- 28.05.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Es wird Zeit für Arbeitsmodell 2.0 - von Eva Komarek
Der "Nine-to-five-Worker" ist in den meisten Berufsfeldern nicht mehr vorhanden
Utl.: Der "Nine-to-five-Worker" ist in den meisten Berufsfeldern
nicht mehr vorhanden =
Wien (OTS) - Der jüngste von der Arbeiterkammer publizierte
Arbeitsklimaindex spricht Bände. Die Beschäftigten beklagen steigende
Wochenendarbeit, Überstunden, mangelnde freie Zeiteinteilung und nur
etwa die Hälfte der Befragten ist mit dem Führungsstil des Chefs
zufrieden. Zudem sind die Österreicher recht pessimistisch in Bezug
auf die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. All das sind klare Symptome
einer chronischen Erkrankung, an der die Arbeitswelt laboriert. Ihr
Problem ist, sie arbeitet noch im Modus 1.0. Die Wirtschaftswelt
braucht aber längst Modell 2.0. Ein Arbeitsplatz ist schon lange kein
Platz mehr. Die Arbeit hat die räumlichen Grenzen verlassen und die
zeitlichen gleich mit. Der "Nine-to-five-Worker" ist in den meisten
Berufsfeldern nicht mehr vorhanden. Die bestehenden rechtlichen
Rahmenbedingungen basieren aber genau auf diesen alten Strukturen.
Damit kommen sowohl die Unternehmen als auch die Beschäftigten immer
weniger klar. Die globale Vernetztheit, internationale Konkurrenz
durch Billiglohnländer und eine 24/7-Gesellschaft, die rund um die
Uhr konsumiert und serviciert werden will, erfordert ein radikales
Umdenken. Andere Durchrechnungszeiträume, wie etwa ein
Jahresarbeitszeitmodell, wären ein Denkansatz. Denn je teurer die
Arbeit wird, desto mehr ist es Aufgabe des Arbeitszeitmanagements,
personellen Leerlauf zu vermeiden. Die Ressource Arbeit ist möglichst
gut zu nutzen. In einem System mit starren Arbeitszeiten kann man
schwankenden Kapazitätsanforderungen jedoch nur schwer folgen. Doch
nicht nur die Arbeitgeber wollen Flexibilität, auch die Arbeitnehmer
wollen mehr Gestaltungsfreiheit. Freizeit, Vereinbarkeit von Beruf
und Familie, Auszeiten für Bildung sind nur ein paar Schlagwörter zu
diesem Thema. Allein schon durch die Generation Y wird eine
Veränderung kommen müssen. Für sie sind der Sinn und der Spaß an der
Arbeit ebenso von Bedeutung wie Freizeit. Sie stellen Anforderungen
an die Unternehmen, und wenn ihnen ihr Job nicht passt, ziehen sie
weiter. Es ist also höchste Zeit, sich dem Thema zu stellen. Die
Gewerkschaften müssen sich von den Glaubenssätzen der 1970er-Jahre
befreien und sich bewegen. Aber auch die Unternehmen müssen sich
überlegen, was sie ihren Mitarbeitern anbieten können, denn nur
Kosteneinsparungen sind auch kein Modell 2.0.
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