- 05.06.2013, 09:54:55
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"Finanzspritze" für Wiener Wohnbau ist reiner PR-Gag
Die neue Wiener Wohnbauförderung ist für Bezieher teurer als Bankkredit und schafft daher keine neuen Wohnungen.
Utl.: Die neue Wiener Wohnbauförderung ist für Bezieher teurer als
Bankkredit und schafft daher keine neuen Wohnungen. =
Wien (OTS) - Mit der "Neuen Finanzspritze" für den Wohnbau wird
derzeit versucht mit altem, teurem Geld den Wiener Wohnbau aus seinem
Sanierungsschlaf zu holen. Die kolportieren "zusätzlichen" 80 Mio.
Euro stammen aus der im Frühjahr 2011 gestarteten Wiener
Wohnbauinitiative "Call", bei der 500 Mio. Euro zur Förderung des
Wohnbaus zu einem Zinssatz von 3,9 Prozent aufgenommen wurden.
Aufgrund der stark sinkenden Zinsen wurde dieses Geld aber kaum in
Anspruch genommen: eine zusätzliche Ursache für den rückläufigen
Wohnbau in der Bundeshauptstadt. Nun wird versucht mit einem
"günstigen" Darlehen von 3,5 - 4 Prozent Hauseigentümer und
gemeinnützige Wohnbauträger das "brachliegende" Geld schmackhaft zu
machen und gleichzeitig die jährlichen Zinszahlungen der Stadt in
zweistelliger Millionenhöhe weiterzugeben.
Mag. Hans Jörg Ulreich, Berufsgruppensprecher Bauträger der
Fachgruppe Wien der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer:
"Wie soll das denn bitte funktionieren, wenn man derzeit bei den
Banken Sanierungskredite um knapp über 2 Prozent erhält? Es handelt
sich hier ausschließlich um einen PR Gag der Verantwortlichen, die
vergessen, dass sich das jeder selbst leicht ausrechnen kann! Um
Sanierungen wirklich voran zu treiben, braucht es neue
Flächenwidmungspläne und eine sinnvolle Bauordnung, statt einer
Augenauswischerei! Man hat sich bei einer ursprünglich guten Aktion
eben verspekuliert, das darf man aber der Bevölkerung nicht als neue
Förderinitiative verkaufen, die noch dazu nichts bringt!"
Mietrechtsänderung muss Sanieren attraktiv machen
Der Grund für den aktuellen Sanierungsstillstand in Wien ist weniger
auf mangelnde Kredite zurückzuführen, sondern auf das Fehlen von
echten Förderungen oder Anreizen zur Sanierung im Mietrecht.
Hauseigentümer haben derzeit keine Möglichkeit Erlöse für ihre
Investitionen zu lukrieren, denn die kostenintensiven thermischen
Sanierungen kommen aufgrund der aktuellen starren Bindung an die
Richtwerte hauptsächlich dem Mieter in Form von niedrigeren
Heizkosten zu Gute.
Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe Wien: "Bei der bevorstehenden
Mietrechtsänderung müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die das
Sanieren wieder attraktiv machen. Unser oberstes Ziel muss sein, dass
wieder mehr investiert wird und damit wertvolle Arbeitsplätze und
neuer Wohnraum geschaffen wird!"
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