Intelligente Verkehrssysteme: Bures unterzeichnet Abkommen mit Deutschland und den Niederlanden

Autobahn Rotterdam-Frankfurt/M.-Wien wird ab 2015 zum ITS-Korridor mit modernster Verkehrstechnologie

Wien (OTS/BMVIT) - Intelligente Verkehrssysteme sollen den Verkehr auf Europas Straßen sicherer, effizienter und umweltfreundlicher machen. Um die Erreichung dieses Ziels auf europäischer Ebene voranzutreiben, unterzeichnete Verkehrsministerin Doris Bures mit ihrem deutschen Amtskollegen Peter Ramsauer und der niederländischen Infrastrukturministerin, Melanie Schultz van Haegen, heute in Luxemburg ein Abkommen: Auf einem Korridor, der von Rotterdam über Frankfurt am Main nach Wien führt, sollen die ersten kooperativen intelligenten Verkehrsdienste in einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ministerien, Autobahnbetreibern und der Fahrzeugindustrie umgesetzt werden. In Österreich sind das BMVIT und die ASFINAG maßgeblich daran beteiligt. ****

"Airbags, Sicherheitsgurte und Knautschzonen konnten zwar die Folgen von Unfällen reduzieren, nicht aber die Zahl der Unfälle. Hier setzen die neuen Kommunikationstechnologien an", sagt Verkehrsministerin Doris Bures. Bis zu 30 Prozent der tödlichen und schweren Unfälle können laut Experten des eSafety-Forums der Europäischen Kommission durch kooperative Dienste verhindert werden. Das wären europaweit 300 Menschenleben, in Österreich allein auf Autobahnen und Schnellstraßen fast 20 Menschenleben im Jahr. "Gleichzeitig kann der Verkehrsfluss verbessert werden und das wirkt sich wiederum positiv auf die Umwelt aus", so Bures. Das eSaftety-Forum spricht von einer Reduktion der Staus um bis zu 15 Prozent und einer Steigerung der Energieeffizienz um 20 Prozent.

Kooperative Systeme - sicher und intelligent

Verkehrshindernisse wahrnehmen, bevor man sie sieht. Gefahren erkennen, bevor sie zur Bedrohung werden. Sicher und entspannt ans Ziel kommen. Diese Vision einer sicheren und intelligenten Mobilität wird durch die Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur erreicht. Technisch gelingt dies durch kooperative Systeme (Cooperative Intelligent Transport Systems, C-ITS). Sie ermöglichen die direkte Kommunikation zwischen Fahrzeugen sowie mit der straßenseitigen Infrastruktur und Verkehrszentralen.

Intelligente Mobilität - über Landesgrenzen hinweg

Die Basis für eine europaweite Einführung von kooperativen Systemen ist geschaffen. In Forschungs- und Entwicklungsprojekten wurde die Technologie der kooperativen Systeme entwickelt und im realen Straßenverkehr erprobt. Ein Großteil der technischen Lösungen ist standardisiert. Die nicht-technischen Aspekte (z.B. Organisationsstrukturen, Sicherheitskonzept) werden derzeit zur Vorbereitung der Markteinführung in öffentlich-privater Partnerschaft ausgearbeitet. Auf dieser Grundlage starten die Straßenbetreiber der Länder Deutschland, Niederlande und Österreich jetzt gemeinsam mit Partnern aus der Industrie die schrittweise Einführung kooperativer Systeme in Europa.

ITS-Korridor Rotterdam-Frankfurt-Wien

Ab 2015 soll die straßenseitige kooperative Infrastruktur für die ersten Anwendungen im Cooperative ITS Corridor Rotterdam-Frankfurt-Wien aufgebaut werden. Dies geschieht in enger Kooperation der EU-Mitgliedstaaten Niederlande, Deutschland und Österreich, die dazu heute ein Memorandum of Understanding unterzeichnet haben.

Teststrecke in Wien mit 3.000 Autofahrern

Bei der straßenseitigen Infrastruktur, den Mobilitätsdiensten, aber auch im Verkehrsmanagement kommt österreichische Technologie zum Einsatz. Bures: "Die heimische Industrie spielt bei kooperativen Diensten am internationalen Markt ganz vorne mit." In Österreich geht man denn auch schon einen Schritt weiter: Im sogenannten Testfeld Telematik auf dem Autobahndreieck A4/S1 und A23 werden kooperative Dienste auf ihre Wirkung und Nutzerakzeptanz geprüft. Unter der Leitung der ASFINAG und gefördert vom Klima- und Energiefonds arbeiten 14 Partner an diesem groß angelegten Projekt. Partner im Testfeld Telematik sind ASFINAG, AustriaTech, Audio Mobil, Bayrische Medientechnik, Efkon, Fluidtime, Hitec Marketing, ITS Vienna Region, Kapsch, Siemens, Swarco, TomTom.

Bis September sollen rund 3.000 Autofahrer kooperative Dienste im Probebetrieb testen. 50 Fahrzeuge wurden mit speziellen Navis ausgerüstet. Damit erhalten die Autofahrer Unfallmeldungen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Infos über extreme Wetterverhältnisse, Ampelphasen oder Umsteigemöglichkeiten direkt ins Fahrzeug. Die mobile App, die Verkehrsinformationen auf Android-Handys spielt, gibt es als Download unter www.testfeldtelematik.at. (Schluss)

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