- 05.06.2013, 09:00:43
- /
- OTS0019 OTW0019
Sprachförderung: Graz wird Modellregion für zweites Kindergartenjahr
Gemeinsame Initiative des Staatssekretariats für Integration und der Stadt Graz - Damit dritte Modellregion nach St. Pölten in NÖ und Pinzgau in Salzburg
Utl.: Gemeinsame Initiative des Staatssekretariats für Integration
und der Stadt Graz - Damit dritte Modellregion nach St. Pölten
in NÖ und Pinzgau in Salzburg =
Wien (OTS) - Die Stadt Graz wird ab dem Schuljahr 2013/2014
Modellregion für ein zweites Kindergartenjahr für all jene, die es
brauchen. Das gaben Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz und der
Grazer Bildungsstadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg bekannt. Damit ist
Graz nach St. Pölten in Niederösterreich und dem Pinzgau in Salzburg
die dritte Modellregion, bei der ein zweites Kindergartenjahr
durchgeführt wird.
Jeder Euro, der in den elementarpädagogischen Bereich investiert
wird, wirft mittel- und langfristig einen Mehrwert von bis zu 16 Euro
ab. Folgeprobleme in der weiteren Berufs- und Bildungslaufbahn können
dadurch vermieden werden. Frühes Investieren erspart teures
Reparieren. Besonders für Kinder mit Migrationshintergrund stellt der
frühzeitige Kindergartenbesuch eine Möglichkeit dar, die Kenntnisse
der Unterrichtssprache Deutsch frühzeitig zu erwerben oder zu
festigen.
Dem Kindergarten als erste Bildungseinrichtung kommt daher eine
bedeutende Rolle zu. Das hat auch der beim Staatssekretariat
angesiedelte Expertenrat für Integration in seinen Maßnahmenberichten
festgehalten. "Das frühestmögliche Erlernen der deutschen Sprache ist
das Um und Auf für eine gelungene Integration. Es ist daher besonders
wichtig, bei den Jüngsten anzusetzen, und jene, die Unterstützung
brauchen, so zu fördern, sodass sie dieselben Chancen haben - in der
Schule und auch im späteren Berufsleben", ist Sebastian Kurz
überzeugt. Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg assistiert: "Je früher
die Förderung ansetzt, desto leichter und vor allem spielerischer
kann eine neue Sprache erlernt werden."
Das Staatssekretariat für Integration spricht sich genau aus diesem
Grund für die Einführung eines zweiten verpflichtenden
Kindergartenjahres aus. Jene Kinder, die Defizite in der
Unterrichtssprache Deutsch vorweisen oder auch in anderen Bereichen
Nachholbedarf haben, sollten bereits ab dem vierten Lebensjahr
verpflichtend einen Kindergarten besuchen.
Um dieses Anliegen zu untermauern, starteten vergangenes Jahr in
Kooperation mit den Ländern Salzburg und Niederösterreich zwei
Modellregionen für ein zweites Kindergartenjahr. Nun wird der nächste
Schritt gesetzt. Die Stadt Graz startet als erste Stadt Österreichs
ein flächendeckendes Programm zur Förderung der Sprachkompetenz für
vierjährige Kinder. Ab dem Schuljahr 2013/14 wird in Zusammenarbeit
mit dem Staatssekretariat für Integration ein gemeinsames Projekt
umgesetzt, mit Gesamtinvestitionen von 200.000 Euro.
Modellregion Graz - die Eckpunkte
Kinder im Alter von vier Jahren, die von elementarpädagogischen
Einrichtungen nicht erfasst sind, sollen durch aufsuchende Familien-
und Jugendarbeit erreicht werden. Gespräche vor Ort mit
Erziehungsberechtigen und eine umfassende Information sind
vorgesehen. Für Kinder und Eltern werden eigene Kurse eingerichtet.
Die Kinder erhalten viermal pro Woche Sprachförderung. Eine
Sprachfördergruppe wird maximal zwölf Kinder umfassen. Für jede
Sprachfördergruppe werden zwei Pädagogen als Fachkräfte zur Verfügung
stehen. Auf spielerischem Wege sollen die Kinder gefördert und auch
unterrichtet werden. Übertrittsmöglichkeiten in den "regulären"
Kindergarten werden geschaffen.
Neben den Sprachförderkursen wird auch eine eigene Elternschule
eingerichtet. Bei der Gruppe der Vierjährigen wird die für die
weitere Bildungs- und Berufslaufbahn so wichtige Sprachförderung
forciert. Es werden genau jene Kinder erfasst, die bislang keinen
Kindergarten besucht haben, die aber besonders auf einen derartigen
Besuch angewiesen sind. Die Förderung der Kinder erfolgt in
Kleingruppen durch fachlich geschultes Personal. Eine individuelle
Unterstützung und Förderung wird dadurch sichergestellt. Mit dem
Projekt werden auch die Eltern erreicht. Deren Sprachkompetenz soll
gesteigert werden. Anknüpfungspunkte zu weiterer Fort- und
Weiterbildung werden geschaffen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN






