Jean Ziegler interpretiert in "Was ich glaube" die Todsünde Geiz

Am 26. Mai um 16.55 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Im Rahmen der ORF-Sendereihe "Was ich glaube" interpretieren prominente Denkerinnen und Denker "Die sieben Todsünden" mit Blick auf die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft. Am Sonntag, dem 26. Mai 2013, setzt sich der Soziologe, Globalisierungsgegner und Autor Jean Ziegler um 16.55 Uhr in ORF 2 mit der Todsünde Geiz auseinander: "Der Geiz ist wahrscheinlich die Hauptursache, weshalb im letzten Jahr 18 Millionen Menschen an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen gestorben sind", prangert der frühere UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung in der Sendung an. Der Schweizer ist der Meinung, dass der Geiz die schlimmste Todsünde sei, die es gibt: "Geiz, Gier und Konkurrenzdenken beherrschen die gegenwärtige kapitalistische Weltordnung", sagt er - und fügt hinzu: "Jedes Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet!"

Prominente Denker/innen interpretieren die sieben Hauptlaster

In der heutigen "Geiz-, Gier- und Neidgesellschaft" scheinen die sieben Hauptlaster wieder an Aktualität gewonnen zu haben. Vielfach werden sie auch von nichtreligiösen Menschen als Kritikpunkt an gesellschaftlichen Fehlentwicklungen ins Treffen geführt. Die von Thomas Bogensberger, Ursula Unterberger und David Kriegleder gestaltete Serie "Die sieben Todsünden" lässt im Rahmen der ORF-Sendereihe "Was ich glaube" jeweils Sonntag um 16.55 Uhr in ORF 2 prominente Denkerinnen und Denker aus Kunst, Literatur, Theologie und Philosophie die sieben Hauptlaster mit Blick auf die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft interpretieren:
persönliche Zugänge zu alten, aber nicht weniger aktuellen Themen der Gesellschaft und des Individuums. Zu Wort kommen: der Philosoph und Theologe Clemens Sedmak (allgemeine Einführung), die Schriftstellerin Olga Flor, der Soziologe und Autor Jean Ziegler, die Schauspielerin Elisabeth Orth, der Schriftsteller Franz Schuh, der Schriftsteller Josef Haslinger, die Schauspielerin und Sängerin Erika Pluhar und der Theologe Adolf Holl.

Sinnbild menschlicher Abgründe

Sie gelten als Sinnbild für menschliche Abgründe und Schwächen, die es zu unterdrücken gilt. Manchmal jedoch treten sie an die Oberfläche, werden übermächtig und entladen sich in aggressiven, gewalttätigen oder selbstzerstörerischen Akten: die sieben Hauptsünden - umgangssprachlich bekannt als die sieben Todsünden. Nach der klassischen Theologie entstehen Sünden aus sieben schlechten Charaktereigenschaften, die als Hauptlaster bezeichnet werden:
Superbia (Hochmut), Avaritia (Geiz), Luxuria (Wollust), Ira (Zorn), Gula (Völlerei), Invidia (Neid), Acedia (Faulheit, Trägheit des Herzens).

Erstmals findet sich eine solche Kategorisierung menschlicher Laster bei einem Eremitenmönch namens Euagrios Pontikos Ende des 4. Jahrhunderts nach Christus. Papst Gregor der Große hat diese im 6. Jahrhundert dann mit kleinen Änderungen in seinen Katalog der sieben Hauptlaster aufgenommen. Bis heute werden mit dem Begriff Todsünde (peccatum mortiferum) im Katechismus der katholischen Kirche bestimmte, besonders schwerwiegende Sünden bezeichnet. In Artikel 1855 heißt es dazu: "Die Todsünde zerstört die Liebe im Herzen des Menschen durch einen schweren Verstoß gegen das Gesetz Gottes. In ihr wendet sich der Mensch von Gott, seinem letzten Ziel und seiner Seligkeit, ab und zieht ihm ein minderes Gut vor."

Weitere Sendetermine:

Sonntag, 2. Juni, 16.55 Uhr, ORF 2
"Wie ist das mit dem Zorn?"
Elisabeth Orth, Schauspielerin

Sonntag, 9. Juni, 16.55 Uhr, ORF 2
"Wie ist das mit der Völlerei?"
Franz Schuh, Schriftsteller und Essayist

Sonntag, 16. Juni, 16.55 Uhr, ORF 2
"Wie ist das mit der Faulheit?"
Josef Haslinger, Schriftsteller

Sonntag, 23. Juni, 16.55 Uhr, ORF 2
"Wie ist das mit dem Hochmut?"
Erika Pluhar, Schauspielerin, Sängerin, Schriftstellerin

Sonntag, 30. Juni, 16.55 Uhr, ORF 2
"Wie ist das mit der Wollust?"
Adolf Holl, Theologe und Autor

Die Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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