- 19.04.2013, 09:15:14
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Migrationsforscher Terkessidis zu Fall Keiber: "Pervers, wenn man demokratische Rechte an Einkommen koppelt"
"Niedrige Einbürgerungsrate ist klarer Anti-Integrationsindikator."
Utl.: "Niedrige Einbürgerungsrate ist klarer
Anti-Integrationsindikator." =
Wien (OTS) - Der Migrationsforscher Mark Terkessidis übt scharfe
Kritik am Ausschlusscharakter der österreichischen
Staatsbürgerschaftsgesetze.
Im Rahmen der heute und gestern im Palais Epstein und im Parlament
stattfindenden Gesellschaftsklimakonferenz kritisierte er, dass "kaum
ein anderes Land in Europa so restriktive Einbürgerungsbestimmungen
wie Österreich hat." Die daraus resultierende niedrige
Einbürgerungsrate sei "ein klarer Anti-Integrationsindikator", so
Terkessidis. Deutliche Worte fand der Migrationsforscher auch zum
diese Woche bekannt gewordenen Fall des 22-jährigen Mario Keiber, dem
die Einbürgerung verweigert wird, obwohl er bereits seit seinem
dritten Lebensjahr in Österreich lebt. "Der Fall zeigt, wie pervers
es ist, wenn man demokratische Rechte an Einkommen koppelt. In
Österreich sind die Einbürgerungen in den vergangenen Jahren um 80
Prozent zurückgegangen: soll das ein Zeichen guter
Integrationspolitik sein?", so Terkessidis auf Nachfrage von SOS
Mitmensch. Der MIgrationsforscher verlangt ein rasches Umdenken der
österreichischen Politik. Mit den bisher auf dem Tisch liegenden
Vorschlägen für eine Einbürgerungsreform sei man "noch nicht auf dem
richtigen Weg".
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