• 17.04.2013, 08:20:48
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"Am Schauplatz"-Reportage "Alles Porno" am 18. April im ORF

Wien (OTS) - "Alles Porno!" ist eine gängige Floskel unter
Jugendlichen. Ihr Inhalt entspricht in etwa der Phrase "alles
leiwand" oder "alles okay". Seit es das Internet gibt, hat
Pornographie in den Alltag und in die Kinderzimmer Einzug erhalten.
Expertinnen und Experten schätzen, dass etwa ein Drittel des
Datenverkehrs auf Pornographie zurückzuführen ist. Früher wurden am
Schulhof verstohlen "Bravo"- oder "Playboy"-Hefte herumgereicht.
Heute sind weitaus extremere Bilder praktisch für jedermann frei
zugänglich. Sind die jüngsten Vergewaltigungs- und Missbrauchsfälle
unter Minderjährigen eine direkte Folge davon? Alfred Schwarzenberger
versucht in seiner "Am Schauplatz"-Reportage "Alles Porno" am
Donnerstag, dem 18. April 2013, um 21.05 Uhr in ORF 2 herauszufinden,
was die Allgegenwart von Pornographie mit unserer Gesellschaft macht.
Er hat Pornosüchtige getroffen, Pornostars und Pornojäger; er war mit
speziell geschulten Polizistinnen und Polizisten unterwegs und hat
sich von Jugendlichen zeigen lassen, was in ihrer Welt alles als
normal gilt.

Der Psychologe Roland Bugram untersucht als Sachverständiger
Missbrauchsfälle unter Minderjährigen. Es sei dramatisch zu sehen,
mit welcher Vehemenz zwölf- oder 13-Jährige "ihr Drehbuch bei
Vergewaltigungen durchziehen". Es sei grundsätzlich kein Bedürfnis
von Jugendlichen, in diesem Alter Anal- oder Oralsex zu haben. Aber
die virtuelle Welt liefere ihnen quasi eine Anleitung für ihr
Sexualleben. Pornos zu sehen mache noch lange nicht aus jedem
Jugendlichen einen Sexualstraftäter, aber unter gewissen Bedingungen
sei Pornographie "die Lunte am Pulverfass".

Ist die Porno-Lawine im Internet noch zu stoppen? Phillip Pöschl hat
den Verein Safer Surfing gegründet, um ihr ein bisschen Einhalt zu
gebieten. Er berät Eltern und Lehrer/innen, wie sie Computer
jugendfrei gestalten können. Er sei kein moderner Pornojäger Humer.
Er sehe sich eher als Kämpfer für die Sexualität. Mit der habe
Pornographie aber nichts zu tun, so Pöschl.

Auch die europäische Politik wird sich der Problematik langsam
bewusst. Die isländische Regierung denkt sogar darüber nach,
Pornographie im Internet gänzlich zu verbieten. Und auch in
Großbritannien gibt es Bestrebungen, nicht-jugendfreie Seiten
standardmäßig blockieren zu lassen. Wer im Internet Pornos schauen
will, soll seinen Computer extra dafür freischalten lassen müssen.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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