• 10.06.2013, 12:22:51
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DLA Piper Summer Talk: Vom Chefsessel auf die Anklagebank

Wien (OTS) - Die internationale Anwaltskanzlei DLA Piper lud am 6.
Juni zum ersten Summer Talk in das Wiener MOYA / Palais Schönborn.
Ein hochkarätiges Podium, bestehend aus Univ. Prof. Dr. Friedrich
Rüffler (Universität Wien), Dr. Oliver Schütz (UniCredit Bank Austria
AG), Dr. Gerhard Pohnert (Landesgericht für Strafsachen Wien), Mag.
Ronald Fink (Metro Cash & Carry International Holding GmbH) sowie Dr.
David Christian Bauer (DLA Piper Weiss-Tessbach), diskutierte über
"Haftungsrisiken für Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder in der
Krise". Durch den Abend führte Dr. Franz Althuber, Partner und Leiter
der Steuerrechtspraxis bei DLA Piper in Wien.

"Kann ein funktionierendes Compliance-System die Geschäftsleitung
vor Haftungen bewahren?" war eine der zentralen Fragen der
Diskussion. Dr. Gerhard Pohnert, Richter am Landesgericht für
Strafsachen Wien, bemerkte in den letzten Jahren einen Anstieg in der
strafrechtlichen Verfolgung und Verurteilung, insbesondere bei den
Kridadelikten. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und
Korruptionsbekämpfung sei nunmehr deutlich besser organisiert, das
Interesse der Medien an derartigen Fällen enorm. Auch in der
Bevölkerung gab es einen Gesinnungswandel: Die Leute werden generell
vorsichtiger, Compliance ist kein Fremdwort mehr. Auch Rechtsanwalt
Dr. David Christian Bauer, Partner und Leiter der Litigation &
Regulatory Praxis bei DLA Piper, spricht von einer deutlichen
Verschärfung in den letzten Jahren. Das Strafrecht werde immer öfter
instrumentalisiert um zivilrechtliche Ansprüche durchzusetzen, und
das mit Erfolg. "Auch kleinere Unternehmen müssen darauf gefasst
sein, dass es neben zivilrechtlichen Klagen auch zu Strafanzeigen
kommt", so Bauer.

Sicherheit durch Compliance

Dr. Oliver Schütz, Compliance-Chef der UniCredit Bank Austria AG,
sieht sich sowohl in einer kontrollierenden als auch in einer aktiv
beratenden Rolle. Der Compliance-Verantwortliche sollte bei jedem
neuen Projekt eingebunden sein, um Risiken rechtzeitig aufzeigen zu
können und praktikable Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Mag. Ronald
Fink, Bereichsleiter Recht und Compliance-Verantwortlicher beim
österreichischen Handelsriesen Metro, sieht Compliance-Maßnahmen auch
als Schutzschild für den Vorstand. Objektivität stehe bei ihm an
oberster Stelle, ein Compliance-Verantwortlicher, der nicht nein
sagen kann, hätte seinen Job verfehlt. Gerade in besonders heiklen
Fragen rät Univ. Prof. Dr. Friedrich Rüffler, einen Spezialisten als
externen Berater beizuziehen. Nicht zuletzt deshalb, weil dies die
eigene Haftung verhindern kann.

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Dass Compliance durchaus auch ihre Grenzen hat, darüber war sich
das Podium einig. Das beste Compliance-System nützt nichts, wenn es
vorsätzlich umgangen oder ignoriert wird. Die Expertenrunde rät
besonders mittelständischen Unternehmen, die sich keine eigene
Compliance-Abteilung leisten können, vernünftig an die Sache heran zu
gehen und sich auf den eigenen Hausverstand zu verlassen.
Verständlich erklärte Grundwerte bewirken bei Mitarbeitern oft mehr
als ein undurchsichtiges Regelwerk.

Die Veranstalter des Abends freuten sich über knapp 100 Teilnehmer
aus österreichischen und internationalen Unternehmen. "Das Interesse
an dieser Veranstaltung war enorm und zeigt uns, dass Fragen der
Geschäftsführer- und Vorstandshaftung stets auf Interesse stoßen.
Neben leitenden Mitarbeitern der A1 Telekom Austria AG, der UniCredit
Bank Austria AG und der Raiffeisen Bank International AG konnten wir
beispielsweise auch hochkarätige Vertreter der ASFINAG, der Hypo
Alpe-Adria-Bank International AG und der Verbund AG begrüßen", so
Althuber.

Über DLA Piper

DLA Piper ist eine der weltweit größten und führenden
Anwaltskanzleien. Mit 4.200 Juristen in mehr als 30 Ländern in
Europa, Asien, Australien dem Nahen Osten sowie Nord- und
Zentralamerika bietet DLA Piper ein umfassendes
Rechtsberatungsangebot. In Österreich ist die Kanzlei durch DLA Piper
Weiss-Tessbach mit einem Büro in Wien (etwa 60 Juristen) vertreten.

Weiterführende Informationen: www.dlapiper.com/austria.

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