ORF zeigt preisgekröntes "Universum" über "Radioaktive Wölfe"

Am 23. April um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Die Katastrophe nach dem Erdbeben und der Flutwelle im japanischen Atomreaktor Fukushima weckte 2011 Erinnerungen an das Reaktorunglück in Tschernobyl. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Super-GAU regieren Wölfe das radioaktiv verseuchte Niemandsland, die Sperrzone um Tschernobyl im Dreiländereck zwischen der Ukraine, Russland und Weißrussland. Klaus Feichtenbergers "Universum"-Dokumentation "Radioaktive Wölfe" - 2011 mit dem "Naturfilm-Oscar" beim renommierten "Jackson Hole Wildlife Film Festival" ausgezeichnet - bietet dem TV-Publikum am Dienstag, dem 23. April 2013, um 20.15 Uhr in ORF 2 ein umfassendes Bild der Tschernobyl-Zone, die ein Vierteljahrhundert lang Sperrgebiet war.

Nach der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 wurden etwa 150 Ortschaften mit mehr als 150.000 Bewohner/innen evakuiert. Unbehindert durch den Menschen haben sich seither in der Zone zahlreiche Wildtierarten angesiedelt. An der Spitze des Ökosystems in dieser neuen Wildnis steht der Wolf. Abenteuerliche Gerüchte über Wölfe in der Zone gibt es seit Jahren, aber Fakten sind immer noch rar. Die prominenten Wolf-Experten Christoph und Barbara Promberger, mit entsprechenden internationalen Studien bestens vertraut, besuchten 2009 die Zone, um sich ein Bild zu machen und staunten über die anscheinend zahlreiche Präsenz von Wölfen, die hier ideale Lebensbedingungen haben.

Ebenso erstaunt waren die Prombergers darüber, dass bislang niemand die vielen Fragen gestellt hat, die sich sofort aufdrängten: Wie viele Wölfe gibt es in dem Gebiet? Wie kommen die Tiere mit der Radioaktivität zurecht? Sind es Zuwanderer, die früher oder später in der Zone sterben oder gibt es mittlerweile eine bodenständige Population? Wenn ja - ist sie gesund und stabil? Wandern mittlerweile womöglich sogar Wölfe aus Tschernobyl in andere Gebiete aus? Wiegt die Abwesenheit des Menschen schwerer als die immer noch vorhandene radioaktive Verseuchung?

Die Prombergers erhielten von den weißrussischen und ukrainischen Behörden die Erlaubnis, ein Forschungsprojekt in Gang zu setzen, das diese Fragen beantworten soll. Ein Filmteam begleitete die beiden im Auftrag von ORF, NDR, BBC und WNET. Die Prombergers fingen und statteten die ersten Wölfe in der Zone mit Sendern aus, um Fakten über ihr Territorial- und Migrationsverhalten, den Grad der Verstrahlung und den Gesundheitszustand zu sammeln. Während der Dreharbeiten entstand eine kollegiale Partnerschaft zwischen den Prombergers und dem Doyen der weißrussischen Raubtierforschung, Vadim Siderowitsch, Professor an der Akademie der Wissenschaften in Minsk. Vadim Siderowitsch dokumentiert seit Jahren in anderen Gebieten des Landes Wolfspopulationen und verfügt über eine Fülle wertvoller Vergleichsdaten. Unter seiner Führung übernimmt ein weißrussisches Forscherteam das von den Prombergers initiierte Tschernobyl-Wolfsprojekt.

Aus der Sicht der Wölfe von Tschernobyl wird dem TV-Publikum ein 360-Grad-Schwenk über das mittlerweile wohl wildeste Gebiet Europas geboten, das der Forscher Promberger als das größte Freiluft-Experimentallabor der Welt bezeichnet. Ist Tschernobyl ein Fenster in eine Vergangenheit vor dem Menschen? Oder in eine Zukunft nach dem Kollaps unserer Zivilisation?

Das österreichisch-weißrussische Kamerateam hat mehr Zeit in der verbotenen Zone verbracht als irgendein anderes Medienteam zuvor -mehr als 100 Drehtage, verteilt über ein ganzes Jahr. Außerdem war es das erste ausländische Filmteam, das im weißrussischen Teil der Zone gedreht hat, und es brachte nicht nur die ersten Flugaufnahmen aus der Zone seit 20 Jahren zurück, sondern auch historisches Archivmaterial, das im Westen noch nie gezeigt wurde.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0001