Ein Vierteljahrhundert "Rat auf Draht": Die ORF-Telefonhilfe ist jung geblieben

Aus Anlass des Jubiläums diskutieren Experten am 19. April im ZOOM-Kindermuseum über die Medialisierung der Jugendkultur

Wien (OTS) - "147 - Rat auf Draht", die ORF-Telefonhilfe für Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen, gibt es seit 25 Jahren. Die als Notruf etablierte Helpline verzeichnet mittlerweile die meisten Anrufe vom Handy aus, Online-Beratungen boomen und die Zahl der Fans auf Facebook steigt. Was bedeuten die neuen sozialen Netzwerke für unsere Jugend, wer schützt sie vor Gefahren und Missbrauch, wie erziehe ich sie zu einem intelligenten Umgang mit Handy, Internet & Co. und wer trägt die Verantwortung dafür: Eltern, Schulen, Medien oder Provider? Noch nie war Jugendkultur so mediendominiert wie heute - und noch nie waren Inhalte so unbegrenzt, aber auch so unkontrollierbar zugänglich wie im weltweiten Netz.

Vor diesem Hintergrund diskutieren am Freitag, dem 19. April 2013, um 10.30 Uhr im ZOOM-Kindermuseum zum Thema "Cyber-Grooming, Sexy Sexting - Wer schützt unsere Jugend im Internet?" Sektionschef Kurt Nekula vom Unterrichtsministerium, Ministerialrat Mag. Ewald Ebner vom Bundeskriminalamt, DI Barbara Buchegger von der EU-weiten Plattform Saferinternet.at, Christian Morawek, Vorsitzender der Elternvereine an öffentlichen Pflichtschulen und Birgit Satke, Teamleiterin von "Rat auf Draht". Die Diskussion wird von Albert Malli, zuständig für die Themen Online und Neue Medien bei Hitradio Ö3, geleitet.

Sissy Mayerhoffer, Leiterin des ORF-Humanitarian Broadcasting, zu dem auch die ORF-Telefonhilfe "Rat auf Draht" gehört: "Ich freue mich auf eine spannende Diskussion. Mit 'Rat auf Draht' hat der ORF europaweit eine der ersten Telefonhilfen für Kinder und Jugendliche etabliert -mittlerweile verfügen fast alle europäischen Länder über solche Serviceeinrichtungen und 'Rat auf Draht' ist auch zuständig für den internationalen Notruf 116 000 für vermisste Kinder in Österreich. Gerade auch im Bereich der Neuen Medien und Gefahren, die darin schlummern, leistet 'Rat auf Draht' einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Aufklärung unter den Jugendlichen."

"Rat auf Draht" in Zahlen und Fakten

Rund 2,5 Millionen Beratungsgespräche in 25 Jahren, zirka 80.000 Anrufe im Jahr, 4,9 Millionen Zugriffe auf rataufdraht.ORF.at und 32.386 Online-Beratungen seit 2001 - "Rat auf Draht", die ORF-Telefonhilfe für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen, ist unter der mittlerweile als Notruf anerkannten Telefonnummer "147" rund um die Uhr, kostenlos und ohne Vorwahl aus ganz Österreich erreichbar. 365 Tage im Jahr, 24 Stunden täglich, auch an Feiertagen und am Wochenende.
Ein Team von Expertinnen und Experten steht für die brennendsten Fragen telefonisch oder online zur Verfügung. Die Beratung erfolgt wertschätzend und soll die Autonomie des Anrufenden stärken. Das Beratungsteam ist außerdem zur Verschwiegenheit verpflichtet. "Rat auf Draht" versteht sich auch als Drehscheibe zu anderen Beratungseinrichtungen. Via Konferenzschaltung können die Anrufenden auf Wunsch direkt weiterverbunden und begleitet werden.

"Cyber-Grooming" - Wer schützt unsere Jugend im Netz?

Cyber-Grooming ist, wenn es sich bei der angesprochenen Person um einen Unmündigen handelt, seit der Strafgesetznovelle 2011 auch in Österreich ein strafbarer Tatbestand. Unter dem Begriff versteht man das gezielte Ansprechen von Personen im Internet - meist unter Vorspiegelung falscher Tatsachen was Alter und Person des Absenders betrifft - mit dem Ziel, das Vertrauen der angesprochener Personen zu gewinnen und auszunutzen, zumeist für die Anfertigung und Übermittlung pornografischer Fotos, Videos oder mit dem Ziel, sexuellen Missbrauch an ihnen auszuüben.

Auch "Rat auf Draht" kennt die damit verbundenen Ängste, Fragen und Problemstellungen. Aus dem anonymen Telefonprotokoll der Service-Hotline:
"Sehr langes Gespräch mit einer Anruferin (14), die einem angeblich 17-jährigen Burschen Oben-Ohne-Fotos von sich geschickt hat. Er hat ihr dann gedroht, die Fotos mit ihrer Telefonnummer zu posten. Daraufhin hat sie gestern die Polizei gerufen, weil sie sich gedacht hat, dass die ihn gleich per Telefon verwarnen. Die Polizei wird sich heute bei ihr melden und die Aussage aufnehmen. Sie hat jetzt Angst, dass ihre Eltern davon erfahren könnten und ist sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich die Polizei einschalten soll. Sie hat einerseits Angst, glaubt aber immer noch ein wenig an die Echtheit dieses Burschen. Je mehr sie erzählt, umso deutlicher wird, dass das Ziel von Beginn an war, an Fotos des Mädchens zu kommen. Wir besprechen Vor- und Nachteile einer Anzeige und auch was sie tun kann, falls sie sich gegen eine Anzeige entscheidet."

Über solche und andere Gefahren im Internet diskutiert "Rat auf Draht" aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens mit Expertinnen und Experten am Freitag, dem 19. April, um 10.30 Uhr im ZOOM-Kindermuseum im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien.

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