- 27.05.2013, 11:09:35
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Unternehmen Sicherheit: Innenministerium baut Kooperation mit Wirtschaft aus
Innenministerin und Wirtschaftskammerpräsident unterzeichneten die zweite Auflage der Kooperationsvereinbarung zwischen Wirtschaft und Polizei im Bereich der Kriminalprävention.
Utl.: Innenministerin und Wirtschaftskammerpräsident unterzeichneten
die zweite Auflage der Kooperationsvereinbarung zwischen
Wirtschaft und Polizei im Bereich der Kriminalprävention. =
Wien (OTS) - Im Jahr 2010 fiel der Startschuss für die enge
Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Inneres (BM.I) und der
Wirtschaftskammer Österreich. Das damals geschnürte
Fünf-Projekte-Paket wurde erfolgreich umgesetzt. Nach einer
dreijährigen Laufzeit wurden nun neue Themengebiete erarbeitet. "Das
Bundesministerium für Inneres ist der █Service-Provider█ in
Sicherheitsbelangen in Österreich und bietet eine Fülle von
Dienstleistungen sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für die
Unternehmen an", so Innenministerin Mag. Johanna Milkl-Leitner.
"Durch einen ständigen Wissenstransfer zwischen der Wirtschaft und
der Polizei können wir präventiv und aktiv agieren", betonte
Mikl-Leitner.
Die Wirtschaftskammern Österreichs sind die gesetzlichen
Interessenvertretungen für mehr als 400.000 österreichische
Mitgliedsunternehmen. Sie fördern die Wirtschaft durch vielfältige
Serviceleistungen und unterstützen mit ihrem Know-How die
österreichischen Unternehmen.
"Unser Interesse ist es, die Sicherheitssituation für unsere Betriebe
weiter zu verbessern und damit unsere Unternehmen bestmöglich vor
Schaden aufgrund krimineller Handlungen zu schützen. Das nun
geschnürte Paket richtet sich zielgenau auf Bereiche, in denen
Betriebe von Wirtschaftskriminalität betroffen sind. Wir vertrauen
hier in bewährter Weise auf die gute Zusammenarbeit mit dem
Innenministerium und sehen in der nun erneuerten Kooperation einen
wesentlichen weiteren Schritt einer umfassenden Sicherheitsallianz",
betont der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph
Leitl. Die Zielsetzungen des Abkommens - mehr Sicherheit und Stärkung
der Prävention - stellten für die Betriebe eine
"Schadensabwehrprophylaxe" dar. "Zum einen lässt sich durch
Aufklärung und gezielte Schulungen über den richtigen Umgang mit
Bedrohungen im konkreten Anlassfall der Schaden minimieren. Zum
anderen nehmen Einbrecher eher jene Betriebe ins Visier, die weniger
gut geschützt erscheinen", so Leitl. "Innenministerium und
Wirtschaftskammer wollen der Bevölkerung und den Betrieben Sicherheit
geben - im Gefühl und in der gelebten Realität."
Die polizeiliche Kriminalprävention unter Federführung des
Bundeskriminalamtes (.BK) gewinnt im Rahmen der
Kriminalitätsbekämpfung immer mehr Bedeutung. Durch präventive
Maßnahmen werden Straftaten nicht nur im Vorfeld verhindert, sondern
vor allem das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung
nachhaltig verbessert. Mikl-Leitner bilanziert: "Wir setzen in
Österreich derzeit rund 800 Präventionsbeamtinnen und -beamte ein. Im
Vorjahr haben diese Expertinnen und Experten über 310.000 Personen
beraten. Unsere Kernaufgabe ist es, diese Tätigkeiten der
Kriminalprävention den gesellschaftlichen, den wirtschaftlichen, aber
auch den █kriminellen█ Veränderungen ständig anzupassen." Aus diesem
Grund wurde auch das Kooperationsabkommen aus dem Jahr 2010
evaluiert, adaptiert und durch die WKÖ und das .BK folgende neue
Projekte erarbeitet:
1."Sicherheitsoffensive für österreichische Juweliere"
Im Rahmen dieser bewusstseinsbildenden Initiative finden Schulungen
von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Juwelierbetriebe durch
Präventionsbeamtinnen und -beamte der Landeskriminalämter statt.
