• 19.04.2013, 14:21:59
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Jugendliche, Wiedereinsteigerinnen und Qualifikation

Land, AMS und Sozialpartner fixieren zusätzliche arbeitsmarktpolitische Schwerpunkte 2013

Utl.: Land, AMS und Sozialpartner fixieren zusätzliche
arbeitsmarktpolitische Schwerpunkte 2013 =

Bregenz (OTS/VLK) - Land und AMS stellen heuer gemeinsam 19,3
Millionen Euro für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zur Verfügung.
Gemeinsam mit den Vertretern der Vorarlberger Sozialpartner
informierten Landeshauptmann Markus Wallner, Landesstatthalter
Karlheinz Rüdisser und AMS-Chef Anton Strini im Anschluss an den
heutigen (Freitag, 19. April) Sozialpartnergipfel im Landhaus über
die bisherigen und weitere arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Die
Ziele sind klar, betonte Wallner: "Jedem Jugendlichen eine Chance
bieten, die Hilfe zum Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt verbessern
und die bestehenden Qualifizierungsmaßnahmen zielgerichtet ausbauen".

Zusätzlich zu den gemeinsam finanzierten Maßnahmen fördert das Land
Projekte in Höhe von knapp 2,4 Millionen Euro. Somit fließen heuer
landesweit 21,7 Millionen Euro in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.
Die wirtschaftliche Situation in Vorarlberg ist recht positiv -
Landeshauptmann Wallner verwies auf die hohe Beschäftigungsquote und
die im Österreichvergleich niedrige Arbeitslosenrate (5,6 Prozent,
Österreich sieben Prozent): "Neben der generellen wirtschaftlichen
Lage haben die wirt- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen des Landes
Vorarlberg ihren Teil zur positiven Entwicklung beigetragen."

Auch die Jugendarbeitslosigkeit nahm mit Stichtag Ende März 2013
im Vergleich zum Vorjahr ab. Die Beschäftigungsgarantie des Landes,
nämlich allen Jugendlichen, die länger als drei Monate arbeitssuchend
vorgemerkt sind, innerhalb der nächsten drei Monate ein Job- oder ein
Ausbildungsangebot zu machen, wird eingehalten", sagte
Landesstatthalter Rüdisser. Per Ende Februar waren in Vorarlberg
lediglich zehn Jugendliche (15 bis 25 Jahre) länger als sechs Monate
als arbeitssuchend vorgemerkt.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Der Trend, dass immer weniger gering qualifizierte Arbeitskräfte
nachgefragt werden, auf der anderen Seite aber die Nachfrage nach gut
ausgebildeten Fachkräften steigt, werde auch 2013 anhalten,
informierte AMS-Landeschef Strini: "Diese Entwicklung macht es jungen
Menschen ohne ausreichende Berufspraxis, Wiedereinsteigerinnen nach
der Babypause, älteren Arbeitnehmern und natürlich Personen mit
gesundheitlichen oder sozialen Beeinträchtigungen noch schwerer, sich
am Arbeitsmarkt zu integrieren". Deshalb stelle das AMS Vorarlberg
bei den arbeitsmarktpolitischen Zielen in enger Kooperation mit dem
Land gerade auf diese Zielgruppen ab.

Im Rahmen des Sozialpartnergipfels wurden drei Handlungsfelder
definiert, in denen, neben den bisherigen Maßnahmen, zusätzliche
arbeitsmarktpolitische Akzente gesetzt werden.

1. Neu für Jugendliche: Ausbildungsstarthilfe

Als neues, innovatives Projekt starten Land und AMS das Projekt
"Ausbildungsstarthilfe": Im Rahmen dieses Projekts wird
lernleistungsschwächeren Jugendlichen eine Lehrausbildung ermöglicht,
ohne dass die Ausbildungsbetriebe ein nicht überschaubares Risiko
eingehen müssen. Dabei beginnen die Jugendlichen ihre Lehrausbildung
in einem Ausbildungs-Kompetenzzentrum. In sechs Monaten wird intensiv
daran gearbeitet, soziale und schulische Defizite zu beheben, um dann
in jenes Unternehmen zu wechseln, von dem der/die Jugendliche eine
Lehrstellenzusage erhalten hat. Sollte das Ausbildungsziel nach
dieser Zeit für einen Wechsel in das Unternehmen noch nicht erreicht
sein, besteht die Möglichkeit einer Verlängerung um weitere sechs
Monate.

