FSG-Katzian zum 1. Mai: Verteilungsschieflage ist nur durch offensive Einkommenspolitik und Umverteilung im Steuersystem zu beseitigen!

Kapital braucht nicht Entfesselung, sondern Zähmung

Wien (OTS/FSG) - "Offenbar haben sozusagen am Vorabend des Tages der Arbeit auch die ÖVP und die Wirtschaftskammer erkannt, dass es zwischen der Entwicklung der Gewinneinkommen und den Einkommen aus Arbeit eine Schieflage gibt. Diese Schieflage kann aber keinesfalls durch steuerbegünstigte Beteiligungsmodelle nachhaltig behoben werden. Wir brauchen eine Beteiligung aller ArbeitnehmerInnen am Produktivitätsfortschritt der Gesellschaft in Form regelmäßiger Lohn-und Gehaltserhöhungen und insbesondere eine gerechtere Steuerpolitik, die Arbeit entlastet und Millionäre entsprechend belastet", erklärt der Vorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen(FSG) im ÖGB, Wolfgang Katzian zu den aktuellen Ausführungen von VP-Chef Michael Spindelegger und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl .++++

"Wir lehnen Gewinnbeteiligungsmodelle für MitarbeiterInnen a la Stronach nicht grundsätzlich ab, sie sind aber mit großen Risiken verbunden und nur für eine Minderheit von Beschäftigten eine realistische Option. Keinesfalls sind sie das Patentrezept, um eine stärkere Beteiligung aller unselbständig Beschäftigten am Produktivitätsfortschritt der Wirtschaft zu gewährleisten. Durch die steuerliche Begünstigung würde zudem ein Druck auf die kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen entstehen. Auch die geforderte Verbetrieblichung von Arbeitszeitregelungen führt zur Aushöhlung der Kollektivverträge, würde den Druck auf Löhne und Gehälter also erhöhen", so Katzian

"Es ist ein Fakt, dass auch in Österreich in den vergangenen Jahren die Gewinn- und Vermögenseinkommen viel stärker gestiegen sind als die Arbeitseinkommen. Die Wohlstandsfortschritte sind nicht in dem Maße bei den Beschäftigten angekommen, wie das möglich wäre. Resultat ist eine auch im europäischen Vergleich sehr große Vermögensungleichheit. Nach den Krisen, die eine entfesselte, von einer neoliberalen Ideologie geprägte Wirtschaft und die Finanzmärkte weltweit angerichtet haben, ist der Begriff 'Entfesselung' heute völlig unangebracht. Wir brauchen keine 'Entfesselung' sondern im Gegenteil die Zähmung eines aus den Fugen geratenen Systems und die Sicherung nachhaltigen Wohlstands für alle als bestes Rezept gegen die ökonomische Stagnation", so der FSG-Vorsitzende.

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