"trend": Rückschlag für Biosprit

Nach der Kehrtwende beim E10 (Benzinersatz) bremst Brüssel nun auch bei Biodiesel - mit einer neuen Abgasnorm.

Wien (OTS) - 2014 tritt eine neue EU-Abgasnorm für Dieselmotoren in Kraft ("Euro 6"). Dagegen regt sich nun Widerstand von mehreren Seiten, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Denn mittlerweile stellt sich heraus, dass Motoren dieser Kategorie für Biodiesel in reiner Form (B100) nicht geeignet sind. Die großen Motorenhersteller (Mercedes, MAN) weigern sich, ihre hochentwickelten Maschinen mit Partikelfilter, Katalysator und Abgasrückführung freizugeben.

Alleine in Österreich werden von Landwirtschaft und Güterverkehr derzeit rund 80.000 Tonnen reiner Biodiesel getankt. Diese Mengen werden ab 2014 wohl sukzessive wegfallen, zitiert der "trend" Befürchtungen von Ewald-Marco Münzer, dem größten heimischen Biodieselerzeuger: "Wenn die Motorenhersteller nicht doch noch nachbessern, bedeutet das mittelfristig eine äußerst unangenehme Situation."
Auch in der Transportbranche sind manche unglücklich. Großspediteur Christian Fürstaller, Mehrheitseigentümer und Geschäftsführer von Quehenberger: "Euro 6 ist ein ökologischer Rohrkrepierer. Wir haben bisher in unserer gesamten Flotte zu 100 Prozent Biodiesel getankt. Mit der neuen Motorengeneration allerdings müssen wir wieder zurück zum fossilen Diesel."

Im Büro von Umweltminister und Biospritverfechter Niki Berlakovich sieht man weder politischen Handlungsbedarf, noch -spielraum:
"Technisch wäre es möglich", heißt es zur Verwendung von Biosprit. Man muss aber zugeben: "Die Kfz-Hersteller geben aber dafür keine Garantien." Normale Pkw-Motoren mit weitaus geringerem Bioanteil (bis zu fünf Prozent) sind von dieser Problematik übrigens nicht betroffen.

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