Ärzte ohne Grenzen Österreich: 2012 mehr Unterstützung für Hilfsprogramme als je zuvor

Wien (OTS) - Bei der Präsentation des Jahresberichts 2012 in Wien zeigte sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) am Donnerstag besorgt über die humanitäre Lage in Syrien. "Tausende Familien sind innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht, sie leiden unter Nahrungs- und Wassermangel, und der Zusammenbruch des zuvor gut funktionierenden Gesundheitssystems ist für viele Menschen lebensbedrohlich", berichtet Reinhard Dörflinger, Präsident von Ärzte ohne Grenzen Österreich.

"Obwohl der Konflikt bereits seit mehr als zwei Jahren anhält, wird in den umkämpften Gebieten von internationaler Seite kaum humanitäre Hilfe geleistet." Die diplomatische Patt-Situation, welche die Weltgemeinde in Bezug auf den Syrien-Konflikt lähmt, sei keine Entschuldigung für das bisherige Versagen der humanitären Hilfe für die Bevölkerung im Kriegsgebiet, so Dörflinger weiter. "Wir appellieren deshalb an die internationale Gemeinschaft, an Staaten und auch an andere Organisationen, die Nothilfe für die Menschen in Syrien dringend auszuweiten", so Dörflinger.

Neben dem Bürgerkrieg in Syrien zählten die Einsätze im Norden Malis, die durch Kämpfe im Sudan ausgelöste Flüchtlingskrise im Südsudan und der immer wieder aufflammende Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu den größten Herausforderungen im Jahr 2012. Auch die chronische Ernährungskrise in der Sahelzone, die im vergangenen Sommer verstärkt öffentlich wahrgenommen wurde, war ein Schwerpunkt der Arbeit. Insgesamt leisteten die Einsatzteams von Ärzte ohne Grenzen 2012 medizinische Nothilfe für rund neun Millionen Menschen in 72 Ländern.

In 24 dieser Länder wurden die Hilfsprogramme mit Spenden aus Österreich unterstützt. "Die österreichische Sektion von Ärzte ohne Grenzen konnte im vergangenen Jahr 17,8 Millionen Euro direkt für Hilfsprogramme bereitstellen, mehr als je zuvor", berichtet Mario Thaler, der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Österreich. Ermöglicht wurde das durch einen neuen Rekord an Spendeneinnahmen:
Insgesamt spendeten rund 247.000 Privatpersonen und Firmen im vergangenen Jahr fast 21,2 Millionen Euro, rund eineinhalb Millionen Euro mehr als im Jahr 2011.

Insgesamt wurden über das Wiener Büro von Ärzte ohne Grenzen 114 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf insgesamt 162 Hilfseinsätze in 42 Ländern entsandt. 52 Prozent der Einsatzkräfte waren Angehörige medizinischer Berufe, 48 Prozent gehörten zu nichtmedizinischen Berufsgruppen wie Logistik, Technik, Personal- und Finanzwesen.

Der Jahresbericht 2012 steht zum Download bereit unter:
www.msf.at/bilanz. Ab Juni 2013 findet sich unter diesem Link auch der noch detailliertere Finanzbericht 2012.

Dr. Reinhard Dörflinger, Mag. Mario Thaler und die gerade aus Syrien zurückgekehrte Krankenschwester Karin Taus stehen für Interviews zur Verfügung.

Spenden für den Syrien Noteinsatz:

Spendenkonto: PSK 930.40.950 (BLZ 60.000)
Kennwort: Noteinsatz Syrien
Online-Spende: www.aerzte-ohne-grenzen.at/syrien

Rückfragen & Kontakt:

Ärzte ohne Grenzen
Eva Hosp oder Florian Lems
Tel.: 01/409 72 76-29 bzw. 49

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0010