- 03.05.2013, 11:23:25
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Ergebnisse der Beteiligungsaktion der ÖH WU mit rund 2.400 Teilnehmern liegen vor:
WU-Studenten haben klare Meinung zu Zugangsregeln und Kapazitätsproblemen
Utl.: WU-Studenten haben klare Meinung zu Zugangsregeln und
Kapazitätsproblemen =
Wien (OTS) - -Damit Zugangsregeln fair sind, müssen sie klar,
transparent und wiederholbar sein - Entscheidung über
Studienzulassung soll bereits vor Studienbeginn fallen
-Mischform aus fachlichem Zugangstest und persönlichen Elementen
bevorzugt
-ÖH WU setzt sich für faire Zugangsregeln und den weiteren Ausbau der
Kapazitäten ein - für mehr Qualität und Fairness im WU-Studium
WU-Studierende leiden teilweise massiv unter Knock-out und
Verzögerungen im Studium - bedingt durch Ressourcenknappheit und
Kapazitätsengpässe in allen Studienbereichen. So scheidet fast jeder
zweite Studienanfänger (43%) bereits nach dem ersten Semester aus und
mehr als die Hälfte der Bachelorstudierenden schließt ihr WU-Studium
niemals ab [1]. Eine von der HochschülerInnenschaft an der
Wirtschaftsuniversität Wien (ÖH WU) in Auftrag gegebene
repräsentative Umfrage hat dazu kürzlich ergeben: 9 von 10
WU-Studierenden fordern aufgrund vorherrschender Kapazitätsengpässe
von der ÖH WU den Einsatz für faire Zugangsregeln an der WU [2].
Beteiligungsaktion der ÖH WU bringt Klarheit
Aus diesem Grund hat die ÖH WU im April eine großangelegte
Beteiligungsaktion durchgeführt. An der mehrwöchigen Befragung haben
2.375 WU-Studierende teilgenommen [3]. Im Zentrum stand die Frage,
wie Zugangsregeln für den Bachelor aussehen sollten, was "fair" in
diesem Zusammenhang bedeutet und wo Kapazitätsengpässe im Studium am
stärksten wahrgenommen werden. "Die Resonanz auf die
Beteiligungsaktion war überwältigend", so Christian Tafart,
Vorsitzender der ÖH WU. "Das zeigt eindrucksvoll, dass den Studenten
Themen wie Zugangsregeln, Kapazitätsprobleme und Studienqualität
unter den Nägeln brennen. Die Ergebnisse liegen nun schwarz auf weiß
vor und sind für uns ein klarer Handlungsauftrag."
Ausbau von Spezialisierungs- und Masterplätzen den Studenten am
wichtigsten
Den dringlichsten Bedarf für weitere Ressourcenerhöhungen sehen
WU-Studierende bei Spezialisierungs- und Masterplätzen (69% bzw.
66%), gefolgt von mehr Plätzen in prüfungsimmanenten
Lehrveranstaltungen (56%). Laut Erhebungen der ÖH WU gibt es alleine
in den sog. Speziellen Betriebswirtschaftslehren (SBWL) pro Semester
270 Plätze zu wenig, was einem Kapazitätsengpass von rund 20%
entspricht. Spezialisierungen wie Accounting, Finance, Marketing und
andere sind für WU-Studierende entscheidend, stellen sie vielfach die
Grundlage für den Berufseinstieg und die weitere berufliche Karriere
dar.
"Neben mehr Spezialisierungsplätzen ist vor allem der Ausbau der
Masterplätze essenziell", erklärt Tafart. "Das derzeitige Angebot
reicht bei weitem nicht, um die Nachfrage zu decken. Die Situation
ist ernüchternd, denn mehr als die Hälfte aller
WU-Bachelorabsolventen bekommt keinen Masterplatz an ihrer eigenen
Universität. Viele Bachelors weichen daher auf der Suche nach
qualitativ hochwertigen Masterstudien auf andere Unis oder ins
Ausland aus."
