ÖGB-Jugendkongress: ÖGJ fordert Einkommensgerechtigkeit für BerufsanfängerInnen

Frauen verdienen schon am Beginn des Berufslebens deutlich schlechter als Männer

Wien (OTS/ÖGB) - Die Einkommensschere beginnt schon mit der Lehre:
Während 38 Prozent der männlichen Lehrabsolventen in ihrer ersten unselbständigen Erwerbstätigkeit ein Einstiegseinkommen von mindestens 1.800 Euro bekommen, sind es bei den Frauen nur 9 Prozent. "Das ist zum einen vom gewählten Lehrberuf abhängig, andererseits ist aber auch innerhalb der Berufsfelder das Einstiegseinkommen von Frauen durchwegs geringer als jenes ihrer männlichen Kollegen", heißt es in einem der Leitanträge zum 33. ÖGB-Bundesjugendkongress, der einstimmig beschlossen wurde. Die Delegierten fordern, dass diese Einstiegsgehalts-Unterschiede systematisch reduziert werden.++++

Gewerkschaftsjugend fordert verpflichtende Schuldnerprävention

Damit junge Menschen mit ihrem Einkommen ein Auskommen finden, braucht es aber weitere Maßnahmen, zum Beispiel im Bereich der Schuldnerprävention. "Diese müssen schon früh ansetzen, um die eine oder andere missliche Lage verhindern zu helfen", so der Leitantrag. Workshops oder Schwerpunktwochen zum Umgang mit Geld sollten selbstverständliche Bestandteile einer umfassenden Bildung sein:
"Daher sind zu Beginn der Lehrausbildung entsprechende Workshops und Schulungen umzusetzen", fordern die Delegierten der Gewerkschaftsjugend.

Schuldenfalle Finanzierungskredite - mehr Transparenz gefordert

Besondere Schuldenfallen für junge Menschen stellen Handyverträge und leichtfertig vergebene Kredite zur Konsumfinanzierung dar. Die Delegierten fordern mehr Transparenz: "Bei jeglichen auf Krediten oder Scheinkrediten (Ratenzahlungen) basierenden Finanzierungsvarianten sind die tatsächlichen Kosten im Vergleich zum Originalpreis darzustellen."

Schuldenfalle Mobiltelefon

Handyschulden sind immer öfter Thema in den SchuldnerInnenberatungen. "Gratis-Smartphone"-Lockangebote und unübersichtliche Tarifmodelle verschärfen die Situation. "Die Intransparenz bei Handyverträgen ist dadurch aufzuheben, dass bei allen Kaufverträgen eine Gegenüberstellung des Kaufpreises und des Tarifvertrags (inkl. aller Nebenkosten wie Servicepauschalen etc.) erfolgen muss, um eine bewusste Kaufentscheidung zu unterstützen und nicht den Eindruck eines Geschenks zu vermitteln", lautet die entsprechende Forderung der ÖGJ.

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