• 26.04.2013, 10:00:19
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ÖBB: Positives Konzernergebnis 2012, Sanierungserfolge in allen Teilkonzernen

Wien (OTS) - Der ÖBB-Konzern hat 2012 - ein Jahr früher als geplant -
mit einem deutlichen Gewinn von 66,5 Mio. Euro (EBT) abgeschlossen.
Das Ergebnis konnte gegenüber der Bilanz 2011 (minus 27,9 Mio. Euro)
um 94,4 Mio. Euro verbessert werden. Das Jahresergebnis liegt somit
über dem angepeilten Ziel einer schwarzen Null, auch alle
Teilkonzerne haben positiv bilanziert. Haupttreiber des Ergebnisses
waren signifikante Ergebnisverbesserungen der Rail Cargo Austria AG
(EBT plus 29,0 Mio. Euro) sowie Umsatzzuwächse der Personenverkehr AG
(EBT plus 41,5 Mio. Euro). Auch die ungarische Güterverkehrstochter
Rail Cargo Hungaria konnte erstmals mit 13,5 Mio. Euro EBT positiv
bilanzieren. Der Teilkonzern Infrastruktur AG schloss das Bilanzjahr
2012 mit einem EBT von 8,8 Mio. Euro ab.

Die ÖBB sind wieder auf Spur, die konsequente Umsetzung des
Sanierungsprogrammes "FIT 2015" zeigt trotz zunehmend schwierigem
gesamtwirtschaftlichem Marktumfeld deutliche Erfolge. Die ÖBB konnten
im Geschäftsjahr 2012 die gesetzten Ziele übererfüllen und ein Jahr
früher als geplant ein deutlich positives Ergebnis erzielen. Sowohl
betriebswirtschaftliche als auch markt- und kundenrelevante
Kennzahlen zeigen signifikante Verbesserungen.

Moderne Infrastruktur zeigt Wirkung: stark steigende
Fahrgastzahlen

Der Trend zum öffentlichen Verkehr hat sich im letzten Jahr,
besonders im Nahverkehr, deutlich verstärkt. 464 Mio. KundInnen (ein
Plus von 3,3 Prozent) nutzten 2012 das Angebot der ÖBB (Vorjahr: 449
Mio.). Vor allem auf der Schiene führten hohe Benzinpreise und
steigendes Umweltbewusstsein zu einem deutlichen Anstieg der
bahnfahrenden KundInnen. Ein siebenprozentiges Fahrgastplus von 15
Mio. auf 224 Mio. BahnfahrerInnen (2011: 209 Mio.) zeigt, dass die
Qualitäts- und Serviceverbesserungen vom Markt wahr- und angenommen
werden. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in den besseren
Bewertungen der Kundenbefragungen, wie z.B. beim unabhängigen
VCÖ-Bahntest, wider, bei dem rund 12.000 BahnfahrerInnen befragt
wurden. Einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Fahrgastzahlen
leisten die umfangreichen Infrastrukturinvestitionen wie z.B. die
Inbetriebnahme der Hochleistungsstrecke zwischen Wien und St. Pölten.
Erstmals hat die Bahn mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 230
km/h das Auto überholt. Die daraus gewonnenen Fahrzeitverkürzungen
auf 2:22 Stunden Wien-Salzburg, 1:15 Stunden Wien-Linz oder 25
Minuten Wien-St. Pölten sind ein wesentliches Argument zum Umstieg
auf die Bahn. Mit der Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofes
wurde ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige
Verkehrsdrehscheibe im Herzen Wiens gesetzt.

Angebotsverbesserung durch Service- und Qualitätsoffensive

Konstant hohe Pünktlichkeitswerte von rund 97%, mehr Komfort bei
Bahnreisen z.B. durch den Einsatz des ÖBB-Premiumzuges railjet auf
der Südstrecke, neues Catering und attraktive Ticketangebote wie die
"SparSchiene" sind weitere Erfolgsfaktoren für das Verkehrsmittel
Bahn. Seit Einführung des günstigen Ticketmodells "SparSchiene" im
September 2011, das auf die bessere Auslastung von schwächer
frequentierten Verbindungen abzielt, konnten bereits 1,6 Mio. Tickets
verkauft werden. Auch im Vetrieb wurden mit der Vereinfachung der
Tariflandschaft und der Neugestaltung des Online-Ticketshops wichtige
Maßnahmen für mehr Kundenfreundlichkeit umgesetzt. Weitere
Qualitätsverbesserungen gab es beim WLAN im Zug und in den
Bahnhofs-Lounges. Der Markenwert der ÖBB konnte 2012 erneut über 10
Prozent gesteigert werden (Quelle: Eurobrand).

