Braunschlag statt Kahlschlag

Wien (OTS) -

  • Die Filmindustrie vergibt eine Spezial ROMY an den ORF für minus 30 % österreichisches Programm!
  • Appell der heimischen Filmwirtschaft an die Bundesregierung

Die österreichischen Produzentenverbände - aafp, Film Austria und Fachverband der Film- u. Musikindustrie - stellen mit großer Sorge fest, dass gerade im Jahr eines österreichischen Oscars und im Vorfeld der ROMY Verleihung als Gala österreichischer Fernsehkreativität der ORF bereits 2013 massive Einsparungen in der Produktion von österreichischem Programm plant und mit dem drohenden Wegfall der Gebührenrefundierung ab 2014 bereits in Aussicht gestellt hat, im österreichischen Fernsehprogramm sparen zu wollen.

2013 läuft die gesetzlich befristete Gebührenrefundierung zu Gunsten des ORF in Höhe von insgesamt Euro 160 Mio, zuletzt 2013 Euro 30 Mio aus. Den bisherigen Aussagen der ORF Geschäftsführung folgend ist wohl allen Beteiligten - auch der Politik - bewusst, dass die entfallende Gebührenrefundierung voll die österreichische Fernseh- u. Kinofilmproduktionswirtschaft treffen wird*.

Damit droht im Oscar-Jahr und zeitgleich mit der Befeierung der österreichischen TV-Highlights bei der ROMY dem genuin österreichischen Programm bereits 2013 ein Kahlschlag und 2014 ein weiterer um rd. minus 30 % des Programmproduktionsvolumens.

"Der ORF sieht seinen öffentlich-rechtlichen Programmauftrag als Eventualverbindlichkeit," so Danny Krausz, Obmann des Fachverbandes der Film- u. Musikindustrie, "Die erfolgreiche österreichische Filmwirtschaft wird in dieser verfehlten Politik nur als Kollateralschaden gesehen!"

David Schalko, Romy-nominierter Produzent von "Braunschlag" dazu:
"Warum konzentriert man sich nicht endlich auf die Kernaufgabe, nämlich ausreichend gutes Fernseh- und Radioprogramm herzustellen? Der ORF ist kein Mittelstandsunternehmen, er ist die wichtigste kulturelle Institution dieses Landes. Der ORF gehört uns allen und wir wollen österreichisches Qualitätsprogramm dort sehen!"

"Nur ein gesetzlich verbindlicher jedenfalls 20 %iger Anteil der Gebühreneinnahmen für österreichische Programminhalte kann die Filmwirtschaft aus der Geiselhaft befreien" fordert KR Dr. Veit Heiduschka, Präsident des Vereins Film Austria und Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien, "Wir brauchen ein Notprogramm zur Rettung der österreichischen Fernseh- u. Kinofilmwirtschaft jetzt". Dass öffentlich-rechtliches Programm nicht aus dem Ankauf billiger ausländischer Meterware besteht, hat bereits die Medienbehörde KommAustria festgestellt. Der ORF ziehe daraus nicht die richtigen Konsequenzen - so Veit Heiduschka.

Die Verbände der Filmproduktionswirtschaft verlangen keineswegs, dass "neues Geld in alte Töpfe" gegeben werde und befürworten das zuletzt * in Aussicht gestellte "breite" Finanzierungsmodell der nächsten Regierungsperiode, das hoffentlich eine nachhaltige Finanzierung des ORF sicherstellen wird. Die Filmwirtschaft müsse jedoch noch in dieser Legislaturperiode aus der Abhängigkeit des ORF befreit werden, sonst drohe bis zur Umsetzung neuer Finanzierungsmodelle für die Filmwirtschaft ein Verlust von zumindest 30 % des Fernsehprogrammbudgets und ein Kahlschlag für den österreichischen Filmstandort.

Die Regierung weiß, dass der ORF bei der österreichischen Programmproduktion 1:1 einsparen wird, weil es für österreichisches Programm keine detaillierte gesetzliche Verpflichtung gibt. Die Filmwirtschaft bittet die Regierung um ihre Unterstützung, noch in dieser Legislaturperiode ihre Verantwortung wahrzunehmen und mit einer leicht umsetzbaren Änderung im ORF Gesetz die Chancen des Wirtschaftszweigs zu erhalten.

* Zitat: STANDARD vom 17.4.2013:
"....Programm bei österreichischen Produktionen streichen (im Ausmaß von 35 Millionen);...";
"....Wir werden kein neues Geld in den alten Topf geben,..."

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Dr. Werner Müller
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