• 14.04.2013, 19:53:33
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Feste der Ohnmacht (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 15. April 2013

Utl.: Ausgabe 15. April 2013 =

Klgaenfurt (OTS) - Vieles von dem, was sich derzeit in Großbritannien
abspielt, kann man nachvollziehen: Das gilt für die Kritik an der
Politik der verstorbenen Premierministerin Margaret Thatcher, an
ihrem Eintreten für eine schrankenlose freie Marktwirtschaft, an
ihrer Ignoranz gegenüber dem Anstieg der Arbeitslosigkeit und an
ihrem Beitrag zu einer aus den Fugen geratenen sozialen Balance. Das
gilt für den Protest gegen eine pompöse Trauerfeier, in der dieser
Politik symbolisch noch einmal ein Denkmal gesetzt wird. Und das gilt
auch für den Widerstand gegen die Glorifizierung von politischen
Persönlichkeiten. Freudenfeste anlässlich eines Todesfalls zeugen
aber nur von einem Ohnmachtsgefühl. Politische Programmatiken haben -
solange sie demokratisch legitimiert werden - nichts Schicksalhaftes,
sie werden - oder wurden wie im Fall Thatchers - von Wählern gestützt
oder nicht. Und das Fest der Demokratie ist die Wahl, wie schon
Herbert George Wells bemerkte.

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