AK Kaske: In Beschäftigung investieren, Arbeit fairer verteilen

Wien (OTS) - Der Druck am Arbeitsmarkt steigt immer mehr an. "Das spüren die, die Arbeit suchen, aber auch die, die Arbeit haben", sagt AK Präsident Rudi Kaske zu den heute bekanntgegebenen Arbeitsmarktzahlen. Immer mehr muss von immer weniger Beschäftigten erledigt werden. Viele leisten Überstunden bis zur Erschöpfung, obwohl sie sich mehr Freizeit wünschen. Andererseits wird es für Arbeitslose immer schwieriger, eine Arbeit zu finden. "Es ist höchste Zeit, in Beschäftigung zu investieren und gleichzeitig Arbeit fair zu verteilen", sagt der AK Präsident. Er unterstützt deshalb die Forderung der Gewerkschaften nach einem "Überstunden-Euro". Das Geld sollen die Unternehmen an die Sozialversicherung zahlen. Denn die übernimmt die Kosten für diejenigen, die durch zu viel Arbeit krank werden. Auch die 6. Urlaubswoche soll es künftig für alle Beschäftigten geben, die 25 Jahre lang sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. "Wir müssen gleichzeitig mehr tun, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen", so Kaske weiter. Investitionen in Pflege, Kinderbetreuung, gute Schulen und den sozialen Wohnungsbau schaffen neue Jobs, verbessern die Bildungschancen der Kinder und erleichtern gleichzeitig die Vereinbarung von Beruf und Familie. Damit die Unternehmen wieder mehr Beschäftigte über 50 einstellen, fordert Kaske ein Bonus-Malus-System: Unternehmen, die Älteren Arbeit bieten, sollen belohnt werden. Unternehmen, die das nicht tun, sollen einen Malus zahlen müssen.
Kaske fordert insbesondere:
+ jährlich 100 Millionen Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung
+ Investitionen in die Pflege, die Gesamtschule und in den sozialen Wohnbau
+ Ausbau der Aus- und Weiterbildungsangebote
+ Laufbahnberatung und Anerkennung informell erworbener Kompetenzen + Arbeitsuchende mit gesundheitlichen Problemen, insbesondere nach beruflicher Reha-bilitation, müssen rasch wieder in Beschäftigung gebracht werden
+ Dafür braucht das Arbeitsmarktservice ausreichende Personalressourcen
+ Die Unternehmen müssen ihre Verantwortung für Ältere und ArbeitnehmerInnen mit Gesundheitsproblemen wahrnehmen. Sie müssen mehr alternsgerechte Arbeitsplätze schaffen und mehr für die Gesundheit der Beschäftigten tun. Unternehmen, die diesen Strukturwandel nicht oder nur ungenügend mitmachen, sollen mit empfindlichen finanziellen Nachteilen rechnen müssen.

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