• 30.04.2013, 11:06:32
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FSG-Katzian zum 1. Mai: Verteilungsschieflage ist nur durch offensive Einkommenspolitik und Umverteilung im Steuersystem zu beseitigen!

Kapital braucht nicht Entfesselung, sondern Zähmung

Utl.: Kapital braucht nicht Entfesselung, sondern Zähmung =

Wien (OTS/FSG) - "Offenbar haben sozusagen am Vorabend des Tages der
Arbeit auch die ÖVP und die Wirtschaftskammer erkannt, dass es
zwischen der Entwicklung der Gewinneinkommen und den Einkommen aus
Arbeit eine Schieflage gibt. Diese Schieflage kann aber keinesfalls
durch steuerbegünstigte Beteiligungsmodelle nachhaltig behoben
werden. Wir brauchen eine Beteiligung aller ArbeitnehmerInnen am
Produktivitätsfortschritt der Gesellschaft in Form regelmäßiger Lohn-
und Gehaltserhöhungen und insbesondere eine gerechtere Steuerpolitik,
die Arbeit entlastet und Millionäre entsprechend belastet", erklärt
der Vorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer
GewerkschafterInnen(FSG) im ÖGB, Wolfgang Katzian zu den aktuellen
Ausführungen von VP-Chef Michael Spindelegger und
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl .++++

"Wir lehnen Gewinnbeteiligungsmodelle für MitarbeiterInnen a█ la
Stronach nicht grundsätzlich ab, sie sind aber mit großen Risiken
verbunden und nur für eine Minderheit von Beschäftigten eine
realistische Option. Keinesfalls sind sie das Patentrezept, um eine
stärkere Beteiligung aller unselbständig Beschäftigten am
Produktivitätsfortschritt der Wirtschaft zu gewährleisten. Durch die
steuerliche Begünstigung würde zudem ein Druck auf die
kollektivvertraglichen Lohnerhöhungen entstehen. Auch die geforderte
Verbetrieblichung von Arbeitszeitregelungen führt zur Aushöhlung der
Kollektivverträge, würde den Druck auf Löhne und Gehälter also
erhöhen", so Katzian

"Es ist ein Fakt, dass auch in Österreich in den vergangenen Jahren
die Gewinn- und Vermögenseinkommen viel stärker gestiegen sind als
die Arbeitseinkommen. Die Wohlstandsfortschritte sind nicht in dem
Maße bei den Beschäftigten angekommen, wie das möglich wäre. Resultat
ist eine auch im europäischen Vergleich sehr große
Vermögensungleichheit. Nach den Krisen, die eine entfesselte, von
einer neoliberalen Ideologie geprägte Wirtschaft und die Finanzmärkte
weltweit angerichtet haben, ist der Begriff 'Entfesselung' heute
völlig unangebracht. Wir brauchen keine 'Entfesselung' sondern im
Gegenteil die Zähmung eines aus den Fugen geratenen Systems und die
Sicherung nachhaltigen Wohlstands für alle als bestes Rezept gegen
die ökonomische Stagnation", so der FSG-Vorsitzende.

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