Für blinde Juristen startet Pilotprojekt am neuen Bundesverwaltungsgericht

Blinde Personen sollen in Zukunft den Beruf des Richters ausüben können

Wien (OTS) - "Wir werden am neuen Bundesverwaltungsgericht ein Pilotprojekt für blinde bzw. stark sehbehinderte Juristinnen und Juristen starten", sagte Mag. Harald Perl, Präsident des zukünftigen Gerichts bei der Enquete "Diversity - Menschen mit Behinderung in Rechtsberufen". Und weiter: "Damit wollen wir die notwendigen Voraussetzungen dafür schaffen, dass in Zukunft blinde und stark sehbehinderte Personen auch den Beruf der Richterin und des Richters ausüben können".

Es werde daher ein Arbeitsplatz für eine blinde bzw. stark sehbehinderte Juristin oder einen Juristen eingerichtet. Je nach Grad der Sehbehinderung werde angedacht, die technische Ausstattung (z.B. Laptop mit Braillezeile) darauf auszurichten bzw. dieser Person auch eine persönliche Assistentin oder ein Assistent zur Seite zu stellen. In diesem Zuge wurde eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich die "best practises" im europäischen Raum ansehe. Blinden bzw. stark sehbehinderten Juristinnen und Juristen solle die Möglichkeit gegeben werden in den Richterberuf hineinzuwachsen, berichtete der Präsident.

"Das Projekt soll va. Klarheit bringen, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit der Richterinnen und Richter erfüllt sein müssen", erläuterte Perl. Und weiter: "Uns fehlt jegliche praktische Erfahrung im Umgang mit diesem Thema. Es ist vernünftig all die theoretischen Grundlagen in der Praxis auszutesten, um herauszufinden auf welche Herausforderungen wir stoßen."

Derzeit sei man einfach noch nicht so weit. Es müssten für blinde und stark sehbehinderte Menschen auch speziell entwickelte Aufnahmeverfahren erstellt werden. Daran werde in den kommenden Jahren zu arbeiten sein. "Wir haben jetzt die Chance schrittweise eine Kultur zu entwickeln, die auch nachhaltig ist", erläutert Perl.

Insgesamt wird das Bundesverwaltungsgericht mit 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 168 Richterinnen und Richtern, am Hauptstandort Wien und mit den Außenstellen Linz, Innsbruck und Graz, eines der größten Gerichte Österreichs sein und seine Arbeit am 1. Jänner 2014 aufnehmen.

Weitere Informationen zum Bundesverwaltungsgericht sind unter www.bvwg.gv.at abrufbar.

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