• 07.06.2013, 10:36:15
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Symposium "Frau im Fokus": Erkenntnisse und innovative Konzepte zu Frauengesundheit und Gendermedizin

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4229 Im Bild
v.l.n.r.: Im Bild vlnr.: Univ.Prof. Dr. Sepp Leodolter (MedUni
Wien), Dr. Gabriele Dienhart-Schneider (la pura), Dr. Alexandra
Kautzky-Willer (MedUni Wien), Dr. Alex Witasek (la pura), Dr.
Richard Crevenna (MedUni Wien)

Wien (OTS) - In Sachen Frauengesundheit besteht noch immer großer
Nachholbedarf. Bei vielen Therapien und Forschungsansätzen wurde der
Mann als "Prototyp" herangezogen - aktuelle Studien zeigen jedoch,
wie wichtig die individualisierte Behandlung von Erkrankungen bei
Frauen und Männern ist. Frauen haben unterschiedliche Rollen und
seelische Belastungen, bewältigen Erkrankungen anders, zeigen
unterschiedliche Symptome und führen einen anderen Lebensstil -
manche Krankheiten betreffen überhaupt ausschließlich Frauen. +++

Gestern lud das Institut für Gender Medicine der Medizinischen
Universität Wien zum Symposium "Frau im Fokus: Erkenntnisse und
innovative Konzepte zu Frauengesundheit und Gendermedizin" ins
Billrothhaus, um anhand verschiedener Vorträge über die Bedeutsamkeit
der geschlechtsspezifischen Betrachtung zu informieren. Im Rahmen des
Symposiums diskutierten Top-Experten die Themen frauenspezifische
Therapien und Behandlungskonzepte. Gleichzeitig konnten sich Ärzte,
Pflegepersonal, Studierende, Journalisten und Interessierte über
innovative Gesundheitskonzepte für Frauen informieren und
austauschen.

Gendermedizin ist eine innovative Wissenschaft, die sich mit den
Unterschieden zwischen Männern und Frauen in allen Gesundheitsfragen
befasst. Für Frauen bietet die Gendermedizin eine umfassende
Gesundheitsberatung und Behandlung in allen Fachbereichen mit den oft
sehr unterschiedlichen, an die jeweilige Lebensphase angepassten
Ansprüchen. Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, erste
Professorin für Gender Medicine in Österreich an der Medizinischen
Universität Wien, eröffnete das Symposium mit ihrem Vortrag
"Frauenspezifische Medizin, Luxus oder Notwendigkeit?". In ihrem
Vortrag zeigt sie, anhand von Beispielen, auf, wie Lebensstil,
Ernährung und Bewegung sich positiv auf die weibliche Gesundheit
auswirken können. Weiters bespricht sie die unterschiedlichen
Auswirkungen von schädigendem Gesundheitsverhalten bei Frauen und
Männern, in Hinblick auf Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und die
sogenannten, bei Frauen zu geringen, "gesunden Lebensjahre". "Die
Gendermedizin zeigt einen Ausweg aus dem Missstand, dass für
Jahrhunderte der Mann das Maß aller Dinge in der Medizin war. Die
Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Unterschieden in der
medizinischen Forschung und Praxis gab dem Thema Frauengesundheit
eine neue Dimension, eine umfassende - über rein Frauen-spezifische
Erkrankungen weit hinausreichende - ganzheitliche medizinische
Betrachtung der Gesundheit der Frau über den gesamten Lebenszyklus",
erklärt Kautzky-Willer die Relevanz frauenspezifischer Behandlung von
Erkrankungen. "Das 2011 eröffnete "la pura women's health resort
kamptal" verfolgt einen äußerst innovativen Ansatz. Neueste
wissenschaftliche Erkenntnisse werden dort in die Praxis umgesetzt
und fließen in die individuelle, genau auf die weiblichen Bedürfnisse
abgestimmte Betreuung und Behandlung ein", so Kautzky-Willer weiter.

