• 06.06.2013, 10:49:49
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Pestizidskandal in Korneuburg: Bundesamt für Korruptionsbekämpfung eingeschaltet

Ermittlungen gegen Landes- und Bezirksbehörden, Leitung bei Staatsanwaltschaft Korneuburg

Utl.: Ermittlungen gegen Landes- und Bezirksbehörden, Leitung bei
Staatsanwaltschaft Korneuburg =

Wien (OTS) - Wie GLOBAL 2000 in Erfahrung bringen konnte, ermittelt
das Bundesamt für Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung
(BAK) gegen Verantwortliche der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg und
des Amts der Niederösterreichischen Landesregierung wegen des
Verdachts auf Amtsmissbrauch sowie der "Beitragstäterschaft zur
Umweltgefährdung". Die Staatsanwaltschaft Korneuburg leitet die
Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Helmut Burtscher,
Umweltchemiker von GLOBAL 2000, sagt: "Auch wenn außer Streit steht,
dass der Pestizidhersteller Kwizda-Agro, von dessen Fabriksgelände
über mehr als ein Jahrzehnt gefährliche Pestizide ins Grundwasser
gelangt sind, Verursacher der Grundwasserkontamination im
Korneuburger Beckens ist, ist eine unvoreingenommene und sorgfältige
Prüfung der möglichen Mitverantwortung der zuständigen Gewerbe- und
Wasserrechtsbehörde unumgänglich."

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 brachte im Februar gemeinsam
mit der Korneuburger Umweltstadträtin Elisabeth Kerschbaum und der
Bürgerinitiative "Pro Reines Wasser" eine umfassende
Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsawaltschaft Korneuburg ein.
Zuvor hatten bereits die Wiener Umweltstadträtin Ulli Sima und
Rüdiger Maresch, der Umweltsprecher der Wiener Grünen, Anzeige gegen
die BH Korneuburg wegen der Einleitung von pestizidkontaminiertem
Grundwasser in die Donau erstattet. Die Vorwürfe von GLOBAL 2000
beziehen sich u.a. auf Versäumnisse bei der behördlichen Kontrolle
des Pestizidherstellers Kwizda-Agro sowie bei der Aufdeckung und
Sanierung der Kontamination. So wurde zwei Jahre lang aufgrund nicht
funktionierender Filteranlagen massiv kontaminiertes Grundwasser in
den Donaugraben eingeleitet, wodurch dieser mit hunderten Kilogramm
gefährlicher Pestizide belastet wurde.

Positiv zu vermelden ist, dass die neuen Filteranlagen, die bei den
Sanierungs-Hotspots und der Einleitung in den Tresdorfer Graben
installiert wurden, gut zu funktionieren scheinen: Eine aktuelle
Untersuchung von GLOBAL 2000 konnte dort keine Pestizide nachweisen.
Die zweite gute Nachricht ist, dass auch im Badeteich Bisamberg keine
Pestizide gefunden wurden.

"Skandalös ist allerdings, dass ungefiltertes, mit Pestiziden
belastetes Grundwasser nach wie vor in die Donau eingeleitet wird.
Diese von der BH ursprünglich als 'vorübergehend' bezeichnete
Maßnahme ist - wie GLOBAL 2000 befürchtet hatte - zu einer
'Dauerlösung' geworden", sagt Burtscher "Auch der von GLOBAL 2000
befürchtete Anstieg der in die Donau eingeleiteten Pestizidmengen hat
sich nun durch die jüngsten von der BH publizierten Daten in
erschreckender Weise bestätigt. Auch stellt sich die Frage, welchen
Einfluss das Hochwasser auf eine weitere Verbreitung der Pestizide
nimmt, indem kontaminiertes Grundwasser an die Oberfläche gedrückt
wird.

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