- 07.05.2013, 18:15:31
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Wehrt euch, ihr bösen Buben - von Ingrid Krawarik
Bei allem Banken-Bashing: Ohne Banken funktioniert Wirtschaft nicht
Utl.: Bei allem Banken-Bashing: Ohne Banken funktioniert Wirtschaft
nicht =
Wien (OTS) - Banker haben in der öffentlichen Meinung derzeit keinen
guten Stand: Sie bekommen viel zu hohe Boni, sind die bösen Buben und
außerdem schuld an der Finanzkrise - also die perfekten Prügelknaben.
Die Politik in Österreich und auf EU-Ebene schlägt daraus Kapital und
belehnt die Finanzindustrie mit hohen Bankenabgaben, einer
Regularienflut à la Basel III sowie der geplanten
Finanztransaktionssteuer. Schließlich muss irgendjemand für die Krise
zahlen. Und was machen die Banker? Sie jammern. Man könnte sogar
sagen, sie suhlen sich in der Opferrolle. Dabei sollte die
Sandkastenzeit, wo einer dem anderen mit dem Schauferl wiederholt
eins überzieht und der andere nicht zurückschlägt vorbei sein.
Wehrt euch! Hinter vorgehaltener Hand oder "off records" wird nämlich
sehr wohl Kritik geäußert - und ja, gesudert. Im Finanzministerium,
das - es muss gesagt werden - kapitalmarktfeindlich agiert, stoßen
die Proteste auf taube Ohren. Dort wird den Bankern gebetsmühlenartig
ausgerichtet, dass sie die neuen Belastungen schon irgendwie
bewältigen werden.
Die Quartalszahlen, die Banken dieser Tage veröffentlichen, sprechen
eine andere Sprache. Das einzig Positive ist, dass die Ergebnisse
nicht so schlecht sind wie erwartet. Die schrumpfenden
Nettozinserträge, die das Kerngeschäft der Finanzhäuser
widerspiegeln, machen deutlich, wie fragil das Geschäftsmodell läuft.
Dabei sind die neuen Eigenkapitalrichtlinien und
Liquiditätsvorschriften, die unter Basel III zusammengefasst sind,
auf den ersten Blick gut und richtig. Bankenkrisen, die zu hohen
Kosten für den Steuerzahler führen, sollen damit in Zukunft
verhindert werden. Gleichzeitig führen diese Regularien aber zu einem
Stillstand des Wirtschaftswachstums, da Banken kaum noch Kredite
vergeben. Vor allem kleine und mittlere Betriebe sind davon stark
betroffen. Das Geld kommt also nicht in der Wirtschaft an. Die
Situation ähnelt jener mit den Sparprogrammen vieler Staaten: Im
Keime löblich und richtig, würgen sie zu exzessiv betrieben jegliche
Konjunkturerholung ab und sind damit kontraproduktiv.
EZB-Chef Mario Draghi will Banken animieren, wieder Kredite an KMU zu
vergeben. Bleibt die Gefahr, dass der Schuss nach hinten losgeht und
die vergebenen Kredite einfach teurer sind. Außerdem lässt die
neuerliche Zinssenkung der EZB die Zinsmarge weiter schrumpfen.
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