Bundesfinanzierungsagentur feiert 20-Jahr-Jubiläum: 20 Jahre erfolgreiches Staatsschuldenmanagement

Wien (OTS) - Am 6. Mai feierte die Österreichische Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) mit einem Festakt im Parlament ihr 20-jähriges Bestehen. Das Jubiläum gab aber nicht nur Anlass für eine Rückschau auf 20 Jahre erfolgreiches Staatsschuldenmanagement. Die Festredner richteten den Blick auch in die Zukunft. So zum Beispiel Prof. Christian Keuschnigg, Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS): Er zeigte auf, wie Alterung, aufstrebende Schwellenländer und knapper werdende Ressourcen die Welt verändern und einen radikalen Strukturwandel erzwingen. Die Fähigkeit zum Wandel sei entscheidend für den wirtschaftlichen Vorsprung Österreichs im Jahr 2062, dem Jahr in welchem die bis dato längst laufende Bundesanleihe Österreichs (3,8% Bundesanleihe 2012-2062) ausläuft.

Mit Gründung der OeBFA Vorreiterrolle in Europa

"Die OeBFA hat durch ihre Professionalität, Zuverlässigkeit und Genauigkeit wesentlich zur Erfolgsgeschichte Österreichs beigetragen", hob Finanzministerin Dr. Maria Fekter in ihrer Rede hervor und gab damit der Entscheidung vor 20 Jahren Recht. Im Jänner 1993 wurde das gesamte Staatsschuldenmanagement an eine eigene, spezialisierte Organisationseinheit delegiert. Die OeBFA ist seit damals unter anderem für Aufnahme von Finanzschulden des Bundes und die zentrale Kassenverwaltung zuständig. Alle Aufgaben sind taxativ im Bundesfinanzierungsgesetz aufgezählt.

"Österreich übernahm damit eine Vorreiterrolle in Europa und war eines der ersten Länder, die das staatliche Schuldenmanagement als eigene Einheit organisierte", erinnert Finanzstaatssekretär Mag. Andreas Schieder in seiner Festrede. Große Staaten wie Großbritannien oder Deutschland folgten erst später, nämlich 1998 bzw. 2000. Diese Rolle würdigte auch Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer, indem sie die auf Planungssicherheit gerichtete Strategie der Bundesfinanzierungsagentur hervorhob, nachdem sich die Finanzmärkte komplexer, schnelllebiger und risikoreicher entwickelten, als dies bei Gründung der OeBFA absehbar war. Sektionschef Dr. Gerhard Steger, der als Aufsichtsratspräsident der OeBFA besonders tiefen Einblick hat, betonte die wichtige Funktion der OeBFA im Budgetkreislauf.

Die OeBFA in Zahlen

Heute umfasst die Verantwortung der OeBFA das gesamte Finanzschuldportfolio des Bundes in Höhe von 195,2 Mrd. Euro (per Ende April 2013), wobei das jährliche Emissionsvolumen im Durchschnitt rund 25 Mrd. Euro ausmacht. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements ist die OeBFA für die tägliche Disposition der Kassenmittel des Bundes zuständig. Dabei beläuft sich der durchschnittliche Kassenstand - aggregiert über die etwa 1.500 Konten des Bundes - auf 4,7 Mrd. Euro. Die bis dato größte Einzelzahlung an einem einzelnen Tag belief sich auf rund 12 Mrd. Euro (am 16. Juli 2012).

In den 20 Jahren seit der Gründung hat sich das von der OeBFA verwaltete Finanzschuldportfolio von rund 1.100 Mrd. Schilling (ca. 79,9 Mrd. Euro) per Anfang 1993 auf 195,2 Mrd. Euro (per Ende April 2013) mehr als verdoppelt. Das Volumen der Geschäftsfälle hat sich seit damals sogar vervierfacht. Zudem hat die OeBFA zusätzliche Aufgaben übernommen, wie zum Beispiel die Rechtsträger- und Länderfinanzierung (1997 bzw. 2000), bundesschatz.at (2002), Investor Relations für die Republik Österreich (2009) oder die Versteigerung von Treibhaus-Emissionszertifikaten (2012).

