• 17.04.2013, 20:51:36
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Was wollt ihr denn? Kommentar zur Lufthansa von Peter Olsen

Frankfurt (ots) - Es hätte wohl an ein Wunder gegrenzt, wäre es bei
der Deutschen Lufthansa bis zur Hauptversammlung am 7. Mai in Köln in
Sachen Corporate Governance ruhig geblieben. Zu heftig waren just vor
einem Jahr die Attacken auf den früheren Vorstandschef Wolfgang
Mayrhuber gewesen, der jetzt nach zweijährigem Cooling-off "Mr.
Lufthansa" Jürgen Weber an der Spitze des Aufsichtsrats ablösen soll.

Alles, was der führenden deutschen Airline derzeit Probleme bereitet,
wie die zum Teil veraltete Flotte und die verlustreichen Töchter
Brussels und AUA, wird der Ägide Mayrhuber zugeschoben. Die jetzt in
einem anonymen Schreiben angeblicher leitender Angestellter und
Manager der Lufthansa erhobenen Vorwürfe sind dabei alle nicht neu,
zum Teil verkennen sie auch die Verantwortlichkeiten. "Der anonyme
Brief spiegelt nicht die Stimmung im Management wider. Wir gehen auch
nicht davon aus, dass dieser von Mitarbeitern verfasst wurde. Dazu
enthält er zu viele faktische Fehler", lässt die Lufthansa verlauten.

Wer auf Mayrhuber verbal eindrischt, trifft seinen Vorgänger Weber,
der sich schon mitten im Sturm vor einem Jahr eindeutig positionierte
und Mayrhuber als seinen Wunschkandidaten für den
Aufsichtsratsvorsitz bezeichnete. "Wir brauchen in diesem Amt einen
Branchenkenner. Das ist Mayrhuber", sagte seinerzeit Weber im
Interview der Börsen-Zeitung. Die anonymen Kritiker dieser
Nachfolgeregelung müssen sich vor diesem Hintergrund getreu dem
Maoam-Werbespruch fragen lassen: Was wollt ihr denn? Wie sieht eure
Alternative zu Mayrhuber aus?

Dass in der derzeit von Turbulenzen um das Spar- und
Effizienzsteigerungsprogramm Score geprägten Lufthansa so mancher aus
eigener Betroffenheit geneigt sein könnte, Zwietracht zu säen, mag
verständlich sein. Dass mit einem anderen Aufsichtsratsvorsitzenden
als Weber-Nachfolger aber ein anderer, angenehmerer Kurs bei der
Lufthansa eingeschlagen werden könnte, kann ausgeschlossen werden.
Dazu haben sich Management und der noch amtierende Aufsichtsratschef
zu sehr der nachhaltigen und schmerzhaften Kurskorrektur
verpflichtet.

Natürlich bleibt es insbesondere Investoren unbenommen, ihre
Möglichkeiten der Einflussnahme zu nutzen, um einen ihnen genehmeren
Kandidaten für die Aufsichtsratsspitze vorzuschlagen. Gelegenheit
dazu gäbe das nächste Aktionärstreffen. Ein Blick auf die
Investor-Relations-Seite der Airline aber zeigt: "Zugänglich zu
machende Gegenanträge und/oder Wahlvorschläge liegen derzeit nicht
vor."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EUN

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