Start des "Universum History"-Zweiteilers "Heiliger Krieg"

"Die Kreuzzüge" am 31. Mai um 22.40 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Das Wort "Kreuzzug" ist in der islamischen Welt ähnlich negativ besetzt wie "Dschihad" in der westlichen - ein Krieg aus vorgeblich religiösen Gründen, der doch nur unermessliches Blutvergießen und Leid zur Folge hat. "Universum History" führt mit der Spieldokumentation "Heiliger Krieg. Die Kreuzzüge" von Stefan Brauburger und Friedrich Klütsch am Freitag, dem 31. Mai 2013, um 22.40 Uhr in ORF 2 in eine Zeit, deren Nachwirkungen bis heute von großer Bedeutung sind. Am Freitag, dem 7. Juni, beleuchtet "Universum History" in "Heiliger Krieg. Die Türken vor Wien" um 22.40 Uhr in ORF 2 die Epoche der Auseinandersetzungen zwischen dem islamischen Reich der Osmanen und den christlichen Mächten Europas.

Im christlichen Abendland hat sich der Ausdruck "Kreuzzug" zum Synonym für einen vermeintlich gottgewollten Krieg gegen "Ungläubige" entwickelt. "Ungläubige" - mit dieser pauschalen Bezeichnung hatten Christen Muslime versehen. Innerhalb von vier Jahrhunderten hatte der Islam einen beispiellosen Siegeszug angetreten: Weite Teile des Vorderen Orients, Nordafrikas und auch Europas waren von muslimischen Kriegern mit "Feuer und Schwert" zum Islam bekehrt worden. Nun holte das christliche Abendland zum Gegenschlag aus. Im Jahr 1095 rief das Oberhaupt der Christen, Papst Urban II., zu einem Kriegszug gegen die Muslime auf. Das erklärte Ziel: Die heiligste Stätte der Christenheit, Jerusalem, aus den Händen der "Ungläubigen" zu befreien. Tausende Gläubige, darunter sehr viele Adelige und Ritter, folgten dem Appell des Papstes und brachen gen Osten auf, in Richtung Heiliges Land.

"Deus lo vult" - "Gott will es", so lautete die Losung der Kreuzritter. Für ihre Beteiligung an dem Kreuzzug war den Kämpfern ein vollständiger Ablass versprochen worden, der Erlass sämtlicher Sündenstrafen. Doch die Motive für diesen gewaltigen Heereszug waren vielschichtiger: Es ging nicht nur um Seelenheil und Bruderhilfe für die bedrohten Christen im Heiligen Land, sondern auch um die Macht der Römischen Kirche und um neue Herrschaftsgebiete. Am Ende dieses ersten, vom Papst persönlich eingeforderten, Kreuzzuges stand die Rückeroberung Jerusalems. Doch bei der Erstürmung der Stadt richteten christliche Ritter ein Massaker an, das unvergessen blieb. Erst nach langem kriegerischen Hin und Her gelangt es dem Stauferkaiser Friedrich II., ein Abkommen mit den Muslimen zu schließen. Fortan gehörte Jerusalem wieder den Christen, doch auch den Muslimen wurde der ungehinderte Besuch ihrer heiligen Stätten zugesichert.

Dennoch: Die Bilanz der Kreuzzüge ist eine tragische: Hunderttausende Kreuzfahrer starben, zahllose islamische Kämpfer und auch Zivilisten aller drei monotheistischen Weltreligionen - Juden, Christen und Muslime. Die Brutalität der Kreuzzüge sollte das Verhältnis der Religionen auf lange Sicht beeinflussen. Vor allem für radikale Muslime ist der Begriff "Kreuzzug" Chiffre für westliche Aggression gegen den Islam.

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