• 06.06.2013, 13:02:29
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1. "Science Day" in Prag - Töchterle: Österreich und Tschechien intensivieren Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung

40.000 Euro Anschubfinanzierung zur Steigerung der bilateralen Forschung im Bereich "Erneuerbare Energiequellen" - 20 Jahre "Aktion Österreich-Tschechische Republik"

Minister Töchterle mit seinem tschechischen
Amtskollegen Fiala

Utl.: 40.000 Euro Anschubfinanzierung zur Steigerung der bilateralen
Forschung im Bereich "Erneuerbare Energiequellen" - 20 Jahre
"Aktion Österreich-Tschechische Republik" =

Prag (OTS) - Seit nunmehr 20 Jahren arbeiten Tschechien und
Österreich im Bereich Wissenschaft und Forschung intensiv zusammen.
Nun sollen die nachbarschaftlichen Kooperationen im Rahmen der
"Aktion Österreich-Tschechische Republik" weiter ausgebaut werden.
Auftakt war der heute erstmals initiierte "Science Day" beider Länder
in Prag. "Die verstärkte Zusammenarbeit ist im Sinne und dient der
Stärkung beider Länder. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
profitieren, wenn wir noch näher zusammenrücken", ist Wissenschafts-
und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle überzeugt. Konkret
stellen beide Länder zusammen 40.000 Euro zur Stimulierung der
grenzüberschreitenden Forschungszusammenarbeit zur Verfügung. Damit
werden vor allem Mobilitätskosten gemeinsamer Forschungsvorhaben zum
Thema "Erneuerbare Energiequellen" finanziert. Ziel dieser
Anschubfinanzierung ist es unter anderem, neue Partnerschaften für
das kommende EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020" zu
initiieren. Die Abwicklung erfolgt auf österreichischer Seite durch
den Österreichischen Austauschdienst (OeAD-GmbH).

Gemeinsam mit seinem tschechischen Amtskollegen Dr. Petr Fiala
eröffnete der Minister heute Vormittag die Feierlichkeiten anlässlich
20 Jahre "Aktion Österreich-Tschechische Republik". Mit Unterstützung
dieser Aktion arbeiten Universitäten in Tschechien und Österreich
seit zwei Jahrzehnten intensiv zusammen. Mittlerweile werden rund 700
Studierende und 200 Lehrende jährlich finanziell unterstützt, das
Budget beträgt derzeit knapp 500.000 Euro pro Jahr. Durch die "Aktion
Österreich-Tschechische Republik" ist Tschechien nach Deutschland das
attraktivste Nachbarland Österreichs als Ziel- bzw. Herkunftsland für
Studierende, Graduierte und Lehrende in Mobilitätsprogrammen. Auch
auf Ebene verschiedener EU-Projekte besteht eine enge Zusammenarbeit.
Bereits heute ist Tschechien nach Deutschland der wichtigste Partner
bei Ko-Publikationen von Forschungsergebnissen im gesamten
Donauraum. Die Zahlen steigen laufend, vor allem im Bereich der
Medizin.

Am Nachmittag steht die Eröffnung des "Science Day" durch Minister
Töchterle und Minister Fiala am Programm. Zahlreiche
Wissenschaftler/innen aus Österreich nehmen teil: Unter dem Motto
"Today's Research for Tomorrow's Sustainable Energy" diskutieren u.a.
Pavel Kabat, Direktor des International Institute for Applied Systems
Analysis (IIASA), Peter Seifert, Direktor der Geologischen
Bundesanstalt, Josef Glößl, Vizerektor an der Universität für
Bodenkultur Wien und Wittgenstein-Preisträger Serdar Sariciftci von
der JKU Linz. Ziel des gemeinsamen "Science Day" über die
Präsentation der Arbeit von Wissenschaftler/innen aus beiden Ländern
im Bereich "Erneuerbare Energiequellen" ist es, die Zusammenarbeit
beider Länder in Wissenschaft und Forschung weiter zu stärken, indem
speziell in diesem Bereich künftig über die neue Ausschreibung
gemeinsame Projekte gestartet werden sollen.

Die bessere Zusammenarbeit zeigt sich auch in einem neuen Lead
Agency-Abkommen zwischen dem Wissenschaftsfonds FWF und der
tschechischen Schwesternorganisation Grantova agenturá Ceske
Republiky (GACR). Das jüngst unterzeichnete Abkommen ermöglicht
erstmals die koordinierte Beantragung von bilateralen
tschechisch-österreichischen Forschungsprojekten aus allen Bereichen
der Grundlagenforschung. Die neue Kooperation sieht vor, dass
Anträge nach dem so genannten "Lead Agency"-Verfahren administriert
werden. Das heißt, dass nur eine der beiden Organisationen für die
Begutachtung der Anträge hauptverantwortlich ist, was sowohl für die
Wissenschaftler/innen als auch für die Förderorganisationen eine
Erleichterung darstellt. In den ersten Jahren der Kooperation
übernimmt der FWF diese Rolle. Die erste Ausschreibung wird in der
zweiten Jahreshälfte 2013 veröffentlicht. FWF-Präsident Christoph
Kratky: "Durch das neue Lead Agency-Abkommen mit GACR ergänzt der FWF
sein breites Angebot an internationalen Kooperationen um eine weitere
wichtige Möglichkeit. Langfristig wollen wir dadurch auch einen
Baustein zur europäischen Integration beitragen."

In einem bilateralen Gespräch wollen sich die beiden Minister - beide
übrigens Philologen - außerdem zum Thema asymmetrische Mobilität von
Studierenden, das beide Länder betrifft, austauschen. Auf Initiative
Österreichs, Tschechiens und weiterer sechs Länder wurde dieses Thema
auch auf die europäische Ebene gehoben. Beide Minister bekennen sich
grundsätzlich zum hohen Wert der Mobilität von Studierenden. Es
brauche aber eine Lösung, um ausgewogene Mobilitätsflüsse zu
erreichen. In Österreich ist der Anteil deutscher Studierender sehr
hoch, in Tschechien jener von slowakischen Studierenden.

Im Wintersemester 2012/2013 studierten rund 770 Tschechinnen und
Tschechen an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und
Privatuniversitäten. Der Großteil von ihnen entschied sich für
Studien an der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien und
der Technischen Universität Wien. Insgesamt bestehen 30
Kooperationsabkommen zwischen tschechischen und österreichischen
Hochschulen, als Beispiel kann das grenzüberschreitende
österreichisch-tschechische Forschungszentrum von der JKU Linz und
der Universität Budweis genannt werden. Kooperationen gibt es auch
mit sechs österreichischen Fachhochschulen, ebenso haben sich der
Wissenschaftsfonds FWF und die Österreichische Akademie der
Wissenschaften (ÖAW) mit tschechischen Einrichtungen vernetzt. Ebenso
arbeiten die beiden Länder im Rahmen der EU-Programme TEMPUS und
ERASMUS MUNDUS zusammen.

Minister Töchterle ist heute bereits zum zweiten Mal in seiner
Amtszeit in Prag zu Gast und setzt damit die Besuche in den
Nachbarländern fort. Bisher war er in der Schweiz, Deutschland,
Tschechien, Italien, Slowenien, der Slowakei und Ungarn zu Gast.

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