- 03.06.2013, 09:16:35
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"kreuz und quer" am 4. Juni: "Abraham - Patriarch der Menschlichkeit" und "Oh mein Papa - Neues von den Vätern"
Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - wandelt
am Dienstag, dem 4. Juni 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 auf den Spuren
des Stammvaters der drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum
und Islam. Die Dokumentation "Abraham - Patriarch der Menschlichkeit"
von Renate Beyer spürt der Lebensgeschichte eines Mannes nach, die zu
den großen Mythen der Menschheit zählt. In der anschließenden
Reportage "Oh mein Papa - Neues von den Vätern" (23.15 Uhr) von
Thomas Grusch und Elisabeth Krimbacher erzählen vier Männer über ihre
Auffassung von Erziehung, ihr Männlichkeitsbild, die Vermittlung von
Werten, den Zugang zu Religion und ihre große Liebe zu den Kindern.
Eine Bestandsaufnahme moderner Vaterschaft.
"Abraham - Patriarch der Menschlichkeit" - Ein Film von Renate Beyer
Der biblischen Chronologie nach hat Abraham vor mehr als 4.000 Jahren
gelebt. Aber gab es diesen Abraham wirklich, der unbeirrt dem Ruf
seines Gottes folgt, erst mit hundert Jahren den lang ersehnten
Nachfolger bekommt und schließlich auf Geheiß Gottes sogar bereit
ist, sein geliebtes Kind auf dem Opferaltar zu schlachten? Renate
Beyers Dokumentation ist eine spannende Spurensuche nach dem
biblischen Stammvater, der archäologisch nicht nachweisbar ist.
Erstaunlich ist jedoch, dass man immer wieder auf historische Fakten
stößt, die sich mit dem biblischen Text in Zusammenhang bringen und
die Frage nach einem wahren Kern aufkommen lassen.
Sowohl in der jüdischen Tora als auch im Alten Testament der Bibel
ist Abrahams Lebensgeschichte ausführlich niedergeschrieben. Auch der
Koran, das Heilige Buch der Muslime, berichtet von ihm. Er soll der
erste gewesen sein, der die Vielgötterei seiner Umgebung ablehnte,
und sich dem einen, einzigen Gott zuwandte. Der Film folgt der
Wanderung Abrahams von seiner Heimat "Ur in Chaldäa", der einstigen
Hauptstadt Mesopotamiens, bis nach Ägypten, begleitet Forscher bei
ihrer Arbeit und lässt mit vielen Spielszenen in grandioser
Wüstenlandschaft das bewegende Leben des Mannes aufleuchten, der über
zeitliche Schranken und kulturelle Gegensätze hinweg die Menschen
berührt.
Gedreht wurde in Israel, unter anderem in Jerusalem, Hebron, wo Juden
und Muslime am Grab Abrahams beten, und in Sichem am Toten Meer, wo
Sodom gelegen haben soll, außerdem in der Südosttürkei an der
syrischen Grenze, in dem biblischen Ort Haran sowie in Jordanien und
Ägypten. Die Dreharbeiten stellten eine Herausforderung dar: Am Toten
Meer legten heftigste Regenfälle mit Erdrutschen und Straßensperren
die Dreharbeiten lahm; in Hebron im Westjordanland geriet das Team in
Auseinandersetzungen zwischen israelischen Siedlern, Palästinensern
und Militär; Sandstürme in der ägyptischen Wüste erzwangen eine
Drehpause und auf dem Basar in Kairo entging das Team nur knapp einem
Bombenanschlag. Der Film, der unter diesen abenteuerlichen
Bedingungen entstand, erzählt die Geschichte eines abenteuerlichen
Lebens. Als Sprecher konnte der Schauspieler Christian Brückner
gewonnen werden, die Synchronstimme von Alain Delon und Robert de
Niro.
"Oh mein Papa - Neues von den Vätern" - Ein Film von Thomas Grusch
und Elisabeth Krimbacher
Kinderkriegen ist der Abschied vom Hedonismus - dieser Aussage werden
viele Eltern spontan zustimmen. Für die Väter bedeutet es oft, auch
die eigenen Ansichten zu überdenken: Rollenbilder,
Männlichkeitsklischees und den Zugang zu Autorität. Während in der
traditionellen Familie der Mann automatisch als Ernährer und
Familienoberhaupt mit gewissen Vorrechten ausgestattet war, hat sich
die zeitgemäße Vaterrolle in Richtung demokratische und
partnerschaftliche Aufteilung der Erziehungsaufgaben entwickelt.
Deshalb stellt sich heute auch vermehrt die Frage nach dem richtigen
"Erziehungsstil", denn Diskussionen um das Maß an Disziplin. Welche
Werte und Vorstellungen wie vermittelt werden sollen und welche
Bedeutung Religion im Leben der Kinder haben wird, muss gemeinsam
verhandelt werden.
"Kinder erkennen aufgesetzte Autorität sofort", sagt Jürgen
Schneider. Der 50-jährige Leiter eines Jugendcamps und mehrfache
Familienvater zieht für seine eigene Erziehungsarbeit daraus die
Konsequenz, dass er möglichst authentisch auch seiner Ratlosigkeit
Raum geben darf, wenn es eben gerade notwendig ist.
Den Kindern auf jeden Fall ein gutes Vorbild sein will der Bauer und
Tierarzt Johann Faustmann aus der Steiermark. Für ihn zählt vor
allem, dass sich seine Söhne in der Kirche engagieren, dass sie
fleißig sind, über handwerkliche Fähigkeiten verfügen und einmal zu
wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Während er tagsüber
berufstätig ist, übernimmt seine Frau die Erziehungsaufgaben. Im
Gegensatz dazu lebt Familie Haselbacher in Tulln den kompletten
Rollentausch: Ronald ist seit zwei Jahren in Karenz und hat seiner
Frau, einer wissenschaftlichen Projektmanagerin, auch schon während
des Studiums perfekt den Haushalt geführt. So harmonisch sich dieses
Modell für die Familie Haselbacher intern auswirkt, so schwer haben
es die Ex-Wiener in der niederösterreichischen Kleinstadt - noch
nicht einmal ein entsprechendes Formular gab es für den väterlichen
Karenzantrag.
Wie heute Vaterschaft gelebt wird, ist so vielfältig wie die
Gesellschaft: Die Bandbreite reicht von der traditionellen Familie,
in der der Mann berufstätig ist und die Frau zu Hause den Haushalt
führt, über patchworkartige Mischformen bis zur kompletten Umkehr der
Rollen.
"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im
Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.
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