• 24.05.2013, 15:58:10
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Medizinstudium in Linz wird österreichischen Ärztemangel nicht heilen

Wien (OTS) - Damit genügend Ärztinnen und Ärzte in Österreich zur
Verfügung stehen, hat die EU Kommission eine Quote von 75%
Österreichern/innen für die 1500 Studienplätze bis 2016 zugestanden.
Wird die Anzahl der jährlich angebotenen Studienplätze durch einen
weiteren Standort der staatlichen Mediziner/innenausbildung - so wie
in Linz geplant - erhöht, gefährdet dies die Österreicher/innenquote.
Österreich wird gegenüber Brüssel argumentieren müssen, warum es nun
1800 Studienplätze braucht und trotzdem den Zugang deutscher
Studierender limitieren will. Die Abwanderung von Ärztinnen und
Ärzten aus Österreich liegt nicht an mangenden Studienplätzen,
sondern an unattraktiven Arbeitsbedingungen in Spitälern und
Landarztpraxen.

Im europäischen Vergleich haben sich die Arbeitsbedingungen für
Ärzte/innen in Österreich deutlich verschlechtert und wir befürchten
eine weitere Ausdünnung der ärztlichen Versorgung der
österreichischen Bevölkerung.

Die Betriebsräte der Medizinischen Universitäten Wien Graz und
Innsbruck haben erhoben, dass den Universitätsärzten/innen statt der
im Gesetz vorgesehenen 30% weniger als 10% der Dienstzeit für die
Forschung zu Verfügung steht. International kompetitive medizinische
Forschung ist deshalb von Universitätsärzte/innen überwiegend in der
Freizeit zu erbringen. Das führt zum Burnout und zur Abwanderung von
Spitzenforscher/innen der Universitätskliniken ins Ausland.

Wir fordern daher längst überfällige und nachhaltige
Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte auch in
Universitätsspitälern.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

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