• 03.05.2013, 12:52:03
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Vienna Quantum Space Test Link: Meilenstein in Quantenkommunikation

Minister Töchterle, Rektor Engl, ÖAW-Präsident Denk, Prof. Zeilinger, Vizepräsident Yin und Jian Wei Pan eröffnen optische Bodenstation für Experimente der Quantenkommunikation

Minister Töchterle, Rektor Engl, ÖAW-Präsident Denk, Prof.
Zeilinger, Vizepräsident Yin und Jian Wei Pan eröffnen optische
Bodenstation für Experimente im Bereich der Quantenkommunikation

Utl.: Minister Töchterle, Rektor Engl, ÖAW-Präsident Denk, Prof.
Zeilinger, Vizepräsident Yin und Jian Wei Pan eröffnen
optische Bodenstation für Experimente der Quantenkommunikation =

Wien (OTS) - Österreich und China verstärken die Zusammenarbeit in
der Quantenphysik: Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die heute
Freitag eröffnete optische Bodenstation für Experimente im Bereich
der Quantenkommunikation am Institut für Quantenoptik und
Quanteninformation (IQOQI). Damit wird Experimenten zur Quantenphysik
im Weltall der Weg geebnet. In einer gemeinsamen Pressekonferenz von
Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle, Rektor
Heinz W. Engl, ÖAW-Präsident Helmut Denk sowie Vizepräsident Hejun
Yin (Chinesische Akademie der Wissenschaften) wurde der "Vienna
Quantum Space Test Link" besichtigt. Wissenschaftliche Leiter des
Projekts sind Anton Zeilinger und Jian Wei Pan.

Der Vienna Quantum Space Test Link ist ein essentieller Teil für die
geplanten quantenphysikalischen Experimente im Weltall und besonders
wichtig, um die dafür benötigten innovativen Technologien und
Infrastrukturen zu entwickeln. Für die Quantenphysik in Wien bedeutet
er einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunftstechnologien.

Der Austausch von verschränkt präparierten Lichtteilchen macht es
möglich, uneingeschränkt sichere kryptographische Schlüssel zu
erzeugen. Aus technischen Gründen ist dies in Glasfasern nur über
vergleichsweise kurze Strecken möglich. Interkontinentale
Quantenkommunikation ist daher nur über optische Terminals auf
Satelliten und Bodenstationen möglich. Durch Anwendung des so
genannten "Quantum Key Relay"-Protokolls kann der sichere
Schlüsselaustausch zwischen zwei beliebig weit voneinander entfernten
Stationen auf der Erde garantiert werden. Es ist vorgesehen, dass die
chinesische Seite den Satelliten und die europäische Seite die
Bodenstation zur Verfügung stellt. Innerhalb von fünf Jahren soll im
Rahmen des gemeinsamen Projektes QUESS (Quantum Experiments on Space
Scale) ein Satellit gestartet werden. An Bord des Satelliten wird
sich eine Quelle für verschränkte Photonen befinden. Damit wird
Quantenkommunikation mit einzelnen Photonen zu Satelliten getestet
werden. Die Bodenstationen in Europa werden von der Wiener Gruppe
wissenschaftlich koordiniert.

Strategisch wichtige Partnerschaft
"Die Quantenphysik ist unbestritten eine Stärke in der
österreichischen Forschungslandschaft", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Karlheinz Töchterle. Vier Wittgenstein-Preisträger
und elf ERC-Grants sind Ausdruck dieser Exzellenz. Dass gerade auch
der wissenschaftliche Nachwuchs gezielt gefördert wird, beweisen die
neun START-Preise im Bereich der Quantenphysik. Institutionell ist
die Quantenphysik in Österreich breit aufgestellt und bezieht ihre
starke Position unter anderem auch aus der Kooperation zwischen
Universitäten und der Akademie der Wissenschaften. "Mit dem 'Quantum
Space'-Projekt bauen die heimischen Wissenschaftler des IQOQI Wien
ihre international anerkannte Spitzenposition weiter aus und
demonstrieren eindrucksvoll ihre Attraktivität für China", betont der
Minister.

"Der Vienna Quantum Space Test Link, der im Dezember 2011 vertraglich
fixiert wurde, ist ein hervorragendes Beispiel für die nachhaltige
Kooperation der Chinesischen Akademie der Wissenschaften mit der ÖAW
unter Beteiligung der Universität Wien", betont Helmut Denk,
Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

"Die Universität Wien ist im Exzellenzbereich Quantenphysik führend
vertreten. Wissenschafter der Universität Wien, wie Anton Zeilinger,
Markus Arndt, Markus Aspelmeyer und Frank Verstraete, stehen für
wissenschaftliche Spitzenleistungen mit Weltruf", so Heinz W. Engl,
Rektor der Universität Wien. "Die Internationalität in Forschung und
Lehre ist ein wichtiges Anliegen der Universität Wien. Durch die

Kooperation mit den chinesischen Partnern wird das weltweite Netzwerk
der Universität Wien weiter gestärkt."

Anton Zeilinger abschließend: "Die Expertise der Wiener
WissenschafterInnen gemeinsam mit den chinesischen Partnern eröffnet,
besonders in Kombination, neue Möglichkeiten. Die absolut sichere
Kommunikation über verschiedene Wege ist eine ganz besondere
Herausforderung in der Quantenphysik, und wir sind hier einen großen
Schritt weitergekommen."

Ziel dieses Projekts ist es, Quantenverschränkung über eine Distanz
von Tausenden Kilometern zu testen und die Möglichkeiten für einen
interkontinentalen Datenaustausch auf Quantenbasis zu schaffen.

Fotos von der Pressekonferenz und Eröffnung sowie vom Aufbau des
Vienna Quantum Space Test Link finden Sie nach dem Event zum Download
im Medienportal der Universität Wien:
http://medienportal.univie.ac.at/presse

Wissenschaftlicher Kontakt:
Anton Zeilinger
Quantenoptik, Quantennanophysik und Quanteninformation
Universität Wien, Fakultät für Physik
Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI), ÖAW
1090 Wien, Boltzmanngasse 3
Sekretariat
T +43-1-4277-512 01
[email protected]

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