Huainigg: "PädagogInnenbildung Neu" ebnet Menschen mit Behinderung den Weg in den Lehrerberuf

Integrativer Unterricht erfordert integrative Ausbildung

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Wer in Österreich mit Behinderung Lehrer/in werden möchte, hatte es bisher schwer: Aufnahmebedingungen wie die "körperlich-motorische Eignung" oder auch die "erforderliche Stimm-und Sprechleistung" in der Hochschulzulassungsverordnung verwehrten Menschen mit Behinderung den Zugang zum Lehrerberuf: "Diese Verordnung des Unterrichtsministeriums gleicht einem massiven Verstoß gegen das Behindertengleichstellungsgesetz!", kritisiert der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung, Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, die bisherige Sachlage. "Die Novelle des Hochschulgesetzes, die die Ausbildung nun auch für Menschen mit Behinderungen öffnet, ist daher sehr zu begrüßen", ist Huainigg erfreut.

Integrativer Unterricht setzt jedoch eine integrative Ausbildung voraus. Die "PädagogInnenbildung Neu" legt hierfür entscheidende Rahmenbedingungen fest. Angehende Lehrkräfte bekommen künftig Grundkenntnisse der Sonder- und Inklusionspädagogik vermittelt. "Je nach Behinderungsart sind zudem Spezialisierungen möglich und wichtig. Ein/e Lehrer/in, der/die blinde Menschen unterrichtet, braucht beispielsweise Kenntnisse der Brailleschrift. Wer hingegen mit gehörlosen Kindern arbeitet, für den ist die Beherrschung der Gebärdensprache Voraussetzung", führt Huainigg in seiner heutigen Plenarrede aus.

Zudem wurde ein Entschließungsantrag eingebracht, wonach die Universitäten angehalten sind, die Erfordernisse behinderter Menschen besonders zu berücksichtigen. Für die Curricula-Gestaltung bedeutet dies, dass "die Zielsetzungen von Art. 24 der UN-Behindertenrechtskonvention in der verfassungsrechtlich garantierten Freiheit der Wissenschaft und ihrer Lehre zu beachten und eine 'Inklusive Pädagogik' in einem angemessenen Ausmaß zu berücksichtigen ist".

"Die 'PädagogInnenbildung Neu' ist ein politischer Meilenstein und Wegweiser für ein inklusives Bildungssystem. Für die Umsetzung in die Praxis braucht es nun vor allem den Willen der Professorinnen und Professoren sowie der angehenden Pädagoginnen und Pädagogen", meint Huainigg abschließend.
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