Dabei sollen beispielsweise durch spezielle Trainings das richtige
Verhalten bei einem Überfall erlernt und verinnerlicht werden.
Voriges Jahr ereigneten sich in Österreich insgesamt 31 Raubüberfälle
auf Juweliergeschäfte. Davon konnten - trotz größtenteils hoch
professionellem Vorgehen der Täter - bis dato 19 Fälle geklärt
werden. Von den 31 Taten gingen alleine 18 Überfälle auf das Konto
der brutalen "Pink-Panther". Davon wiederum sind 14 Überfälle
geklärt. Doch das BM.I will nicht nur repressiv gegen diese
Kriminalitätsform vorgehen, sondern auch vorbeugend: so hat die
Kriminalprävention die Aufgabe, die Unternehmerinnen und Unternehmer
auf Möglichkeiten des Selbstschutzes hinzuweisen.
2. "Broschüre Internetdelikte"
Aufgrund der oft nicht erkannten, steigenden Gefahrenpotentiale bei
der Nutzung elektronischer Informationen, wie Internet, Apps etc.
soll insbesondere durch eine zielgruppenspezifische Broschüre ein
wesentlicher Beitrag zur Sensibilisierung von Unternehmen geleistet
werden. Im Detail sollen anhand von entsprechend aufbereiteten
Vorfällen die Wirtschaftstreibenden beim Erkennen von Betrugsmustern
unter anderem via Checklisten unterstützt werden.
3. "Branchenprojekt Chemie"
Aufgrund nationaler und internationaler Erfordernisse wird im Rahmen
dieses Branchenprojektes für den Bereich der so genannten
Vorläuferstoffe für Suchtmittel und Explosivstoffe einerseits die
Kooperation zwischen der Exekutive und den Vertretern der chemischen
Industrie institutionalisiert und andererseits die diesbezüglichen
Wirtschaftstreibenden entsprechend sensibilisiert werden. Ziel dieses
Vorhabens ist die Verhinderung der Abzweigung von Chemikalien zur
Herstellung von Suchtmitteln bzw. Explosivstoffen.
4. "Wirtschafts- und Industriespionage - Roadshow"
Durch stetige Informationsweitergabe soll bei potentiell gefährdeten
Unternehmen unbürokratisch Bewusstseinsbildung hinsichtlich möglicher
Gefahren durch "Wirtschafts- und Industriespionage" geschaffen
werden. Neben der Sensibilisierung hinsichtlich der technischen
Bedrohung steht vor allem die Rolle der Mitarbeiterin und des
Mitarbeiters als Träger von Know-How im Vordergrund. Anhand aktueller
Fallbeispiele und Bedrohungsszenarien soll entsprechend geübt und die
daraus gewonnenen Erfahrungen in ein ganzheitliches, gemeinsames
Umsetzungskonzept integriert werden.
5. "SMS-Info-Service-Evolution"
Das bereits erfolgreich angelaufene Projekt "SMS-Info-Service" für
Klein- und Mittelunternehmen soll weiter ausgebaut werden. Derzeit
werden die Geschäftsleute auf freiwilliger Basis von der Polizei
mittels Kurzmitteilungen über sicherheitsrelevante Vorfälle
informiert: zum Beispiel wenn Laden- oder Taschendiebe unterwegs
sind.
Im Jahr 2012 wurden in ganz Österreich 1.120 SMS durch die Polizei
versandt und so vor allem Unternehmen in Geschäftsstraßen informiert.
Alleine in Wien nutzen derzeit 3.506 registrierte Mitglieder dieses
Service. Das Projekt wird nun evaluiert und um zusätzliche
Funktionalitäten erweitert werden. Dabei wird gemeinsam mit einem
geeigneten Technologiepartner ein Prototyp entwickelt und produktiv
gesetzt werden.
6. "Sicherheits- und Notfall-App für Unternehmen"
Die Schaffung einer Sicherheits- und Notfall-App bietet eine moderne
Form, Unternehmen und deren Mitarbeitern Handlungsanleitungen (u.a.
durch Checklisten) für Notfallsituationen, sowie Kontaktmöglichkeiten
rasch zur Verfügung zu stellen. Die dadurch erreichte
Bewusstseinsbildung für richtiges Verhalten in Notfällen trägt zur
Hebung des Sicherheitsgefühls österreichischer Unternehmen bei.
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