- 06.06.2013, 14:44:49
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63. Städtetag: Arbeitskreis 4 - Qualifikation und Bildung als Schlüsselfaktoren der Zukunft
Wien (OTS) - "Um neue Wege in der Bildungspolitik gehen zu können,
sind dringend neue Strukturen erforderlich - da ist die Politik
gefordert, zu reagieren. Solange keine Ganztagsschule beziehungsweise
eine gemeinsame LehrerInnen-Ausbildung umgesetzt sind, wird sich
nichts ändern", sagt Nikolaus Glattauer, Lehrer, Autor und Kolumnist
am Rande des Arbeitskreises 4 zur Bildung beim 63. Städtetag in Wels.
Kinder werden noch immer in denkmalgeschützten Gebäuden, die zu 30
Prozent aus Gängen bestehen, unterrichtet, dies sei weder zeitgemäß
noch zukunftsorientiert.
Die Bildungschancen und Zukunftsperspektiven sind in Österreich sehr
stark durch die soziale Herkunft determiniert. Die frühzeitige
Separierung in der Schullaufbahn und eine geringe Durchlässigkeit
bewirken, dass zu viele junge Menschen ihr Potenzial nicht
ausschöpfen können. Die durch gescheiterte Bildungsprozesse
ausgelösten Kosten sind enorm und erfordern aufwändige
sozialpolitische Reparaturen.
Die Folgen werden zuallererst auf kommunaler Ebene sichtbar: Zunahme
gesellschaftlicher Spannungen, versiegende Kreativität und nicht
zuletzt wirtschaftliche Stagnation. Angesichts dieser Entwicklung ist
es unabdingbar, dass Städte und Gemeinden aktiv einen eigenständigen
Beitrag zu einem zukunftsfähigen Bildungssystem leisten.
"Sozialer Wandel sowie demografische und regionale Unterschiede
erfordern neue Steuerungsstrukturen in der Bildungspolitik. Eine
Dezentralisierung hin zur Bildungsverantwortung auf kommunaler Ebene
und Eigenverantwortung der Schule ist sinnvoll", erklärte Wolfgang
Weiß, deutscher Kultur- und Bildungsberater, der im Rahmen des
Arbeitskreises, auch ein von ihm entwickeltes "Gutachten zu
kommunalen Bildungslandschaften" vorgestellt hat. Es gäbe ein
Auseinanderdriften unterschiedlicher regionaler Bildungs-Bedürfnisse,
die eine Zentralbehörde nicht mehr steuern könne. Erweiterte
Zuständigkeiten und Kompetenzen für Kommunen seien wichtig um den
Bildungsauftrag erfüllen zu können.
Delev Eisel-Eiselsberg, Grazer Bildungsstadtrat stellte die
Bildungsstrategie der Stadt Graz vor, die ExpertInnen aus
unterschiedlichen pädagogischen Bereichen sowie der Hochschulen,
Industrie, Wirtschaft sowie diverser Trägervereine miterarbeitet
haben. "Ziel des Bildungsplans ist, vor allem Chancengleichheit und
der Erwerb möglichst hoher Qualifikationen durch möglichst viele
Menschen. Neben der Verschränkung von Bildungs- und
Arbeitsmarktpolitik ist uns auch die Einbindung des
Integrationsressorts gelungen," so Eisel-Eiselsberg.
Herbert Just, Leiter der Abteilung für Bildung und Integration in
Graz zeigte die Handlungsfelder kommunaler Bildungspolitik auf und
betonte die Vorteile einer chancengerechten Bildungsstruktur.
Auch die Wiener Gemeinderätin Tanja Wehsely sprach sich für mehr
Chancengleichheit aus und präsentierte den Qualifikationsplan Wien
2020, der die Verringerung formal gering qualifizierter
ArbeitnehmerInnen zum Ziel hat.
Weitere Informationen unter: www.staedtetag.at oder
www.staedtebund.gv.at (Schluss) stef
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