Staatsanwalt gibt Ex-Hypo-Managern recht

Ermittlungen rund um einen der ersten strittigen Millionen-Kreditfälle eingestellt. Kärntner Bank winken nun auch Probleme in Schadenersatzprozess.

Wien (OTS) - Es war einer der ersten aufsehenerregenden Vorwürfe der Hypo Alpe Adria gegen frühere Top-Manager: Die Ex-Vorstände Josef Kircher, Wolfgang Peter und Paul Kocher sowie ein Bereichsleiter hätten 2008 der Firma eines kroatischen Hotel-Moguls einen wirtschaftlich nicht vertretbaren Kredit von 1,5 Millionen Euro verschafft, hieß es in der 2010 eingebrachten Anzeige der Bank. Die Ex-Manager haben das immer bestritten. Wie NEWS online berichtet, wurde das Verfahren nach zweieinhalb Jahren nun rechtskräftig eingestellt - was der Hypo in einem parallelen Schadenersatzprozess noch Kopfschmerzen bereiten dürfte.

Die Staatsanwaltschaft kommt in ihrer Einstellungsbegründung zum Schluss, dass die Kreditgewährung wirtschaftlich sehr wohl vertretbar war. Sie folgt der Argumentation der Ex-Hypo-Manager, dass durch diesen Kredit ein viel größerer Deal möglich wurde, der das Risiko der Bank in mehrfach zweistelliger Millionenhöhe reduzierte. Vor wenigen Tagen wies das Landesgericht Klagenfurt den Fortführungsantrag der Bank ab. Die Richter sahen - unter anderem -kein Problem darin, dass die Staatsanwaltschaft dem sehr kritischen Sachverständigengutachten "keinen höheren Beweiswert zuerkannte".

Spannend wird es nun im Schadenersatzprozess zu diesem Kreditfall. Die Hypo hat 2010 parallel zur Anzeige nämlich auch Klage eingebracht. Im Prozessverlauf wurde der Streitwert bereits deutlich reduziert. Die Hypo muss nun befürchten, dass sich das Zivilgericht der Einschätzung der Staatsanwaltschaft anschließt. In zwei Wochen findet die nächste Verhandlung statt.

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