2. Ältere und WiedereinsteigerInnen

Schon jetzt sind knapp 46 Prozent aller Berufstätigen Frauen - und
die heimische Wirtschaft wird auf Grund der Bevölkerungsentwicklung
künftig noch mehr auf weibliche Arbeitskräfte angewiesen sein. Mit
den Programmen "FIT - Frauen in Handwerk und Technik" und "FIA -
Facharbeiterinnen Intensivausbildung" werden Frauen in Berufen mit
guten Zukunftschancen ausgebildet. Wichtig ist auch, die
Rahmenbedingungen für ältere Arbeitskräfte zu optimieren um eine
längere Verweildauer im Arbeitsprozess zu ermöglichen.

Als neue Maßnahme richtet das Land mit der Arbeiterkammer und dem
AMS an den Standorten der AK in Feldkirch und Dornbirn je ein
Beratungszentrum für KarenzgeldbezieherInnen, umschulungswillige
Personen und WiedereinsteigerInnen ein. "Der Wiedereinstieg nach
längeren Berufspausen ist oft mit Schwierigkeiten verbunden", sagte
Arbeiterkammerpräsident Hubert Hämmerle: "Mit dieser unabhängigen
Serviceeinrichtung werden Unternehmen wie Arbeitnehmer bei der
Planung und Umsetzung von Auszeitenmanagement, Elternteilzeit,
Kinderbetreuungsgeld und anderen familien-, sozial- und
arbeitsrechtlichen Fragestellungen unterstützt."

3. Qualifizierung

Seit Mitte März 2013 besteht die Möglichkeit einer
Bildungsteilzeit, die vom AMS finanziell unterstützt wird: Dabei kann
die Arbeitszeit (in einem Zeitraum von mindestens vier Monaten und
maximal zwei Jahren) um mindestens 25 und höchstens 50 Prozent
reduziert werden, wenn die Wochenarbeitszeit während der
Bildungsteilzeit mindestens zehn Stunden umfasst. Das AMS leistet
einen fixen Einkommensersatz pro entfallender Arbeitsstunde. Dadurch
ergeben sich deutlich bessere Möglichkeiten, gering Qualifizierte an
die Erfordernisse des Arbeitsmarktes heranzuführen.

Ab 1. Juli 2013 wird beim AMS das Fachkräfte-Stipendium in das
Maßnahmenportfolio des AMS aufgenommen. Es zielt auf eine Ausbildung
in einen am Arbeitsmarkt verwertbaren Mangelberuf ab, wobei die
Ausbildungszeit zwischen sechs Monaten und drei Jahren liegen kann.
Ausbildungen an Fachhochschulen und Universitäten werden nicht
gefördert. Das Fachkräfte-Stipendium beträgt monatlich 795 Euro. In
Anspruch genommen kann es von arbeitslosen Personen, karenzierten
ArbeitnehmerInnen oder auch selbständig Erwerbstätigen, wenn deren
Erwerbstätigkeit während der Ausbildung ruht.

Sowohl bei der Bildungsteilzeit als auch beim
Fachkräfte-Stipendium können die Ausbildungskosten vom AMS nicht
übernommen werden. Um hier eine finanzielle Entlastung für jene
Personen zu erreichen, die Bildungsteilzeit und Fachkräfte-Stipendium
nützen, haben sich Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, das AMS und das
Land verständigt, diese im Rahmen des Bildungszuschusses zu
unterstützen. Entsprechende Richtlinienänderungen sollen mit 1. Juli
2013 umgesetzt werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVL

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