erhalt unseres kulturellen Erbes und gegen die
organisierte Kriminalität. Neben der - in Österreich leider immer
noch ausstehenden - Ratifikation internationaler Abkommen wie der
UNESCO-Konvention von 1970 und der UNIDROIT-Konvention von 1995, sind
praktische Maßnahmen wie jene, die wir heute beschließen, von
zentraler Bedeutung."
Diese Kooperation zwischen dem Innenministerium und Blue Shield sieht
die Gründung eines interdisziplinären Panels vor, in dem Experten aus
Kriminalistik, Polizei, Zoll und Justiz sowie Experten aus
Universitäten, Museen und aus den Organisationen rund um den
Kulturgüterschutz zusammenarbeiten. Im Rahmen dieses Panels ist unter
anderem die Schaffung eines mehrstufigen Ausbildungslehrgangs zum
Thema Kulturkriminalität vorgesehen. Dadurch sollen Kulturexperten
mit den fachlichen Grundlagen für eine professionelle Kooperation mit
der Polizei und den Gerichten im Rahmen der Kulturgutfahndung bzw.
Bekämpfung der Kulturgutkriminalität ausgestattet werden.
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