RCA: Positives Ergebnis trotz schwieriger Marktsituation

Der Teilkonzern RCA hat einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtergebnis
des Konzerns geleistet. Die Güterverkehrssparte konnte 2012 ihr
Ergebnis (EBT) um 77,6 Mio. Euro auf plus 29,0 Mio. Euro verbessern
(2011: minus 48,6 Mio. Euro). Strukturmaßnahmen wie die klare
Konzentration auf Kerngeschäfte, Reduktion der Auslandsbeteiligungen
und weitere Optimierungen im Bereich Produktion waren maßgeblich bei
der konsequenten Umsetzung des Turn-Around Programmes. Trotz
steigendem Wettbewerb im liberalisierten Güterverkehrsmarkt konnte
RCA ihren Marktanteil konstant hoch bei 84% halten. Sowohl RCA als
auch RCH bleiben in ihren Heimatländern jeweils klarer Marktführer.
Die Transportleistung hat sich durch die gezielte Rücknahme von
unwirtschaftlichen Geschäften auf 25,6 Mrd. Tonnenkilometer reduziert
(2011: 27,3 Mrd. Tonnenkilometer).

Konzernkennzahlen im Überblick

Die Gesamterträge des Konzerns sind 2012 um 64,8 Mio. Euro auf
6.267,2 Mio. Euro gestiegen (2011: 6.202,4 Mio. Euro*). Die
Gesamtaufwendungen konnten mit 5.574,4 Mio. Euro gegenüber dem
Vorjahr um 34,8 Mio. Euro (2011: 5.609,2 Mio Euro) reduziert werden.
Die Umsatzerlöse des ÖBB-Konzerns wurden 2012 um 19,8 Mio. Euro auf
5.244,0 Mio. Euro (2011: 5.224,2 Mio. Euro*) gesteigert.

*Anpassung des Vorjahreswerts aufgrund einer Umstellung auf
Nettodarstellung, siehe Geschäftsbericht Seiten 35 und 89

Führungsstrukturen bereinigt - Mitarbeiterstand erstmals unter
40.000

Die Zahl der MitarbeiterInnen wurde im vergangenen Jahr weiter
reduziert. Mit Stichtag 31.12.2012 waren 39.833 MitarbeiterInnen im
ÖBB-Konzern beschäftigt. Zusätzlich bilden die ÖBB aktuell 1.814
Lehrlinge aus. Insgesamt wurde der Mitarbeiterstand seit 2009 von
43.605 um 9 Prozent reduziert. Zum Vergleich: 1990 waren noch 67.153
MitarbeiterInnen im Konzern beschäftigt. Besonders deutliche
Ergebnisse wurden bei der Straffung der Führungskräftestrukturen
erzielt. Seit 2009 wurde die Zahl der Führungspositionen im Konzern
um knapp 50 Prozent von 1.224 auf 639 Stellen gesenkt. Insgesamt
wurde ein stabiler Personalsockel erreicht und somit ein wichtiger
Kostenbeitrag für den Sanierungskurs verankert. Auch beim Thema
Pensionen konnten die ÖBB im Jahr 2012 die gesetzten Ziele erreichen.
Mit 465 Pensionierungen gab es die niedrigste Zahl an Eintritten in
den Ruhestand seit mehr als 10 Jahren. Die organisatorischen
Pensionierungen - sogenannte "Frühpensionierungen" - wurden wie
angekündigt vollständig eingestellt. Das altersbedingte
Pensionsantrittsalter 2012 nähert sich mit 59,4 Jahren bereits stark
an das ASVG-Niveau an (60,8 Jahre).

Kunden, Märkte und Talente gewinnen

Der eingeschlagene Gesundungsweg der ÖBB wird auch 2013 fortgesetzt.
Alle Teilkonzerne müssen ihre strategischen Vorgaben konsequent
weiter verfolgen, um für die Herausforderungen des Marktes in einem
schwieriger werdenden konjunkturellen Umfeld gerüstet zu sein.

