IKG verleiht Marietta und Friedrich Torberg-Medaille

Wien (OTS) - Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG)
verleiht am Mittwoch, den 05.Juni 2013, um 19.00 Uhr, die Marietta und Friedrich Torberg-Medaille im Andenken an den bedeutenden Schriftsteller, Humanisten und Kämpfer gegen totalitäre Ideologien.

In diesem Jahr wird der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Bundesbahnen, Herr Mag. Christian Kern, geehrt. "Die Medaille wird an außergewöhnliche Menschen, die, im geistigen und moralischen Sinne von Friedrich Torberg außergewöhnliche Dinge vollbringen, verliehen. Die Wahl ist daher auf Mag. Christian Kern gefallen, der sich durch sein herausragendes Engagement für zwei große Projekte ausgezeichnet hat", so die Begründung des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch.

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat sich lange Zeit um die Errichtung eines Eruv, einer Art ritueller Stadtmauer, bemüht. Dank des großen Verständnisses und des Einsatzes von Mag. Christian Kern und der ÖBB, konnte dieses Vorhaben schließlich in die Realität umgesetzt werden. Nun gibt es auch in Wien wieder, wie schon vor der NS-Zeit, einen Eruv, der es orthodoxen jüdischen Familien möglich macht, innerhalb eines größeren Areals, am Schabbat Kinder oder Speisen zu tragen oder Gehhilfen zu benützen. Die Verwendung von Bahntrassen und anderer Infrastruktureinrichtungen bildet eine virtuelle und symbolische Grenze, die so nicht sichtbar ist, für die religiösen Juden Wiens jedoch von wesentlicher Bedeutung.

Die Aufarbeitung der Rolle der Bahn während der NS-Zeit hat lange auf sich warten lassen. Dank der Initiative von Mag. Kern wurde eine intensive und professionelle Auseinandersetzung mit der Vergangenheit in Gang gesetzt, deren Ergebnisse in der ÖBB-Ausstellung "Verdrängte Jahre - Bahn im Nationalsozialismus in Österreich 1938 - 1945" nun den ÖsterreicherInnen präsentiert und nahe gebracht werden. Bei der Eröffnung der Ausstellung wies Mag. Kern darauf hin, dass "ohne die logistische Kapazität der Bahn das systematische Morden nicht möglich gewesen wäre".

Die Ehrung durch die Israelitische Kultusgemeinde ist Ausdruck einer immateriellen Anerkennung für den Kampf gegen das Vergessen und den Einsatz für eine offene, lebendige, demokratische Gesellschaft in Österreich.

Oskar Deutsch

Präsident

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