"Die MitarbeiterInnen der OeBFA sind dabei stets den hohen Ansprüchen nachgekommen, die sich auch daraus ergeben, dass es bei uns um das Geld der österreichischen StaatsbürgerInnen geht", unterstrich Dr. Martha Oberndorfer, seit 2008 Geschäftsführerin der OeBFA. Sie hob in ihrer Rede auch hervor, dass das österreichische Staatsschuldenmanagement bereits frühzeitig alle Aspekte berücksichtigte, die internationale Organisationen wie OECD, EU oder IWF heute empfehlen.

Krisenfestigkeit mehrfach auf die Probe gestellt

Krisenfestigkeit hat die OeBFA in den schwierigen Zeiten dieser zwei Jahrzehnte mehrmals bewiesen: So bekam Österreich im Jahr 2000 die Auswirkungen der EU-Sanktionen durch verteuerte Refinanzierungskosten zu spüren, und die Ratingagentur Standard & Poor's warnte im Februar 2000, dass "die Spannungen ein Faktor für das Rating" seien. Negative Folgen konnten aber hintan gehalten werden. Im September 2008 war Österreich mit der überraschenden Insolvenz von Lehman Brothers konfrontiert. Dank des raschen Vorgehens der OeBFA gelang es jedoch, Ersatzgeschäfte für die Positionen der Republik mit Lehman abzuschließen und somit Schaden von Österreich abzuwenden.

bundesschatz.at als Service für die BürgerInnen

Ein wichtiger Schritt war 2002 auch die Einführung von bundesschatz.at. Dieses auf Privatanleger ausgerichtete Online-Sparprodukt ermöglicht Sparern, ihr Guthaben ab 100 Euro spesenfrei und direkt in österreichische Staatstitel zu investieren. Österreich war damals der erste Staat Europas, der einen Online-Vertriebsweg mit Straight-Through-Processing (STP) implementierte.

Meilensteine 2012 - Emission der am längsten laufenden Bundesanleihe der Eurozone

Im zwanzigsten Jahr der Geschichte setzte die OeBFA gleich mehrere Meilensteine: Zum einen ging 2012 als jenes Jahr ein, in dem erstmals Negativzinsen für kurzfristige Mittelaufnahmen verzeichnet wurden. Der Grund dafür lag in der hohen Nachfrage der Investoren nach den sichersten Geldanlagen. In weiterer Folge sanken die Zinsen weiter, und Mitte Juli 2012 erreichten kurzfristig sogar zweijährige Bundesanleihen eine negative Rendite.

Weiters emittierte die Republik Österreich im Jänner 2012 die erste 50-jährige Bundesanleihe -die bis dato am längsten laufende von der Republik Österreich jemals begebene Bundesanleihe sowie die Staatsanleihe mit der längsten Laufzeit in der gesamten Eurozone. "Die OeBFA hat hier ganz im Sinne der SteuerzahlerInnen sehr langfristig agiert und nicht nur auf die Erzielung kurzfristiger Vorteile geachtet", erklärt Oberndorfer.

Und nicht zuletzt wurde das Fremdwährungsexposure des Bundes im August 2012 zur Gänze abgebaut. "Damit konnte ein wichtiger Beitrag zur Finanzmarktstabilität Österreichs geleistet werden", betont Dr. Thomas Steiner, Geschäftsführer der OeBFA. "Durch unsere risikoaverse Grundausrichtung sind wir bestmöglich für die Zukunft aufgestellt."

Hinweise

- Die Festschrift "20 Jahre OeBFA" steht unter www.oebfa.at (Wir über uns / Geschichte der OeBFA) zum Download zur Verfügung.

- Fotos zum Festakt stehen ab 7. Mai unter dem folgenden Link zur Verfügung: http://www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/AKTUELL/

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Österreichische Bundesfinanzierungsagentur
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