- 31.05.2013, 12:17:08
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Foodsharing in Österreich geht online
Wiener Tafel, Lebensministerium und Foodsharing.de bieten Lösung für Privatpersonen: Lebensmittel teilen und tauschen statt entsorgen
Utl.: Wiener Tafel, Lebensministerium und Foodsharing.de bieten
Lösung für Privatpersonen: Lebensmittel teilen und tauschen
statt entsorgen =
Wien (OTS) - Mit dem gemeinsamen Freischalten der Webpage
myfoodsharing.at geben Wiener Tafel-Gründer Martin Haiderer,
Umweltminister Nikolaus Berlakovich und der deutsche Filmemacher und
Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Foodsharing.de auch in
Österreich den Startschuss für einen neuen, nachhaltigen und
intelligenten Umgang mit Lebensmitteln in Privathaushalten. Durch
die Online-Plattform werden jene Menschen vernetzt, die durch Teilen
und Tauschen verhindern möchten, dass gute, genusstaugliche
Lebensmittel vernichtet werden! Wer Lebensmittel kostenlos abgeben
möchte, stellt einen "elektronischen Warenkorb" ins Netz. Potenzielle
ÜbernehmerInnen wählen einen Lebensmittelkorb in ihrer Nähe und holen
die Nahrungsmittel kostenlos ab. Beiden ist gedient und die Umwelt
wird geschont: Wertvolle Ressourcen werden sinnvoll eingesetzt, statt
im Müll zu landen! FairTeiler - organsierte Tauschplätze - dienen
ebenfalls dem gezielten Tausch von Lebensmitteln. Den ersten
FairTeiler Österreichs etabliert Michaela Russmann von der
BioWerkstatt in der Biberstraße 22, 1010 Wien.
FairTeilen für eine solidarischere Gesellschaft
Seit 14 Jahren sorgt die Wiener Tafel erfolgreich dafür, dass bis
zu drei Tonnen Lebensmittel pro Tag von Handel, Industrie und
Landwirtschaft vor dem Müll gerettet und 12.000 Menschen in Armut mit
den wertvollen Warenspenden versorgt werden. "Über 400 ehrenamtliche
MitarbeiterInnen sind an sechs Tagen pro Woche im Einsatz. Sie
bringen die genusstauglichen Produkte von den WarenspenderInnen auf
kürzestem Weg zu den Bedürftigen in 85 Sozialeinrichtungen im
Großraum Wien", erklärt Martin Haiderer, Obmann der Wiener Tafel,
"neben dem angewandten sozialen Transfer - der Arbeit gegen Armut,
Hunger und Lebensmittelverschwendung - gehört aber auch
Bewusstseinsbildung zu den Kernaufgaben Österreichs ältester
Tafelorganisation", schildert Haiderer, "deshalb unterstützen wir als
strategischer Partner die Initiative und freuen uns ganz besonders
über die hervorragende Kooperation mit Foodsharing.de und dem
Lebensministerium: Gerechtere Verteilung von Nahrung in unserer
Gesellschaft und ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln sind
untrennbar miteinander verbunden," betont der Armutsexperte," mit
myfoodsharing.at bekommen jüngere, technikaffine Zielgruppen ein
attraktives Angebot für einen reflektierten und klugen Konsum,"
ergänzt Haiderer.
Eine Milliarde Euro im Müll?
In Österreich landen jährlich rund 157.000 Tonnen an verpackten
und unverpackten Lebensmitteln sowie Speiseresten im Wert von über
einer Milliarde Euro im Restmüll. Das sind Waren im Wert von rund 300
Euro pro Haushalt und Jahr. Ziel des Lebensministeriums ist, die
Lebensmittelabfälle im Restmüll bis Ende 2016 um 20 Prozent zu
verringern sowie die Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten
Wertschöpfungskette zu reduzieren. "Lebensmittel gehören auf den
Teller statt in die Mülltonne. Mit dem Internetportal
myfoodsharing.at startet heute auch in Österreich ein einzigartiges
Projekt gegen die Wegwerfkultur". Dieses bietet die Möglichkeit,
einen aktiven Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu
leisten und übriggebliebene Lebensmittel an andere Menschen
weiterzugeben - und das unkompliziert, kurzfristig und kostenlos",
betont Umweltminister Nikolaus Berlakovich.
