- 25.04.2013, 10:16:09
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Prestigeprojekt Medizinische Universität Linz
Die ÖH Medizin Wien schließt sich der Uniko an und fordert die Regierung auf sich mit den Bedenken der Experten auseinanderzusetzen.
Utl.: Die ÖH Medizin Wien schließt sich der Uniko an und fordert die
Regierung auf sich mit den Bedenken der Experten
auseinanderzusetzen. =
Wien (OTS) - Derzeit fließt ein Drittel des Hochschulbudget in die
drei öffentlichen Med. Unis, dennoch klagen diese Universitäten über
einen finanziellen Engpass. Durch die Errichtung einer weiteren
medizinischen Fakultät würde sich die finanzielle Lage der bereits
bestehenden Unis drastisch verschlechtern, so Christian Orasche,
Vorsitzender der ÖH Medizin Wien.
Hauptargument des oberösterreichischen Prestige-Projekts für eine
weiter medizinische Bildungseinrichtung ist der drohende Ärztemangel,
der aber bisher in einer EU-weiten Studie nicht festgestellt werden
konnte. Österreich hat pro Kopf sogar weit mehr Ärzte als
Deutschland.
In den letzten Jahren ist es jedoch tatsächlich schwerer geworden
Kassenstellen nachzubesetzen oder Turnusärzte zu finden. Dies liegt
aber nicht an der Zahl der Ärzte oder Absolventen, viel mehr liegt
die Ursache in der sinkenden Bereitschaft der Jungmediziner als
Systemerhalter zu arbeiten.
In Österreich ist es Brauch, dass vor dem Beginn einer
Facharztausbildung der Turnus absolviert werden muss. Dazu gibt es
aber keinerlei rechtliche Grundlage. Der Turnus, der eigentlich die
Ausbildung zum Allgemeinmediziner darstellt, ist eine eigenständige
Ausbildung. Leider werden aber die meisten Ausbildungsstellen zum
Facharzt nur mit abgeschlossenem Turnus angeboten, dies führt zu
einer Verlängerung der Ausbildung um bis zu drei Jahren. In anderen
EU-Staaten kann man direkt mit der Facharztausbildung starten, was
für viele Absolventen der Med. Unis klarerweise viel besser
erscheint. Allein in den letzten sieben Jahren sind 2135 Absolventen
für die weitere Ausbildung nach Deutschland gegangen.
Die Lösung dieser Causa liegt in der Neugestaltung der
Ausbildungs- und Jobsituation und nicht in der Vermehrung der
Absolventenzahlen. Um unsere Absolventen in Österreich zu halten muss
es ernsthafte Reformen zur postgraduellen Ausbildung geben, damit
neue Zukunftsperspektiven und attraktivere Arbeitsbedingungen in
Österreich geschaffen werden, so Referentin für Bildungspolitik
Abelina Zimba. Obwohl schon seit Jahren diskutiert, scheint es für
unsere Politiker einfacher und billiger, zur Symptombekämpfung eine
neue Med. Uni zu gründen als an dem Grundproblem der Abwanderung der
Mediziner, dem Systemerhalterjob "Turnusarzt", etwas zu verändern.
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