Univ.-Prof. Dr. Richard Crevenna, von der Universitätsklinik für
Physikalische Medizin und Rehabilitation an der Medizinischen
Universität Wien, ging in seinem Vortrag "Schmerzsyndrome und
Regeneration: empfinden Frauen anders?" auf die wesentlichen
konstitutionellen und auch hormonellen Unterschiede zwischen den
beiden Geschlechtern ein und stellte diese anhand von Beispielen dar.
Crevenna betonte die geschlechtsspezifischen Aspekte bei der
Schmerz-, der Leistungs- und Regenerationsmedizin. Im Mittelpunkt
standen die typischen Schmerzsyndrome, wie Rückenschmerz, Kopfschmerz
oder Beckenbodeninsuffizienz, im Lebenszyklus der Frau und die daraus
resultierenden schulmedizinischen Lösungsansätze. "Die möglichen
Ursachen, warum Frauen anders leiden als Männer, sind vielschichtig.
Von unterschiedlicher Sozialisierung, psychosozialen Faktoren in der
Schmerzentstehung, geschlechterspezifischen Unterschieden in der
Arzt-Patient-Beziehung über die Tatsache, dass Frauen schneller ein
Schmerzgedächtnis entwickeln bis hin zur Neigung zur Chronifizierung
von Schmerz und funktionellen Unterschieden im Gehirn hinsichtlich
der Schmerzverarbeitung", erklärt Crevenna.

Dr. Bettina Wiltos, Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie,
sprach in ihrem Vortrag "Moderne Therapieverfahren beim typischen
Frauenleiden Varikositas" über ein unter Frauen sehr verbreitetes
Thema, nämlich die Krampfadern. Diese stellen nicht nur ein
kosmetisches, sondern auch ein gesundheitliches Problem dar.
Unbehandelt kann das Krankheitsbild zu gefährlichen Komplikationen
führen. "Das Varizenleiden ist zwar nicht heilbar, aber gut
therapierbar. Patienten wünschen sich eine möglichst minimalinvasive
Behandlung. Welche Methode für den jeweiligen Patienten ideal ist,
hängt von der Art der Varikose sowie Alter, Erwartungshaltung und dem
therapeutischen Aufwand für den Patienten ab", erklärt Wiltos.
Mit multimodalen Behandlungskonzepten zum Reizdarm Syndrom
beschäftigte sich Dr. Alex Witasek, Allgemeinmediziner im "la pura
women's health resort kamptal" in Gars am Kamp. "Jeder fünfte
Österreicher leidet vermutlich daran. Es gibt verschiedene Methoden
dem Reizdarm Syndrom entgegenzuwirken. Neben der Vermeidung von
Stress und der geeigneten medikamentösen Behandlung, ist die richtige
Ernährung sowie die richtige Ernährungsweise ausschlaggebend",
erklärt Witasek.

"Ist Schlaflosigkeit weiblich?" fragte Univ.-Doz. Dr. Gerda Maria
Saletu-Zyhlarz, Leiterin der Schlafambulanz und des Schlaflabors der
Universitätsklinik für Psychatrie, in ihrem Vortrag und verwies auf
die Unterschiede bei Schlafgewohnheiten, Schlafverhalten und
subjektivem Empfinden der Schlafqualität zwischen Männern und Frauen.
Laut Pittsburgh Schlafqualitätsindex haben Männer einen signifikant
besseren Schlaf als Frauen, 26,6% der Männer, aber 36,5% der Frauen
weisen einen schlechten Schlaf auf (1) . Schlafstörungen sind häufig,
vielfältig und folgenschwer. Ungefähr 25% der Bevölkerung leiden an
Schlafstörungen. Frauen sind von Schlafstörungen etwas häufiger als
Männer betroffen. Dies vor allem in Zusammenhang mit
nicht-organischen Schlafstörungen, denen unterschiedliche psychische
Erkrankungen zugrunde liegen. Über spezifische hormonbedingte
Schlafstörungen hinaus ist der Frauenanteil aber auch bei nächtlichen
Bewegungsstörungen, wie dem Restless legs-Syndrom, erhöht. Innerhalb
der schlafbezogenen Atmungsstörungen steigt der Anteil betroffener
Frauen nach der Menopause, nach dem Wegfall der tonisierenden Wirkung
des Östrogens, erheblich an", so Saletu-Zyhlarz.

