"kreuz und quer" am 7. Mai: "Babys auf Vorrat" und "Vater-Mutter-Kind - Teenies werden Eltern"

Wien (OTS) - Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind? Eine Frage, die sich viele Frauen stellen. Sie wünschen sich zwar Kinder, doch nicht gleich. Ausbildung, Beruf und Karriere haben Vorrang, oder sie haben noch nicht den richtigen Partner gefunden, um Nachwuchs in die Welt zu setzen. Bis vor kurzem hatten Frauen nur begrenzt Zeit für diese Entscheidung, denn ihre Fruchtbarkeit endet meistens Mitte vierzig. Die niederländische Filmemacherin Marieke Schellart wählte einen - derzeit in Europa noch recht ungewöhnlichen - Weg, um dem Ticken der biologischen Uhr zu entgehen: Sie ließ sich Eizellen entnehmen und für eine künftige Verwendung tiefgefrieren. In ihrem Dokumentarfilm "Babys auf Vorrat", den "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - am Dienstag, dem 7. Mai 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 zeigt, schildert sie ihre Gründe für diese medizinisch längst machbare, doch ethisch höchst umstrittene Methode.

Obwohl Jugendliche heutzutage einen problemlosen Zugang zu Verhütungsmitteln haben, werden dennoch jedes Jahr minderjährige Mädchen ungewollt schwanger. Die Reportage "Vater-Mutter-Kind -Teenies werden Eltern" von Brigitte Wojta gibt um 23.25 Uhr Einblicke in das Leben von drei jungen Müttern und thematisiert auch die Auswirkungen, die eine "übersexualisierte" Gesellschaft auf Kinder, die immer früher in die Geschlechtsreife kommen, mit sich bringt.

"Babys auf Vorrat" - Ein Film von Marieke Schellart (deutsche Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

Bis zu welchem Lebensalter kann eine Frau auf natürlichem Weg schwanger werden? Diese Frage stellt sich die junge niederländische Filmemacherin Marieke Schellart in ihrem Dokumentarfilm "Babys auf Vorrat". Selbst knapp über 35, fürchtet sie, dass ihre Fruchtbarkeit schon bald nachlassen wird, denn nach dem 35. Lebensjahr - noch lange vor den Wechseljahren - sinkt die Reproduktionsfähigkeit bei vielen Frauen. Marieke Schellart wünscht sich Kinder, doch ohne fixen Partner will sie sich nicht auf Nachwuchs einlassen. Bis jetzt hat sie den "Mann fürs Leben" noch nicht gefunden. Und wenn er irgendwann auftauchen sollte, ist sie vielleicht schon zu alt für Kinder. Also beschließt sie, nach Alternativen zu suchen. Durch Zufall entdeckt sie einen Wissenschaftsbericht über die Möglichkeit, sich Eizellen entnehmen und tiefgefrieren zu lassen. Diesem Bericht zufolge sollte es möglich sein, Eizellen über Jahre hinweg zu konservieren. Nach dem Auftauen könnten sie künstlich befruchtet und in den Uterus der Mutter implantiert werden. Dadurch wäre es auch für Frauen im fortgeschrittenen Alter noch möglich, ein genetisch eigenes Kind zur Welt zu bringen. Damit verbunden sind allerding äußerst aufwendige medizinische Behandlungen und sehr hohe Kosten. Und es besteht auch das Risiko, dass die Eizellen durch das Einfrieren befruchtungsunfähig werden und die ganze Prozedur zwar teuer, aber vergeblich gewesen ist. Auch ethisch ist diese Methode äußerst fragwürdig. In Österreich ist sie gänzlich verboten, in den Niederlanden wird sie auch nur dann genehmigt, wenn eine Frau sich einer Chemotherapie unterziehen muss und dadurch ihre Reproduktionsfähigkeit verlieren würde. In den Vereinigten Staaten hingegen wurde die Methode mittlerweile legalisiert, ebenso in Belgien. Wie sie zu einer Entscheidung kommt, dokumentiert Marieke Schellart auf sehr persönliche Weise mit der Kamera.

"Vater-Mutter-Kind - Teenies werden Eltern". Ein Film von Brigitte Wojta

Nora, Katrin und Angelique sind sogenannte Teenagermütter. Die drei jungen Frauen waren durchwegs aufgeklärt und wussten Bescheid über Verhütungsmethoden - dennoch sind sie schwanger geworden. Ungewollt. Alle drei haben sich jedoch für ihr Kind entschieden und sind so von einem Tag auf den anderen in ein Spannungsfeld zwischen Jugendlichkeit und Erwachsensein, zwischen Verantwortlichkeit und Unabhängigkeitsstreben geraten.

Die Reportage begleitet die jungen bzw. werdenden Mütter in ihrem Alltag, zeigt, wie sich die jungen Frauen mit ihrer unerwarteten Schwangerschaft arrangiert und nach und nach angefreundet haben, und fragt nach ihren Zukunftsvisionen. Wie sich die Partnerschaften der jungen Frauen mit der Schwangerschaft entwickelt haben, wie die jungen Väter mit der neuen Situation umgehen und wie das Familienumfeld der jungen Mütter reagiert hat - all das kommt im "kreuz und quer"-Film zur Sprache. Dass geglückte Mutterschaft immer auch von der finanziellen Situation abhängt, scheint auf der Hand zu liegen. Junge Mütter, die keinen Rückhalt von Seiten der Familie bekommen, können Hilfestellungen von Beratungsstellen wie beispielsweise "Aktion Leben" und dem Verein MOVE in Anspruch nehmen. Solche Stellen unterstützen junge Frauen in ihrem Entscheidungsprozess, in ihrer neuen Rolle als Mutter und sind u. a. auch bei der Wohnungssuche und der Erschließung finanzieller Unterstützungen behilflich.

Außerdem beleuchtet der Film das Thema Aufklärung und thematisiert die Auswirkungen, die eine enttabuisierte und oft übersexualisierte Gesellschaft mit sich bringt, in der Kinder immer früher in die Geschlechtsreife kommen. Wie schulische Aufklärung heute funktionieren kann, wird anhand des "Let's talk about love"-Workshops der "Aktion Leben" vorgestellt. Vor allem um eines soll es da gehen:
den Jugendlichen einen positiven Zugang zum eigenen Körper und der eigenen Sexualität zu erschließen - und darum, dass junge Menschen lernen zu erkennen, dass es bei Liebe um mehr als um Sex geht.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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