Ergebnisse der Beteiligungsaktion der ÖH WU mit rund 2.400 Teilnehmern liegen vor:

WU-Studenten haben klare Meinung zu Zugangsregeln und Kapazitätsproblemen

Wien (OTS) - -Damit Zugangsregeln fair sind, müssen sie klar, transparent und wiederholbar sein - Entscheidung über Studienzulassung soll bereits vor Studienbeginn fallen

-Mischform aus fachlichem Zugangstest und persönlichen Elementen bevorzugt

-ÖH WU setzt sich für faire Zugangsregeln und den weiteren Ausbau der Kapazitäten ein - für mehr Qualität und Fairness im WU-Studium

WU-Studierende leiden teilweise massiv unter Knock-out und Verzögerungen im Studium - bedingt durch Ressourcenknappheit und Kapazitätsengpässe in allen Studienbereichen. So scheidet fast jeder zweite Studienanfänger (43%) bereits nach dem ersten Semester aus und mehr als die Hälfte der Bachelorstudierenden schließt ihr WU-Studium niemals ab [1]. Eine von der HochschülerInnenschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien (ÖH WU) in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage hat dazu kürzlich ergeben: 9 von 10 WU-Studierenden fordern aufgrund vorherrschender Kapazitätsengpässe von der ÖH WU den Einsatz für faire Zugangsregeln an der WU [2].

Beteiligungsaktion der ÖH WU bringt Klarheit

Aus diesem Grund hat die ÖH WU im April eine großangelegte Beteiligungsaktion durchgeführt. An der mehrwöchigen Befragung haben 2.375 WU-Studierende teilgenommen [3]. Im Zentrum stand die Frage, wie Zugangsregeln für den Bachelor aussehen sollten, was "fair" in diesem Zusammenhang bedeutet und wo Kapazitätsengpässe im Studium am stärksten wahrgenommen werden. "Die Resonanz auf die Beteiligungsaktion war überwältigend", so Christian Tafart, Vorsitzender der ÖH WU. "Das zeigt eindrucksvoll, dass den Studenten Themen wie Zugangsregeln, Kapazitätsprobleme und Studienqualität unter den Nägeln brennen. Die Ergebnisse liegen nun schwarz auf weiß vor und sind für uns ein klarer Handlungsauftrag."

Ausbau von Spezialisierungs- und Masterplätzen den Studenten am wichtigsten

Den dringlichsten Bedarf für weitere Ressourcenerhöhungen sehen WU-Studierende bei Spezialisierungs- und Masterplätzen (69% bzw. 66%), gefolgt von mehr Plätzen in prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen (56%). Laut Erhebungen der ÖH WU gibt es alleine in den sog. Speziellen Betriebswirtschaftslehren (SBWL) pro Semester 270 Plätze zu wenig, was einem Kapazitätsengpass von rund 20% entspricht. Spezialisierungen wie Accounting, Finance, Marketing und andere sind für WU-Studierende entscheidend, stellen sie vielfach die Grundlage für den Berufseinstieg und die weitere berufliche Karriere dar.

"Neben mehr Spezialisierungsplätzen ist vor allem der Ausbau der Masterplätze essenziell", erklärt Tafart. "Das derzeitige Angebot reicht bei weitem nicht, um die Nachfrage zu decken. Die Situation ist ernüchternd, denn mehr als die Hälfte aller WU-Bachelorabsolventen bekommt keinen Masterplatz an ihrer eigenen Universität. Viele Bachelors weichen daher auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Masterstudien auf andere Unis oder ins Ausland aus."

Zugangsregeln: Kombination aus mehreren Ansätzen bevorzugt

Die Frage nach der Art der gewünschten Zugangsregelung für das WU-Bachelorstudium zeigt folgendes Bild: So werden Zulassungstests mit vorgegebener Fachliteratur (65%) und persönliche Interviews über Interesse und Motivation (72%) am stärksten präferiert. Erst mit Abstand folgen objektive Talente- und Intelligenztests (51%), Interviews und Assessment Center (49%), sowie Schulnoten und außerschulische Leistungen (41%). Der reine Anmeldezeitpunkt (first-come, first-served) hingegen findet mit 17% die geringste Zustimmung. Zusammengefasst wünschen sich über drei Viertel (78%) der WU-Studierenden eine Kombination aus mehreren dieser Ansätze.