Der Beitrag von Univ-Prof. Dr. René Wenzl mit dem Titel
"Endometriose, ein oft unerkanntes Frauenleiden" beschäftigte sich
mit der Endometriose, einer gutartigen, oft aber chronisch
verlaufenden Erkrankung bei Frauen. "Bei der Endometriose kommt es
zum Auftreten von Gewebe, das normalerweise die Innenseite der
Gebärmutterhöhle auskleidet, an anderen Stellen des Körpers. Etwa 15%
aller Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen. Wenn es sich um
eine symptomarme Verlaufsform handelt, bleibt die Erkrankung oft
unerkannt. Rezente Studien zeigen, dass generell Frauen durch die
unterschiedlichen Hormonspiegel vermehrt unter Schmerzen leiden, als
Männer. Es ist hier besonders wichtig, die Behandlung an die
individuellen Bedürfnisse jeder Frau anzupassen", erklärt Spezialist
Wenzl.

Auf die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ging Dr. Manfred
Zauner, Arzt für Allgemeinmedizin, in seinem Vortag "TCM, eine
hilfreiche diagnostische und therapeutische Ergänzung speziell für
die Frau" ein. "Zu den therapeutischen Verfahren der chinesischen
Medizin zählen vor allem die Arzneitherapie und die Akupunktur, sowie
die Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten), zusammen mit
Massagetechniken, Bewegungsübungen und speziell angepassten Diäten.
Diagnostik und Therapie in der TCM beruhen auf Beobachtungen und
Erfahrungen. Aufzeichnungen gibt es seit ungefähr 5000 Jahren. Seit
1994 haben sich durch die Kombination aus TCM und westlicher Medizin
bereits viele innovative Behandlungsansätze, zum Beispiel bei der
Unterstützung von Schwangerschaften oder bei Therapien von Tumoren,
Endometriose, Menstruations- und Zyklusstörungen, perimenopausalen
Beschwerden als auch bei Entzündungen entwickelt."

Auf den viel zitierten Ausgleichsaspekt, also auf die
Work-Life-Balance, geht Univ.-Prof. Dr. Henriette Walter,
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der
Medizinischen Universität Wien, in ihrem Beitrag "Work-Life-Balance,
rechtzeitig reagieren bevor es zu spät ist" ein. Dieser bedeutet den
Ausgleich zwischen Beruf und Familie und ist entscheidend für die
Lebensqualität des modernen Menschen. "Das Burnout bezeichnet ein
arbeitsplatzbezogenes Syndrom ausgeprägter Erschöpfung, welches zu
starker Leistungsreduktion führt. Mit zunehmendem Schweregrad des
Burnouts steigt die Prävalenz für Depressionen und auch körperliche
Krankheiten treten vermehrt auf. Frauen reagieren darauf - mit
größerer Wahrscheinlichkeit - mit schwerer Erschöpfung und mit
muskulo-skletalen Beschwerden, Männer eher mit Depersonalisation,
also dem Gefühl neben sich zu stehen und/oder mit kardiovaskulären
Beschwerden. Es gilt, sich der Erschöpfung gezielt zuzuwenden. Die
ersten Anzeichen sind vielseitig und werden oft nicht erst genug
genommen", erläutert Walter dieses, gerade für Frauen besonders
relevante Thema.

Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter, von der Universitätsklinik für
Frauenheilkunde der Medizinischen Universität Wien, in seinem Vortag
"Prävention kommt aus der Frauenmedizin": "Prävention bedeutet
vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine
unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. In der Frauenheilkunde ist der
Bedarf an Prävention in allen Lebensphasen der Frau gegeben, in der
Adoleszenz, der reproduktiven Phase, der Peri/Post-Menopause und dem
Senium. Neben der fachbezogenen Tätigkeit als Gynäkologe ist der
Frauenarzt auch zunehmend Ansprechperson für zum Beispiel
Gewichtsprobleme, Bluthochruck, Stoffwechselerkrankungen
u.v.a.m., und erhält somit eine Funktion als Gatekeeper".

