DLA Piper Summer Talk: Vom Chefsessel auf die Anklagebank

Wien (OTS) - Die internationale Anwaltskanzlei DLA Piper lud am 6. Juni zum ersten Summer Talk in das Wiener MOYA / Palais Schönborn. Ein hochkarätiges Podium, bestehend aus Univ. Prof. Dr. Friedrich Rüffler (Universität Wien), Dr. Oliver Schütz (UniCredit Bank Austria AG), Dr. Gerhard Pohnert (Landesgericht für Strafsachen Wien), Mag. Ronald Fink (Metro Cash & Carry International Holding GmbH) sowie Dr. David Christian Bauer (DLA Piper Weiss-Tessbach), diskutierte über "Haftungsrisiken für Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder in der Krise". Durch den Abend führte Dr. Franz Althuber, Partner und Leiter der Steuerrechtspraxis bei DLA Piper in Wien.

"Kann ein funktionierendes Compliance-System die Geschäftsleitung vor Haftungen bewahren?" war eine der zentralen Fragen der Diskussion. Dr. Gerhard Pohnert, Richter am Landesgericht für Strafsachen Wien, bemerkte in den letzten Jahren einen Anstieg in der strafrechtlichen Verfolgung und Verurteilung, insbesondere bei den Kridadelikten. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und Korruptionsbekämpfung sei nunmehr deutlich besser organisiert, das Interesse der Medien an derartigen Fällen enorm. Auch in der Bevölkerung gab es einen Gesinnungswandel: Die Leute werden generell vorsichtiger, Compliance ist kein Fremdwort mehr. Auch Rechtsanwalt Dr. David Christian Bauer, Partner und Leiter der Litigation & Regulatory Praxis bei DLA Piper, spricht von einer deutlichen Verschärfung in den letzten Jahren. Das Strafrecht werde immer öfter instrumentalisiert um zivilrechtliche Ansprüche durchzusetzen, und das mit Erfolg. "Auch kleinere Unternehmen müssen darauf gefasst sein, dass es neben zivilrechtlichen Klagen auch zu Strafanzeigen kommt", so Bauer.

Sicherheit durch Compliance

Dr. Oliver Schütz, Compliance-Chef der UniCredit Bank Austria AG, sieht sich sowohl in einer kontrollierenden als auch in einer aktiv beratenden Rolle. Der Compliance-Verantwortliche sollte bei jedem neuen Projekt eingebunden sein, um Risiken rechtzeitig aufzeigen zu können und praktikable Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Mag. Ronald Fink, Bereichsleiter Recht und Compliance-Verantwortlicher beim österreichischen Handelsriesen Metro, sieht Compliance-Maßnahmen auch als Schutzschild für den Vorstand. Objektivität stehe bei ihm an oberster Stelle, ein Compliance-Verantwortlicher, der nicht nein sagen kann, hätte seinen Job verfehlt. Gerade in besonders heiklen Fragen rät Univ. Prof. Dr. Friedrich Rüffler, einen Spezialisten als externen Berater beizuziehen. Nicht zuletzt deshalb, weil dies die eigene Haftung verhindern kann.

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Dass Compliance durchaus auch ihre Grenzen hat, darüber war sich das Podium einig. Das beste Compliance-System nützt nichts, wenn es vorsätzlich umgangen oder ignoriert wird. Die Expertenrunde rät besonders mittelständischen Unternehmen, die sich keine eigene Compliance-Abteilung leisten können, vernünftig an die Sache heran zu gehen und sich auf den eigenen Hausverstand zu verlassen. Verständlich erklärte Grundwerte bewirken bei Mitarbeitern oft mehr als ein undurchsichtiges Regelwerk.

Die Veranstalter des Abends freuten sich über knapp 100 Teilnehmer aus österreichischen und internationalen Unternehmen. "Das Interesse an dieser Veranstaltung war enorm und zeigt uns, dass Fragen der Geschäftsführer- und Vorstandshaftung stets auf Interesse stoßen. Neben leitenden Mitarbeitern der A1 Telekom Austria AG, der UniCredit Bank Austria AG und der Raiffeisen Bank International AG konnten wir beispielsweise auch hochkarätige Vertreter der ASFINAG, der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG und der Verbund AG begrüßen", so Althuber.

Über DLA Piper

DLA Piper ist eine der weltweit größten und führenden Anwaltskanzleien. Mit 4.200 Juristen in mehr als 30 Ländern in Europa, Asien, Australien dem Nahen Osten sowie Nord- und Zentralamerika bietet DLA Piper ein umfassendes Rechtsberatungsangebot. In Österreich ist die Kanzlei durch DLA Piper Weiss-Tessbach mit einem Büro in Wien (etwa 60 Juristen) vertreten.

Weiterführende Informationen: www.dlapiper.com/austria.

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