- 18.04.2013, 12:12:09
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Mitterlehner: Beim Ausbau der Kinderbetreuung noch stärker auf Qualität achten
Familienminister bei BMWFJ-Veranstaltung "Spielend lernen von Anfang an - Qualität in der Kinderbetreuung"

Utl.: Familienminister bei BMWFJ-Veranstaltung "Spielend lernen von
Anfang an - Qualität in der Kinderbetreuung" =
Wien (OTS/BMWFJ) - "Die Zahl der Kinderbetreuungsplätze ist durch
unsere Ausbauoffensive deutlich gestiegen. Mit dem quantitativen
Ausbau ist aber zunehmend auch die Frage der Qualität verbunden, denn
Kinderbetreuung ist längst nicht mehr nur Betreuung, sondern ebenso
Bildung", sagte Familienminister Reinhold Mitterlehner am
Mittwochabend im Wiener Museumsquartier bei der Eröffnung der
BMWFJ-Veranstaltung "Spielend lernen von Anfang an - Qualität in der
Kinderbetreuung".
"Österreich hat das Barcelona-Ziel zur Betreuung der Drei- bis
Sechsjährigen mit einer Betreuungsquote von über 90 Prozent bereits
übertroffen. Bei den Unter-Dreijährigen wollen wir das Barcelona-Ziel
von 33 Prozent im Jahr 2016 erfüllen", so Mitterlehner. In Zukunft
müsse der Fokus beim weiteren Ausbau der Kinderbetreuung noch stärker
auf längeren Öffnungszeiten und auf Qualität in den
Kinderbetreuungseinrichtungen gelegt werden, wobei man sich dabei
auch an internationalen Standards orientieren wolle. Schon im Zuge
der bestehenden 15a-Vereinbarung mit den Bundesländern zum Ausbau der
Kinderbetreuung wird die Erweiterung der Öffnungszeiten gezielt
gefördert und damit stärker unterstützt
Expertinnen-Vorträge zum Thema Qualität in der Kinderbetreuung
"Qualitativ hochwertige Kinderbetreuung von Anfang an und
Chancengerechtigkeit für alle Kinder" so lauteten die Leitsätze der
deutschen Sozialpädagogin Dr. Ilse Wehrmann, die als Beraterin in der
Professionalisierung von Fachkräften in Kindertageseinrichtungen und
zu Themen der Familienpolitik tätig ist. Auch sie unterstrich in
ihrem Vortrag, dass der quantitative Ausbau der Kinderbetreuung nicht
mit der Einbuße von Qualität einhergehen dürfe. Dazu brauche es
bestimmte Standards und Messinstrumente, um die Qualität der
Kinderbetreuung zu evaluieren. In diesem Kontext stellte Wehrmann das
neue Qualitätsmessinstrument "Promik" (Professionalität messen in
Kitas) vor, das gerade in Deutschland eingeführt wird.
Dr. Karin Grossmann, Senior Scientist an der Universität Regensburg,
betonte in ihrem Vortrag die Bedürfnisse der Kinder nach beständigen
und fürsorglichen Beziehungen. "Diese Beständigkeit garantiert, dass
das Kind geschützt wird und dass es Sicherheit empfinden kann" so
Grossmann. Das seien wiederum Grundbedingungen für die Entwicklung
von Kindern und Voraussetzungen für Lernen und Sprachentwicklung.
Einen wissenschaftlichen Blick auf die Voraussetzungen für den
Spracherwerb bei Kindern, vermittelte Mag. Kumru Uzunkaya-Sharma,
Sprachwissenschaftlerin an der Universität Wien. "Familien
unterscheiden sich darin, wie gut sie Kinder sprachlich und kognitiv
fördern können, und das wirkt sich auf die Entwicklung der Kinder
aus", so Uzunkaya-Sharma. Ein früher Eintritt in den Kindergarten
habe positive Auswirkungen auf die kognitive und sprachliche
Entwicklung aller Kinder, aber nur wenn auch die Qualität der
Einrichtungen stimme. Als weitere Empfehlungen nannte die
Sprachwissenschaftlerin unter anderem Programme zur Elternbildung
sowie eine bessere Aus- und Weiterbildung von Pädagogen.
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