"Am Schauplatz"-Reportage "Alles Porno" am 18. April im ORF

Wien (OTS) - "Alles Porno!" ist eine gängige Floskel unter Jugendlichen. Ihr Inhalt entspricht in etwa der Phrase "alles leiwand" oder "alles okay". Seit es das Internet gibt, hat Pornographie in den Alltag und in die Kinderzimmer Einzug erhalten. Expertinnen und Experten schätzen, dass etwa ein Drittel des Datenverkehrs auf Pornographie zurückzuführen ist. Früher wurden am Schulhof verstohlen "Bravo"- oder "Playboy"-Hefte herumgereicht. Heute sind weitaus extremere Bilder praktisch für jedermann frei zugänglich. Sind die jüngsten Vergewaltigungs- und Missbrauchsfälle unter Minderjährigen eine direkte Folge davon? Alfred Schwarzenberger versucht in seiner "Am Schauplatz"-Reportage "Alles Porno" am Donnerstag, dem 18. April 2013, um 21.05 Uhr in ORF 2 herauszufinden, was die Allgegenwart von Pornographie mit unserer Gesellschaft macht. Er hat Pornosüchtige getroffen, Pornostars und Pornojäger; er war mit speziell geschulten Polizistinnen und Polizisten unterwegs und hat sich von Jugendlichen zeigen lassen, was in ihrer Welt alles als normal gilt.

Der Psychologe Roland Bugram untersucht als Sachverständiger Missbrauchsfälle unter Minderjährigen. Es sei dramatisch zu sehen, mit welcher Vehemenz zwölf- oder 13-Jährige "ihr Drehbuch bei Vergewaltigungen durchziehen". Es sei grundsätzlich kein Bedürfnis von Jugendlichen, in diesem Alter Anal- oder Oralsex zu haben. Aber die virtuelle Welt liefere ihnen quasi eine Anleitung für ihr Sexualleben. Pornos zu sehen mache noch lange nicht aus jedem Jugendlichen einen Sexualstraftäter, aber unter gewissen Bedingungen sei Pornographie "die Lunte am Pulverfass".

Ist die Porno-Lawine im Internet noch zu stoppen? Phillip Pöschl hat den Verein Safer Surfing gegründet, um ihr ein bisschen Einhalt zu gebieten. Er berät Eltern und Lehrer/innen, wie sie Computer jugendfrei gestalten können. Er sei kein moderner Pornojäger Humer. Er sehe sich eher als Kämpfer für die Sexualität. Mit der habe Pornographie aber nichts zu tun, so Pöschl.

Auch die europäische Politik wird sich der Problematik langsam bewusst. Die isländische Regierung denkt sogar darüber nach, Pornographie im Internet gänzlich zu verbieten. Und auch in Großbritannien gibt es Bestrebungen, nicht-jugendfreie Seiten standardmäßig blockieren zu lassen. Wer im Internet Pornos schauen will, soll seinen Computer extra dafür freischalten lassen müssen.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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