• 07.05.2013, 10:10:09
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Minister Töchterle und ÖAW-Präsident Denk: 8 Millionen Euro für innovative Nachwuchsforscher/innen

ÖAW-Impulsprogramm "New Frontiers Groups": drei Projekte im Rahmen der ersten Ausschreibung genehmigt

Wissenschaftsminister Töchterle und ÖAW-Präsident
Denk geben Ausschreibungsergebnis bekannt

Utl.: ÖAW-Impulsprogramm "New Frontiers Groups": drei Projekte im
Rahmen der ersten Ausschreibung genehmigt =

Wien (OTS) - Die "New Frontiers Groups" (NFG) gehen in ihre erste
Runde: Nach Ausschreibung und Jurysitzung haben Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle und ÖAW-Präsident Dr.
Helmut Denk heute in einem gemeinsamen Pressegespräch jene drei
Projekte präsentiert, die im Rahmen der ersten Ausschreibung des von
der Nationalstiftung finanzierten ÖAW-Impulsprogramms zum Zug kommen.
Gesamt stehen in den kommenden 5 Jahren 8 Millionen Euro für
innovative Nachwuchsforscher/innen zur Verfügung. "Die jungen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekommen somit in einem
frühen Stadium ihrer Karriere eine neue Perspektive für ihre
Forschung. Wir wollen mit dem Impulsprogramm eine nachhaltige
Förderung des Forschernachwuchses in Österreich und den verstärkten
Austausch zwischen akademischem Nachwuchs und etablierten
Wissenschaftlern der ÖAW erreichen", so Minister Töchterle.

"Mit diesen drei Projekten wurde eine hervorragende Auswahl
getroffen. Damit werden unter dem Dach der ÖAW innovative und
zukunftsweisende Forschungsvorhaben von zwei hoch qualifizierten
jungen Wissenschaftlern und einer Wissenschaftlerin aus Bereichen der
Naturwissenschaften und der Mathematik gefördert", betont
ÖAW-Präsident Denk.

Der Biotechnologe Oliver Bell, derzeit als Postdoktorand an der
Stanford University, USA, tätig, wird sich ab August 2013 seiner
Forschung zu Chromatinmodifikationen am IMBA-Institut für Molekulare
Biotechnologie GmbH der ÖAW widmen. Mit seinem Projekt "Investigating
Chromatin Dynamics and Memory in vivo" will Bell mit Hilfe eines von
ihm entwickelten, innovativen biosynthetischen Ansatzes die Rolle von
Chromatinmodifikationen bei der Regulierung von Genexpression klären.
"Die New Frontiers Group Förderung ermöglicht es mir, einen wichtigen
wissenschaftlichen Beitrag zum besseren Verständnis von
epigenetischer Vererbung zu leisten", sagt Oliver Bell.

Der Teilchenphysiker Josef Pradler, derzeit Postdoktorand an der
Johns Hopkins University, Baltimore, USA, wird sein
Forschungsvorhaben am ÖAW-Institut für Hochenergiephysik durchführen.
Unter dem Titel "New Frontiers in Particle Physics: Unraveling Dark
Matter" wird er sich mit der Teilchennatur der Dunklen Materie
befassen, die als eine der großen ungelösten Fragen in der Physik
gilt. "Die Aufgabe unserer Gruppe wird es sein, das theoretische
Spektrum an Möglichkeiten auszuloten, Teilchenmodelle der Dunklen
Materie zu finden, kosmologische Aspekte zu betrachten und neue
Analyse- und Suchmethoden zu entwickeln, um damit ganz vorne dabei zu
sein, wenn in den nächsten Jahren dieser Frage in einer Vielzahl an
Experimenten auf den Grund gegangen wird", so Josef Pradler.

Die Mathematikerin Marie-Therese Wolfram, zurzeit Postdoktorandin an
der Universität Wien im Rahmen des FWF Hertha Firnberg Programms wird
ihr Projekt "Multiskale Modellierung und Simulation gedrängter
Bewegung in der Biologie und den Sozialwissenschaften" am Johann
Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) der
ÖAW durchführen. Inhalt dieses Projekts ist die mathematische
Modellierung und Simulation von Transportphänomenen auf verschiedenen
Skalen unter besonderer Berücksichtigung von Größeneffekten. Ziel ist
die Entwicklung eines systematischen Zugangs, um diese Größeneffekte
zu beschreiben. Dieser allgemeine Ansatz erlaubt die Beschreibung
einer Vielzahl von Problemen in der Biologie und den
Sozialwissenschaften.

Das Interesse an der internationalen, themenoffenen Ausschreibung war
sehr groß. "Umso erfreulicher ist es, dass die Nationalstiftung
bereits Mittel für eine zweite Ausschreibung genehmigt hat", so
Minister Töchterle und ÖAW-Präsident Denk. "Damit wird die
Nachwuchsförderung innerhalb der ÖAW nachhaltig gestärkt", so der
Minister. Die kompetitive Mittelvergabe innerhalb der Institution
habe auch "Vorbildcharakter für andere Forschungseinrichtungen in
Österreich".

Das ÖAW-Impulsprogramm "New Frontiers Groups" wurde 2012 erstmals
ausgeschrieben und bietet besonders begabten jungen
Wissenschaftler/innen die Möglichkeit, unter dem Dach der ÖAW eine
Forschungsgruppe aufzubauen und zu leiten. Die Themenwahl ist dabei
frei, die New Frontiers Groups werden an geeigneten, fachnahen
ÖAW-Instituten angesiedelt. Ziel ist es, neue und gesellschaftlich
relevante Themen aufzugreifen, die zur Erweiterung des
ÖAW-Forschungsportfolios beitragen. Die Laufzeit der Gruppen beträgt
bis zu fünf Jahre. Antragsberechtigt sind Wissenschaftler/innen, die
sich nach einer Post-doc-Phase (vorzugsweise im Ausland) im
internationalen Wettbewerb bereits bewährt haben. Das Impulsprogramm
zielt auch darauf ab, im Ausland tätige Forscher/innen für eine
wissenschaftliche Tätigkeit in Österreich zu gewinnen ("Brain Gain").
Qualitätssicherung und Evaluierung der Anträge werden vom
Wissenschaftsfonds FWF durchgeführt.

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