Zugangsregeln: Kombination aus mehreren Ansätzen bevorzugt
Die Frage nach der Art der gewünschten Zugangsregelung für das
WU-Bachelorstudium zeigt folgendes Bild: So werden Zulassungstests
mit vorgegebener Fachliteratur (65%) und persönliche Interviews über
Interesse und Motivation (72%) am stärksten präferiert. Erst mit
Abstand folgen objektive Talente- und Intelligenztests (51%),
Interviews und Assessment Center (49%), sowie Schulnoten und
außerschulische Leistungen (41%). Der reine Anmeldezeitpunkt
(first-come, first-served) hingegen findet mit 17% die geringste
Zustimmung. Zusammengefasst wünschen sich über drei Viertel (78%) der
WU-Studierenden eine Kombination aus mehreren dieser Ansätze.
"Fair" bedeutet: transparent, wiederholbar und Klarheit vor
Studienbeginn
Damit Zugangsregeln von den Studierenden als fair beurteilt werden,
müssen sie hinsichtlich Anforderungen und Beurteilungskriterien von
vorne herein klar und transparent sein (93%). Zusätzlich sollte es
genügend Möglichkeiten geben, ein Zulassungsverfahren zu durchlaufen
und gegebenenfalls auch wiederholen zu können (91%). Die große
Mehrheit wünscht sich außerdem Klarheit über die
Zulassungsentscheidung bereits vor Studienbeginn (85%). Diese
Entscheidung aufgrund von Maturanoten zu treffen findet hingegen die
mit Abstand geringste Zustimmung (26%).
Tafart: Studiengebühren in jetziger Form als Zulassungsinstrument
ungeeignet
Studiengebühren in ihrer derzeitigen Form als Instrument der
Zugangsregelung heranzuziehen erteilt der ÖH-Vorsitzende eine klare
Absage: "Der Anteil der Studiengebühren am WU-Budget ist
vergleichsweise gering. Und selbst wenn diese zu 100% an der WU
verbleiben würden, tragen sie in der jetzigen Form überhaupt nichts
zur Studienqualität bei, sondern bereinigen höchstens Karteileichen",
erklärt Tafart. "Wir sehen aber deutlich, dass WU-Studenten bereit
sind, für gute Studienbedingungen und Qualität auch zu zahlen. Das
bestätigt unsere Argumentationslinie mit der Forderung nach
Zugangsregeln für das Bachelorstudium, während Studiengebühren nur
dann akzeptabel sind, wenn sie tatsächlich zu Qualitätsverbesserungen
beitragen."
ÖH WU: Einsatz für Zugangsregeln und Kapazitätsausbau als klarer
Auftrag
Die Ergebnisse der Beteiligungsaktion sind für die ÖH WU bindend und
ein klarer Auftrag. "Wir wissen jetzt, was faire Zugangsregeln
wirklich sind und worauf es dabei ankommt", so Christian Tafart und
ergänzt: "Die Zeit für bildungspolitische Experimente und
Hinhalte-Taktiken ist vorbei. Dieses Thema ist den WU-Studenten zu
wichtig, als dass es zu verhaltenen oder ideologisch geführten
Diskussionen verkommt. Die Lösung, wie dringend benötigte Kapazitäten
freigesetzt werden können und die Qualität im Studium wirklich
verbessert wird, liegt am Tisch - in Form von fairen Zugangsregeln im
Bachelorstudium. Diesen Ball nehmen wir auf und die Politik in die
Pflicht. Wir sind bereit, die Lösungen umzusetzen, notfalls auch mit
Protest."
Weitere Informationen
-Ergebnisse der ÖH WU Beteiligungsaktion unter
http://www.oeh-wu.at/aktuelles/1206-ergebinisse-der-beteilungungsakti
on.html
-Ergebnisse der repräsentativen Umfrage "Kapazitätsprobleme aus
studentischer Sicht" unter
http://www.oeh-wu.at/images/downloads/diverses/1362407697_STEIL-Maerz
-Umfrage.pdf
[1] Quelle: WU Wien, Vizerektorat für Lehre
[2] Quelle: Studierendenbefragung "Kapazitätsprobleme aus
studentischer Sicht", repräsentative Umfrage bei 320 aktiven
WU-Studierenden, Sozialforschungsinstitut Dr. Brunmayr & Co. GmbH,
Jänner 2013
[3] Die Beteiligungsaktion fand im Zeitraum von 8. bis 26. April 2013
statt. Insgesamt haben 2.375 WU-Studierende teilgenommen. Die
Auswertung der Ergebnisse erfolgte durch die ÖH WU in Zusammenarbeit
mit dem Sozialforschungsinstitut Dr. Brunmayr & Co. GmbH
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