"Fair" bedeutet: transparent, wiederholbar und Klarheit vor Studienbeginn

Damit Zugangsregeln von den Studierenden als fair beurteilt werden, müssen sie hinsichtlich Anforderungen und Beurteilungskriterien von vorne herein klar und transparent sein (93%). Zusätzlich sollte es genügend Möglichkeiten geben, ein Zulassungsverfahren zu durchlaufen und gegebenenfalls auch wiederholen zu können (91%). Die große Mehrheit wünscht sich außerdem Klarheit über die Zulassungsentscheidung bereits vor Studienbeginn (85%). Diese Entscheidung aufgrund von Maturanoten zu treffen findet hingegen die mit Abstand geringste Zustimmung (26%).

Tafart: Studiengebühren in jetziger Form als Zulassungsinstrument ungeeignet

Studiengebühren in ihrer derzeitigen Form als Instrument der Zugangsregelung heranzuziehen erteilt der ÖH-Vorsitzende eine klare Absage: "Der Anteil der Studiengebühren am WU-Budget ist vergleichsweise gering. Und selbst wenn diese zu 100% an der WU verbleiben würden, tragen sie in der jetzigen Form überhaupt nichts zur Studienqualität bei, sondern bereinigen höchstens Karteileichen", erklärt Tafart. "Wir sehen aber deutlich, dass WU-Studenten bereit sind, für gute Studienbedingungen und Qualität auch zu zahlen. Das bestätigt unsere Argumentationslinie mit der Forderung nach Zugangsregeln für das Bachelorstudium, während Studiengebühren nur dann akzeptabel sind, wenn sie tatsächlich zu Qualitätsverbesserungen beitragen."

ÖH WU: Einsatz für Zugangsregeln und Kapazitätsausbau als klarer Auftrag

Die Ergebnisse der Beteiligungsaktion sind für die ÖH WU bindend und ein klarer Auftrag. "Wir wissen jetzt, was faire Zugangsregeln wirklich sind und worauf es dabei ankommt", so Christian Tafart und ergänzt: "Die Zeit für bildungspolitische Experimente und Hinhalte-Taktiken ist vorbei. Dieses Thema ist den WU-Studenten zu wichtig, als dass es zu verhaltenen oder ideologisch geführten Diskussionen verkommt. Die Lösung, wie dringend benötigte Kapazitäten freigesetzt werden können und die Qualität im Studium wirklich verbessert wird, liegt am Tisch - in Form von fairen Zugangsregeln im Bachelorstudium. Diesen Ball nehmen wir auf und die Politik in die Pflicht. Wir sind bereit, die Lösungen umzusetzen, notfalls auch mit Protest."

Weitere Informationen

-Ergebnisse der ÖH WU Beteiligungsaktion unter
http://www.oeh-wu.at/aktuelles/1206-ergebinisse-der-beteilungungsakti
on.html

-Ergebnisse der repräsentativen Umfrage "Kapazitätsprobleme aus studentischer Sicht" unter
http://www.oeh-wu.at/images/downloads/diverses/1362407697_STEIL-Maerz-Umfrage.pdf

[1] Quelle: WU Wien, Vizerektorat für Lehre
[2] Quelle: Studierendenbefragung "Kapazitätsprobleme aus studentischer Sicht", repräsentative Umfrage bei 320 aktiven WU-Studierenden, Sozialforschungsinstitut Dr. Brunmayr & Co. GmbH, Jänner 2013
[3] Die Beteiligungsaktion fand im Zeitraum von 8. bis 26. April 2013 statt. Insgesamt haben 2.375 WU-Studierende teilgenommen. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte durch die ÖH WU in Zusammenarbeit mit dem Sozialforschungsinstitut Dr. Brunmayr & Co. GmbH

Rückfragen & Kontakt:

Christian Tafart, Vorsitzender ÖH WU
Christian.Tafart@oeh-wu.at
Mobil: (0650) 68 285 25
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