- 11.04.2013, 18:16:18
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Österreich schießt sich ein Luftfahrt-Eigentor - von Günter Fritz
Den A380 nicht in Wien landen zu lassen, ist unverständlich
Utl.: Den A380 nicht in Wien landen zu lassen, ist unverständlich =
Wien (OTS) - Der jüngste Bescheid der staatlichen Luftfahrtbehörde
Austro Control zum Sommerflugplan der arabischen Airline Emirates hat
es in sich: Dem offensiv am Markt agierenden Hauptkonkurrenten der
AUA-Mutter Lufthansa, dem immer wieder vorgehalten wird, Passagiere
aus Wien abzuziehen, wird darin eine Reihe von Vorhaben untersagt:
etwa die zum wiederholten Mal beantragte 14. wöchentliche
Flugfrequenz zwischen Wien und Dubai. Das ist grundsätzlich nicht
besonders überraschend, da offensichtlich die AUA geschützt werden
soll.
Andererseits reduziert der nationale Carrier während der Sommermonate
heuer die Kapazitäten, nimmt zwecks Businessclass-Aufrüstung eine
Maschine aus dem Verkehr und reduziert diese Strecke von sieben auf
fünf wöchentliche Verbindungen. Die Nachfrage muss aber weiter
befriedigt werden - auch im Sinne des österreichischen Tourismus, der
sich einer zunehmenden Zahl arabischer Gäste erfreut. Auch, dass im
Austro-Control-Bescheid das Code-Share-Abkommen zwischen Emirates und
Qantas von Österreich als einzigem europäischen Land nicht anerkannt
wird, schadet dem Urlaubsstandort. Es bedeutet nämlich eine
Buchungserschwernis für Australier, die mit Qantas via Dubai nach
Österreich fliegen wollen. Und deren Zahl steigt kontinuierlich - im
Vorjahr waren es immerhin 134.800, die aus Down Under angereist
kamen. Völlig unverständlich wirkt zudem der Passus, der Emirates die
Verwendung des Großraumjets Airbus A380 untersagt - vorgeblich, um
Überkapazitäten zu vermeiden. Dass Österreich - ebenfalls als
einziges europäisches Land - damit den bei Passagieren überaus
beliebten A380 aus Wien verbannt, mutet abstrus beziehungsweise rein
protektionistisch an. Immerhin baut der Flughafen Wien, der schon
allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen für eine Belegung des
Flugverkehrs und mehr Passagiere sein muss, gerade um 28 Millionen
Euro seine Piste für Großraumjet-Tauglichkeit aus. Ins Bild passt,
dass das Finanzministerium weiter eisern an der für den Standort
kontraproduktiven Ticketsteuer festhält - trotz eines
Schulterschlusses zwischen AUA, Mitbewerber Niki und Flughafen. Ob
diese Entscheidungen auch mit den bevorstehenden Wahlen zu tun haben,
bleibt offen; fragwürdig sind sie allemal - und ein
standortpolitisches Eigentor obendrein.
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