"Probleme wie Schwangerschaftsdiabetes oder
Schilddrüsenfunktionsstörungen in der Schwangerschaft müssen
rechtzeitig erkannt und als Warnsignale für die Gesundheit der Mutter
im späteren Leben beachtet werden, um der Entwicklung von Krankheiten
vorzubeugen. Kinder können bereits in der Schwangerschaft durch
Umwelteinflüsse und das mütterliche Milieu für spätere Krankheiten
geprägt werden, wobei Buben und Mädchen für die jeweils auslösenden
Faktoren unterschiedlich empfindlich sind", unterstreicht
Kautzky-Willer die Bedeutung von Prävention auch während der
Schwangerschaft.

Als kompetenter Kooperationspartner in Sachen Frauengesundheit
erweist sich die VAMED AG, weltweit führender
Gesundheitsdienstleister und Marktführer im österreichischen Thermen-
und Gesundheitstourismus, welche im Mai 2011 das "la pura women's
health resort kamptal", Österreichs erstes Resort mit speziellem
Fokus auf Frauengesundheit, eröffnete. Im la pura women's health
resort kamptal werden die ganz individuellen und speziellen
weiblichen Ansprüche an die Medizin berücksichtigt und neueste
Erkenntnisse gendermedizinischer Aspekte und frauenspezifischer
Gesundheitsthemen erstmals nur für Frauen zugänglich gemacht. In
Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien wurde das Konzept
für das "la pura women's health resort kamptal" entwickelt. Als
wissenschaftliche Beraterin ist Univ.-Prof.Dr. Alexandra
Kautzky-Willer die Schirmherrin des "la pura" Konzeptes. So werden
die Angebote des Resorts auf Basis neuester Erkenntnisse der
Gendermedizin stetig verbessert und weiterentwickelt. Das Team aus
Spezialisten der unterschiedlichen medizinischen Kompetenzfelder wird
außerdem von externen Beratern, wie zum Beispiel Univ.-Prof.Dr.
Richard Crevenna, unterstützt.

Die Patientinnen schätzen besonders die Beratungsgespräche von
Frau zu Frau in dem Wissen, bei "la pura" auf allen Gebieten höchstes
medizinisches Know-how und Kompetenz in allen Therapie-, Wellness-,
und Medizinbereichen erwarten zu dürfen. Dr. Gabrielle
Dienhart-Schneider, Ärztliche Leiterin des "la pura women's health
resorts" im Kamptal, verwies in ihrem Vortrag beim Symposium "Frau im
Fokus" auf neue Ansätze in der Praxis der frauenspezifischen
Prävention und stellte das "la pura women's health resort" als
innovatives Modellprojekt vor. "Neben dem Fokus auf frauenspezifische
Gesundheitsthemen wie Stoffwechselerkrankungen und Übergewicht,
hormonelle Dysbalancen, Erschöpfungszustände und Schlafstörungen,
Hauterkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
Schwangerschaftsdiabetes und Gelenksbeschwerden bietet "la pura"
maßgeschneiderte Programme, die unter anderem auf postoperative
Betreuung zugeschnitten sind. Wir bemühen uns zu vermitteln, dass
Gesundheit und Prävention integrierender Bestandteil eines vitalen
Lebens sein müssen", erläutert Dienhart-Schneider das umfassende
medizinisch-fachliche Angebot im neuen "la pura women's health resort
kamptal" .

"Die Auseinandersetzung mit Frauengesundheit ist eine
Notwendigkeit und Herausforderung der modernen Medizin.
Frauengesundheitszentren können hierbei einen wichtigen Beitrag
leisten, indem sie mit Zielgruppen-spezifischen Behandlungskonzepten
auf häufige und spezielle Gesundheitsprobleme von Frauen ausgerichtet
sind und zum besseren körperlichen und seelischen Wohlbefinden
beitragen. Eine Zunahme von Forschung und Lehre in der Gendermedizin
soll helfen, neue geschlechtsspezifische Erkenntnisse in der
ärztlichen Aus- und Weiterbildung zu vertiefen und zum Wohle der
Patientinnen im klinischen Alltag umzusetzen. Gendermedizin muss
gelebt werden", so Kautzky-Willer abschließend.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4229

1) Österreichischer Frauengesundheitsbericht 2010/2011:
Bundesministerium für Gesundheit

Die in dieser Presseinformation verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WDM

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