Ende April hat das Lebensministeirium gemeinsam mit den vier
Sozialpartnern das Aktionsprogramm "Lebensmittel sind kostbar!" mit
vier Handlungsschwerpunkten sowie zahlreichen Maßnahmen präsentiert.
"Einer davon war der Aufbau und die Umsetzung einer Foodsharing
Plattform. Dank des großartigen Engagements der Wiener Tafel und von
Valentin Thurn konnte dieses Vorhaben nun gemeinsam und rasch
umgesetzt werden. Mit Foodsharing helfen Menschen anderen Menschen
und retten Lebensmittel vor dem Mistkübel. Lebensmittel sind viel zu
kostbar, um weggeworfen zu werden. Einfach online anmelden, mitmachen
sowie Lebensmittel teilen und tauschen", so der Umweltminister
abschließend.
Austauschnetzwerk gegen Lebensmittelverschwendung
In diesem Sinne startet nun myfoodsharing.at - ein Konzept, das in
Deutschland seit Ende vergangenen Jahres erfolgreich läuft: Wer zu
viel eingekauft oder gekocht hat, vor dem Urlaub den Kühlschrank noch
leer bekommen muss oder die reiche Ernte der Obstbäume im eigenen
Garten nicht alleine nutzen kann, der findet via Internet dank
Foodsharing kostenlos AbnehmerInnen in der eigenen Umgebung. Das
Prinzip ist einfach: Im Netz erstellen NutzerInnen "Körbe" mit
Lebensmitteln, die sie verschenken möchten. Dabei können sie sich
entscheiden, ob InteressentInnen das Ganze vor der eigenen Haustür
oder doch lieber an einem sogenannten FairTeiler abholen sollen. "Wir
haben Millionen von Seitenaufrufen, schon 18.000 Menschen, die sich
registriert haben. Und wir haben bisher fast 5.000 Kilogramm Essen
gerettet. Fast 24.000 Facebook-Fans hat die Seite inzwischen",
schildert der Regisseur und Buchautor Valentin Thurn und ergänzt:
"Allein in den ersten 24 Stunden nach unserem kürzlich durchgeführten
Relaunch der Webpage haben sich mehr als 50.000 Leute unsere Seite
angesehen. Sie bleiben durchschnittlich rund fünf Minuten - das sind
phänomenale Zahlen", freut sich der Mitbegründer und Vorsitzende des
gemeinnützigen Vereins Foodsharing.de. Sein Film "Taste The Waste"
hatte 2011 eine breite öffentliche Debatte um die weltweite
Lebensmittelverschwendung ausgelöst.
Technische Weiterentwicklung
In Vorbereitung ist auch eine App für Smartphones, die ein mobiles
Teilen ermöglichen wird. Die Internet-Datenbank betrachtet Thurn als
Werkzeug, um Menschen ein Engagement gegen die Verschwendung zu
ermöglichen. "Wir erhalten unglaublich viele Angebote von Menschen,
die sich gegen diesen Wahnsinn einsetzen wollen. Mit Foodsharing
bieten wir ihnen die Möglichkeit dazu", ergänzt Thurn. Die Vision des
Foodsharing-Vereins ist, dass viel mehr Lebensmittel tatsächlich auf
den Teller kommen und nicht schon auf dem Weg vom Acker in den
Kochtopf vernichtet werden. Damit könnten sowohl der weltweite Hunger
bekämpft, als auch die Umwelt erheblich entlastet werden.
Engagierte Foodsharing-PartnerInnen gesucht
myfoodsharing.at ist eine Internet-Plattform, die vor allem
Privatpersonen die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel
kostenlos anzubieten oder abzuholen. Über myfoodsharing.at kann man
sich auch zum gemeinsamen Kochen verabreden, um überschüssige
Lebensmittel mit anderen zu teilen, statt diese wegzuwerfen. Die
Wiener Tafel, das Lebensministerium und Fodsharing.de rufen
ÖsterreicherInnen auf, sich via myfoodsharing.at zu vernetzen.
Gesucht werden vor allem engagierte UnternehmerInnen und
Privatpersonen, die dem Beispiel von Michaela Russmann und ihrem Team
der BioWerkstatt folgen und einen FairTeiler einrichten.
Rückfragehinweis:
Markus Hübl, MAS
Pressesprecher
Wiener Tafel PR & Marketing
T: 01 236 56 87-003
E: [email protected]
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