Im Personalbereich stellen der Stopp der "Frühpensionierungen" und
die Überalterung der Belegschaft neue Herausforderungen für das
nachhaltige Personalmanagement des Konzerns dar. Trotz der zu
erwartenden altersbedingten Abnahme der körperlichen
Leistungsfähigkeit müssen für Mitarbeiter adäquate Arbeitsplätze und
-bedingungen geschaffen werden, um sie bis zum Regelpensionsalter im
Unternehmen beschäftigen zu können. Ein wesentliches Instrument zur
Regulierung der Arbeitsressourcen stellt die Reduktion der
Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden dar. Auch die langfristige
Sicherung des unternehmensinternen Know-Hows muss gewährleistet
werden. Erste Schritte am Weg dorthin sind die Übernahme von rund 400
LeasingmitarbeiterInnen, ein konzernweites Nachfolgemanagement, das
ÖBB-Traineeprogramm und die ÖBB-Bildungsakademie.

Im Personenverkehr geht man von einem anhaltenden Wachstumstrend aus.
Die ÖBB tragen dem durch weitere Angebotsausweitungen wie z.B. einem
2-Stunden Takt zwischen Graz-Salzburg/Innsbruck und Verbesserungen im
Kundenservice Rechnung. 100 neue Nahverkehrszüge und 700 neue
Postbusse werden die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln weiter
attraktivieren. Auch im Ticketbereich arbeiten die ÖBB konsequent an
der Vereinfachung des Angebotes.

Die Fortschritte bei großen Infrastrukturprojekten wie die
Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhof 2012 oder die Ende 2013
bevorstehende Fertigstellung des Salzburger Hauptbahnhofes werden
den KundInnen ein noch höherwertiges Reiseerlebnis bieten. Auch im
Süden Österreichs werden die KundInnen durch die Fertigstellung der
Bahnhöfe Graz und Bruck a.d. Mur 2013 von der Bahnhofsoffensive der
ÖBB profitieren.
Nach Amstetten wird in Salzburg mit Fahrplanwechsel 2013/2014 der
nächste große Vollknoten in Betrieb gehen, der durch aufeinander
abgestimmte und leicht zu merkende Abfahrtszeiten Bahnfahren
wesentlich einfacher machen wird. Weitere Vorteile sind eine
Optimierung der Schnittstellen zwischen Bahn und Bus, mehr
Verbindungen sowie kürzere Fahrzeiten. Bis 2025 soll ein Taktfahrplan
für ganz Österreich umgesetzt werden.

Die schwache Konjunktur, die Strukturkrise des europäischen
Güterverkehrs und ein ungebremster Preisverfall beeinflussen die
Sanierung der Rail Cargo Austria AG stark. Der Restrukturierungskurs
wird trotz Gegenwind fortgesetzt. Die Schwerpunkte liegen auf der
weiteren Internationalisierung in Südosteuropa, einer offensiven
Wachstumsstrategie in den Heimatmärkten Österreich und Ungarn sowie
der Fokussierung auf klar definierte Schlüsselbranchen.

Konzernziel ist eine Ergebnisverbesserung um 500 Mio. Euro bis 2015,
um die Kapitalkosten zu verdienen und die Unternehmenssubstanz
nachhaltig abzusichern. Mit dem 2012 erzielten Gewinn von 66,5 Mio.
Euro wurde ein wichtiges Etappenziel bei der Sanierung des
Unternehmens ein Jahr früher als geplant erreicht.

Der aktuelle Geschäftsbericht ist online als pdf und erstmals auch
als Multimedia Flip Book abrufbar unter
http://konzern.oebb.at/gb2012.

ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Die ÖBB gehören zu den pünktlichsten Bahnen Europas und
bieten ihren Kunden die höchste Pünktlichkeit in der EU. Mit
konzernweit 39.833 MitarbeiterInnen bei Bahn und Bus (davon 35.990 in
Österreich, 3.843 im Ausland, zusätzlich 1.814 Lehrlinge) und
Gesamterträgen von rd. 6,27 Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein
wirtschaftlicher Impulsgeber des Landes. Strategische
Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NBB

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