- 28.05.2013, 11:35:44
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Festakt für Tawadros II.: Kirchen im Orient brauchen Einheit
Ostkirchenexperte Winkler bei Festakt im Wiener Erzbischöflichen Palais: "Welt braucht das gemeinsame Zeugnis aller Kirchen"
Utl.: Ostkirchenexperte Winkler bei Festakt im Wiener
Erzbischöflichen Palais: "Welt braucht das gemeinsame Zeugnis
aller Kirchen" =
Wien, 28.05.13 (KAP) Die Kirchen im Orient haben nur dann eine
Chance zu bestehen, wenn sie künftig zu mehr Einheit finden. Das war
der Tenor einer Festveranstaltung am Montagabend im Wiener
Erzbischöflichen Palais zu Ehren des koptischen Papst-Patriarchen
Tawadros II. Kardinal Christoph Schönborn rief zum Gebet und Einsatz
für die verfolgten Christen auf. Tawadros II. wurde im Rahmen der
Festveranstaltung zum Ehrenprotektor der ökumenischen Stiftung Pro
Oriente ernannt.
Der Ostkirchenexperte und Vorsitzender von Pro Oriente-Salzburg,
Prof. Dietmar Winkler, zeigte sich in seiner Festansprache
überzeugt, es sei längst an der Zeit für die Einheit der Kirchen:
"Die Welt braucht das gemeinsame Zeugnis aller Kirchen." Auch die
Entführer des syrisch-orthodoxen Metropoliten Mar Gregorios Yohanna
Ibrahim und des griechisch-orthodoxen Erzbischofs Boulos Yazigi
hätten keinen Unterschied darin gesehen, dass die beiden Bischöfe
unterschiedlicher Kirchentraditionen angehören.
Pro Oriente-Präsident Johann Marte und Prof. Winkler unterstrichen
die langen und sehr fruchtbaren Beziehungen zwischen Pro Oriente und
der Koptischen Kirche seit den 1960er-Jahren. Ein frühes positives
Ergebnis davon sei die "Wiener Christologische Formel" von 1971 -
eine Übereinkunft, die theologische Streitpunkte zwischen der
katholischen Kirche und den altorientalischen Kirchen ausräumte.
Freilich, so Prof. Winkler, seien die vielen Konsultationen,
Tagungen und Erklärungen sinnlos, wenn sie nicht in Folge von den
jeweiligen Kirchenleitungen und auch den Gläubigen rezipiert würden.
Papst Tawadros II. ging in seines Dankesworten nicht direkt auf die
ökumenischen Appelle seiner Vorredner ein, verwies aber auf seinen
jüngsten Besuch bei Papst Franziskus, der im Zeichen der
Verbundenheit beider Kirchen gestanden habe. Zudem würdigte er die
gute Aufnahme der Koptischen Kirche in Österreich.
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