• 16.04.2013, 11:28:34
  • /
  • OTS0111 OTW0111

AK: Wer weniger Einkommen hat, lebt oft unter hoher Lärmbelastung

Über 500.000 Wiener leben mit besonders hoher Lärmbelastung.

Utl.: Über 500.000 Wiener leben mit besonders hoher Lärmbelastung. =

Wien (OTS) - Aktionsplan Wien muss Transparenz und klare Zeitpläne
bringen
Über 500.000 Wienerinnen und Wiener leben in einer Umgebung, bei der
die Belas-tung durch Umgebungslärm rund 60 Dezibel tagsüber und 50
Dezibel nachts über-schreitet. "Die Lärmbelastung ist in Wien wie in
jeder anderen Großstadt auch eine Frage des Geldbeutels: Am Gürtel
oder entlang einer Bahnlinie leben diejenigen, die sich nur eine
geringere Miete leisten können. Hier muss der Lärm-Aktionsplan der
Stadt Wien ansetzen", sagt AK Umwelt-Experte Werner Hochreiter
gestern anlässlich einer Veranstaltung der Stadt Wien und der
Arbeiterkammer zur Lärmaktionsplanung. "Wo es laut ist, ist
inzwischen bekannt", so Hochreiter. Jetzt braucht es klare und für
alle einsehbare Ziele: Wo leben die meisten Menschen an den lautesten
Plätzen und was kann die Stadt dort unternehmen. Lärmkarten, die auch
zeigen, wo genau wie viele AnwohnerInnen vom Lärm betroffen sind,
müssen erstellt und am besten auch für jeden im Internet abrufbar
gemacht werden. "Die Erfahrung aus anderen Großstädten zeigt: Viel
Transparenz bei der Lärmbelastung mündet auch in eine aktive
Lärmschutzpolitik", so Hochreiter.

Die Stadt Wien kann auf gute Ansätze zurückgreifen: Maßnahmen an der
Quelle, an der Infrastruktur, in der Planung und der
Verkehrsorganisation und passive Schallschutzmaßnahmen wie
Lärmschutzwände und Lärmschutzfenster. Es gibt Modellprojekte etwa im
Gemeindebau am Matzleinsdorfer Platz. "Wenn der Aktionsplan diese
Ansätze vertieft und sich dazu ein ehrgeiziges Ziel setzt, könnte
Wien wie schon im sozialen Wohnungsbau auch beim Lärmschutz Vorreiter
werden."

Zu hohe Lärmbelastung führt dauerhaft zu schweren Gesundheitsschäden
wie Herz-Kreislauferkrankungen, Konzentrations- und Schlafstörungen.
Die Weltgesundheitsorga-nisation empfiehlt als Obergrenze für Lärm 55
Dezibel Dauerschallpegel tagsüber und 45 Dezibel nachts. Ab 65
Dezibel Dauerschallpegel wird die Lärmbelastung zur
Gesund-heitsgefährdung. Zum Vergleich: Zwischen 60 und 80 Dezibel
ordnen Experten ein lautes Gespräch, das Vorbeifahren eines Autos
oder das Motorengeräusch eines Rasenmähers ein.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel