• 17.04.2013, 16:14:17
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Immobilienring IR fordert interdisziplinäre Immo-Expertengruppe Österreichische Wohnungspolitik braucht mehr Verantwortung

Wien (OTS) - Bereits im September 2009 wies der Immobilienring IR auf
den steigenden Mangel an (Miet)Wohnungen in den Landeshauptstädten
hin und schlug vor, starre Regeln wie bei Umwidmungsverfahren an neue
Anforderungen anzupassen und damit neue Wohnflächen zu generieren.
Als 2010 eine Diskussion über Provisionsregeln für Makler losgetreten
wurde, präsentierte der Immobilienring ein Alternativmodell als
Diskussionsgrundlage mit der Bereitschaft sich als Expertengruppe
einzubringen. "Immer noch, und zwar vor allem in Wahljahren, werden
die Themen Mietpreise und Maklerhonorierung emotional in die
Diskussion gebracht", resümiert Paul Edlauer, Vizepräsident des
Immobilienringes IR. "Es entsteht der Eindruck, dass dieses Thema aus
reinem politischen Kalkül verfolgt wird." Der Immobilienring IR,
Österreichs größtes unabhängiges Maklernetzwerk, fordert eine
sachliche Diskussion unter Einbeziehung von Immobilienprofis.

"Wir laden nochmals dazu ein, eine Expertengruppe zu bilden, die
aus Personen unterschiedlicher Unternehmen, Netzwerke und
Interessensvertretungen besteht, um über mögliche Alternativen der
Honorierung und Lösungen für notwendigen Wohnraum nachzudenken", so
der Vizepräsident des Immobilienringes IR. Wohnen ist ein
Grundbedürfnis der Menschen und daher ein sehr emotionales Thema. Es
sei aber nicht akzeptabel, eine Berufsgruppe für falsche
Wohnungspolitik verantwortlich zu machen. "Wir Immobilienprofis
dürfen nicht aufhören, das Berufsbild der Makler und deren
Tätigkeiten zu kommunizieren und bedingungslos für Qualität zu
stehen", so Edlauer. "Beim Immobilienring muss jedes künftige
Mitglied durch ein strenges Screening. Schwarze Schafe haben bei uns
keine Chance." Darüber hinaus hat die gesamte Branche in den letzen
Jahren die Aus- und Weiterbildungsstandards erhöht und sich strengere
Standesregeln auferlegt.

Soziale Schlüsselprobleme müssen gelöst werden

Politiker vermitteln den Bürgern zum Thema Wohnen ein unsachliches
und falsches Bild zur Immobilienwirtschaft; ein Verhalten, das an
Fahrlässigkeit grenzt. Österreich verfügt insgesamt über 3,68 Mio.
Hauptwohnsitze. Die Diskussion wird emotional über die Höhe der
Maklerprovision und Wiener Wohnungen mit Richtwertmieten geführt, die
acht Prozent des Marktes ausmachen. Ungelöst bleiben dabei die
sozialen Schlüsselprobleme, wie ein zu geringes Wohnungsangebot in
den Städten sowie zu wenig günstiger Wohnraum für Menschen und
Familien mit geringem Einkommen.

Einsatz interdisziplinärer Expertengruppe von Immobilienprofis

"Die Immobilienbranche ist komplex und setzt sich zum Beispiel aus
Bauträgern, Projektentwicklern, Architekten, Planern, Hausbesitzern,
Investoren, Immobilienkanzleien sowie Hausverwaltungen zusammen. Es
kann nicht sein, dass nur politische Institutionen eigennützige
Diskussionen anzünden, die den Bürger verunsichern und keine Lösung
für seine Probleme anbieten", erläutert Paul Edlauer.

Ablehnung negativer Emotionalisierung gegen Berufsgruppe
Immobilienmakler

Die Ursache vieler Missverständnisse liegt im Honorarsystem. Eine
Honorierung der Maklertätigkeit erfolgt erst nach erfolgreichem
Abschluss des Rechtsgeschäftes. Dafür wurden Exposés mit den
relevanten Eckdaten erstellt und Besichtigungen, Verhandlungen mit
dem Vermieter, Angebotserstellung, Mietvertragserrichtung sowie
Vergebührung durchgeführt. Edlauer: "Eine weitere Reduktion oder
überhaupt eine Abschaffung der Maklerprovision kann nicht den
gewünschten Erfolg von mehr Serviceleistung bringen."

Kostenexplosion beim Wohnen, aber nicht bei der Miete

Edlauer: "Wohnen ist in den letzten Jahren teurer geworden, aber
nicht die Wohnungsmiete, sondern Betriebs- und Energiekosten."
Wohnungen, die dem Richtwert unterliegen, seien ohnehin gedeckelt.
Mieten für Wohnungen, die nicht dem Mietrecht des MRG unterliegen,
hätten sich in den letzten 15 Jahren nur unwesentlich erhöht. So
zeige der Mietenpreisspiegel von 1996 für Wien umgerechnet bis zu
Euro 9,45/m2 und St. Pölten bis zu Euro 7,30/m2 (bei Vollausstattung
bis zu 40m2, sehr gute Lage). Obwohl die Beschaffenheit und
Ausstattung der Wohnungen gestiegen sei, liegen die Preise im
Vergleich 2012 in Wien von Euro 8,50 bis Euro 15,20 und in St. Pölten
von Euro 6,90 bis Euro 7,50/m2. Der Verbrauchpreisindex verzeichnete
in diesem Zeitraum einen Anstieg von 34,80 Prozent.

Eine halbe Arbeitswoche für Verwertung einer Mietwohnung

"Die Maklertätigkeit besteht nicht nur aus Eingangstüre
aufsperren, sondern hat pro Objekt etwa einen Basis-Aufwand von 19
Stunden", berichtet Edlauer aus Erfahrungen seiner Immobilienkanzlei
in St. Pölten. Objektanalyse, Recherchen, Standortbestimmung,
Vorbereitung der Bewerbung, Auskunftserteilungen, Vorbereitung des
Mietvertrages sowie die Abwicklung der Zahlungen sind nur einige
Aspekte. Bis zu einem erfolgreichen Abschluss sind etwa zehn
Besichtigungen notwendig. Dazu tritt der Makler auch mit den Kosten
der Bewerbung in Vorleistung und übernimmt außerdem die Haftung und
Gewährleistung für alle Angaben zum Objekt.

Durchschnittlicher Ertrag pro Mietobjekt

In Klein- und Bezirksstädten sowie Landgemeinden liegt die
durchschnittliche Bemessungsgrundlage bei etwa 400,00 Euro pro
vermittelter Wohnung. Die maximale Provision von zwei Monatsmieten
macht dafür 800,00 Euro exkl. Umsatzsteuer aus. Ausnahmen mit höheren
Mieten bilden Teilbereiche des Wohnungsmarktes von Wien, Graz,
Salzburg und Innsbruck. Aus diesem erwirtschafteten Honorar müssen
nun auch alle bereits für das Objekt erbrachten Sach-, Personal- und
Werbekosten beglichen werden. Dazu kommt, dass nur knapp 50 Prozent
der Objekte erfolgreich vermittelt werden und für diese zwar
Leistungen erfolgen, aber keine Honorierung.

Fotodownload: http://www.ots.at/redirect/baidinger

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