- 06.06.2013, 14:18:48
- /
- OTS0211 OTW0211
63. Städtetag: Jugendbeteiligung in Städten
Arbeitskreis 3 diskutierte über Kommunale Jugendarbeit und Partizipation
Utl.: Arbeitskreis 3 diskutierte über Kommunale Jugendarbeit und
Partizipation =
Wien (OTS) - Im Arbeitskreis 3 wurde unter dem Titel "Kommunale
Jugendarbeit - wie kann Partizipation gelingen?" über Möglichkeiten
diskutiert, Jugendliche in Entscheidungen der Gemeinden mit
einzubinden.
Unter dem Vorsitz des Innsbrucker Gemeinderats Mesut Onay, der den
dortigen "Ausschuss für BürgerInnenbeteiligung, Petitionen und
Zivilgesellschaft" leitet, diskutierten Nadja Maier von der
steirischen Fachstelle für Kinder-, Jugend- und BürgerInenbeteiligung
"beteiligung.st", Maria Lettner der Bundesjugendvertretung, Ingrid
Putz vom Institut SORA - Institute for Social Research und der
Schweizer Alex Haller, Bereichsleiter Kinder- und Jugendförderung vom
Jugendamt der Stadt Bern.
Haller zollte zunächst großen Respekt, dass er in ein Land geladen
werde, in dem Jugendliche bereits mit 16 Jahren wählen dürften. In
Bern gebe es zahlreiche Initiativen, die Beteiligung von Kindern und
Jugendlichen voranzutreiben, da es eine große Abwanderung junger
Familien gebe. Die Alterspyramide in Bern gleicht damit einem
Tannenbaum: Eine sehr geringe Anzahl von Unter-20jährigen (knapp
20.000) steht einer hohen Anzahl von Personen über 20 Jahren
gegenüber, die sich nach oben wieder verjüngt - diesen Trend zu
stoppen und den "Lebensraum Stadt für Kinder, Jugendliche wieder
attraktiv zu machen" (Haller) war die Ausgangssituation von einem
umfassenden Konzept der Stadt Bern. Ein Element ist etwa das
Kinderparlament, das allen Kindern zwischen acht und dreizehn Jahren
offensteht. In 2-3 Sitzungen jährlich werden Ideen und Vorschläge
diskutiert, mittels "Jugendmotion" können mit einer Unterschrift von
40 Jugendlichen auch Petitionen im Gemeinderat diskutiert werden.
Jugendliche nicht politikmüde
Ingrid Putz präsentierte eine aktuelle Studie des Instituts SORA, aus
der hervorgeht, dass Jugendliche grundsätzlich von Demokratie
überzeugt sind, Wählen für wirkungsvoll gehalten wird, das aber NGOs
für Jugendliche attraktiver sind als politische Parteien. Wenn
Politik, dann müssen die Themen nahe an der Lebensrealität sein. Wenn
Jugendliche erfahren, dass sie ernst genommen werden, und ein
Ergebnis oder Erfolg absehbar ist, dann beteiligen sie sich auch
gern. Die Bindung an eine Partei ist jedoch ein Minderheitenprogramm
und wird zum Phänomen der Elitenbildung.
Partizipation auf kommunaler Ebene, so Putz, sei ein wichtiger
Beitrag für die Stärkung der generellen politischen Partizipation
Jugendlicher, ebenso Partizipationsmöglichkeiten in der Schule
(Schülervertretung, Schulzeitung). Im Vergleich zu anderen
Institutionen genießen KommunalpolitikerInnen das größte Vertrauen
unter jungen Menschen.
Auf die Besonderheit, dass in Österreich Jugendliche schon ab 16
Jahren wählen könnten, ging auch Maria Lettner von der
Bundesjugendvertretung ein, ein Unikat in Europa. "Die Kommune als
konkretes Lebensumfeld ist ein wichtiger gesellschaftlich-politischer
Lernort für junge Menschen. Wie andere auch müssen Jugendliche zur
Partizipation motiviert und befähigt werden", so Lettner, wozu ein
gutes Angebot ebenso beitrage, wie funktionierende
Vernetzungsstrukturen und die Durchführung von Trainings und
Workshops. (Schluss) sas
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK






