VORARLBERGER NACHRICHTEN, Kommentar: "Überfällige Konsequenzen"

Von Johannes Huber

Schwarzach (OTS) - Gut, dass die Sozialdemokraten in Salzburg nicht nur abgestürzt, sondern auch noch klar auf den zweiten Platz zurückgefallen sind: Die Wählerinnen und Wähler haben damit fünf Monate nach Bekanntwerden des Finanzskandals die maßgeblichen Politikerinnen und Politiker zur Verantwortung gezogen. Endlich. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Co. waren ja nicht bereit gewesen, die an sich selbstverständlichen Konsequenzen zu ziehen.

Der SPÖ wird das Wahlergebnis noch lange nachhängen. Auch bei der Nationalratswahl wird die Partei in Salzburg ein Problem haben: Dass gerade unter ihrer Führung Steuergelder verspekuliert wurden, hat ihre Glaubwürdigkeit vernichtet; immerhin sind ungezügelte Finanzmärkte etwas, was sie täglich anprangert.

Gut am Urnengang ist auch, dass die ÖVP mit dem bisherigen LH-Stellvertreter Wilfried Haslauer nicht aus der Verantwortung entlassen wurde. Im Gegenteil. Wie die SPÖ kam auch sie auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis im Land. Daraus einen "klaren" Führungsanspruch für Haslauer abzuleiten, ist frivol.

Womit ein bedauerlicher Aspekt erreicht wäre: Schwarz und Rot haben ihre Mandatsmehrheit behalten, eine realistische Alternative zur Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit gibt es nicht. Damit wird das ausbleiben, was in der Salzburger Politik so bitter nötig wäre: Ein Neubeginn mit neuen Köpfen und neuen Parteien in der Landesregierung.

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