- 16.04.2013, 09:06:34
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Agrarische Biomasseproduktion in Österreich
Die FIW-Studie "International Trade of Bio-Energy Products - Economic Potentials for Austria" ist als kostenloser Download unter http://fiw.ac.at erschienen.
Utl.: Die FIW-Studie "International Trade of Bio-Energy Products -
Economic Potentials for Austria" ist als kostenloser Download
unter http://fiw.ac.at erschienen. =
Wien (OTS) - Die Modellierungsstudie "Internationaler Handel mit
Bioenergie wirtschaftliche Potentiale für Österreich" (TRIOPOL)
sichtet die wissenschaftliche Literatur zu landwirtschaftlichen
Biomasseproduktionspotentiale in Österreich. Neben der Nutzung
forstwirtschaftlicher Biomasse zur Wärmeerzeugung zeigen Studien,
dass die landwirtschaftliche Biomasseproduktion weitere signifikante
Beiträge zur Energiebereitstellung in Österreich liefern kann. Am
konkurrenzfähigsten schneiden derzeit Kurzumtrieb mit
schnellwachsenden Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen zur
Wärmeerzeugung und die Nutzung von Ernterückständen wie z. B. Stroh
ab.
Es wurde ein detailliertes Szenario für Österreich entwickelt, um
die Chancen und Konsequenzen einer erweiterten heimischen
Biomasseproduktion auf landwirtschaftlichen Flächen zu untersuchen.
Das Szenario konzentriert sich im Speziellen auf Pellets aus
Kurzumtriebsplantagen zur Wärmeerzeugung, die derzeit zu den
effizientesten Technologien gehören.
Die Modellergebnisse zeigen, dass eine Biomasseprämie in der Höhe
von 65 Euro je Tonne Trockenmasse erforderlich wäre, um 250.000 ha
Kurzumtriebsplantagen auf Ackerlandflächen in Österreich bis 2020 zu
erreichen, was rund einem Fünftel der Ackerfläche entspricht. Dafür
wären jährlich insgesamt rund 85 Mio. Euro an zusätzlichen
Geldmitteln notwendig. Während die Produktionsmengen von Getreide,
Ölpflanzen und Eiweißpflanzen sowie Stroh (eine potentielle
alternative Energiequelle) sinken würden, steigt der Produktionswert
von Kurzumtriebsplantagen erheblich. Sowohl die vorliegenden
Modellergebnisse als auch andere Studien zeigen, dass die heimischen
Landnutzungsänderungen zu erhöhten Landnutzungsintensitäten und
Änderungen in Importen und Exporten führen werden.
Die modellierte Biomasseausweitung ermöglicht die Bereitstellung
von Wärmeenergie im Umfang von 33 Petajoule (PJ). Unter
Berücksichtigung möglicher Energiepreissteigerungen bis 2020 und der
dadurch veränderten Kostendifferenz zwischen Wärmeenergie aus
Biomasse relativ zur Referenztechnologie (Heizöl) kann diese Menge
auf 47 PJ steigen. Mit der Annahme, dass die österreichische
Endenergienachfrage bis 2020 auf 1.400 PJ steigt (Referenzwert),
würde diese Energiemenge etwa 3,4% der Endenergienachfrage decken.
Sofern das im Rahmen der Energiestrategie Österreich vorgeschlagene
Stabilisierungsziel für 2020 erreicht werden kann (1.100 PJ), beträgt
dieser Anteil 4,3%. Als Anteile an der Endenergienachfrage für
Raumwärme, Kühlung und Warmwasserbereitung würde die erzeugte
Biomasse-Wärme 11,1% bzw. 14,1% der Energienachfrage decken.
Intersektorale Abhängigkeiten und relative Preisänderungen in
Faktor- und Produktmärkten übertragen die Folgen landwirtschaftlicher
Biomasseproduktion auf die Gesamtwirtschaft wie z. B. die
Nahrungsmittelindustrie und die Außenhandelsbilanz. Die
Szenarioergebnisse zeigen, dass die Produktion pflanzlicher
Nahrungsmittel um 1,3% fällt und sich der Sektor von einem moderaten
zu einem schwachen Nettoexporteur entwickelt. Die
fleischverarbeitende Nahrungsmittelproduktion profitiert hingegen von
der hohen Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Viehwirtschaft
und reagiert mit einem 1,8% Anstieg der heimischen Produktion sowie
mit einer leichten Steigerung der Nettoexporte. Die Schaffung von
Rahmenbedingungen für den Wettbewerb um Land zwischen
Biomasseprodukten und Pflanzen für die Nahrungsmittelversorgung ist
eine zentrale Herausforderung, um die gesellschaftlichen Ziele der
Versorgungssicherung mit Energie und Nahrungsmitteln zu erreichen.
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