AK: Vermögen in Österreich ungleicher verteilt als in der Eurozone

EZB-Studie untermauert Position der Arbeiterkammer

Wien (OTS) - Vermögen in Österreich ist extrem ungleich verteilt: Was die AK schon seit langer Zeit anprangert, wird jetzt durch eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigt. "Ganz wenige haben viel und ganz viele nur wenig. Die Einführung einer Vermögenssteuer ist deshalb das Gebot der Stunde", erneuert AK Präsident Rudi Kaske seine Forderung.

Die obersten 5 Prozent der Haushalte besitzen im Durchschnitt der Eurozone 37 Prozent des gesamten Nettovermögens, in Österreich hingegen fast die Hälfte (über 45 Prozent). Etwa dieser Teil der Bevölkerung verfügt über ein Vermögen von mehr als einer Million Euro. Dagegen vereinen die unteren 50 Prozent zusammen nur 6 Prozent des gesamten Nettovermögens, in Österreich sind es weniger als 4 Prozent. Insgesamt ist damit die Verteilung des Vermögens in Österreich noch ungleicher als in den anderen untersuchten Ländern. Die Daten der EZB zeigen auch deutliche Unterschiede im Vermögensbesitz zwischen den sozialen Gruppen: Bei Realvermögen weisen Selbständige mit 276.400 Euro (im Median) einen mehr als doppelt so hohen Wert wie unselbständig Erwerbstätige auf (134.600 Euro). Auch beim Finanzvermögen geht die Schere auf: Selbständige verfügen über 22.600 Euro (im Median), Unselbständige über 11.500 Euro. Selbständige haben damit ein fast doppelt so hohes Finanzvermögen.

Daten für Deutschland, die von der Bundesbank veröffentlicht wurden, zeigen ein noch krasseres Bild: Im Vergleich zu den Angestellten ist im Median das Vermögen der Selbständigen über 3 Mal so hoch. Bei ArbeiterInnen sind die Unterschiede noch viel dramatischer: Selbständige haben ein fast 8 Mal höheres Mediannettovermögen. Am unteren Ende der Vermögensverteilung befinden sich Haushalte mit arbeitslosen Personen. 50 Prozent der Arbeitslosenhaushalte sind vermögenslos. Für Österreich sind noch keine Vergleichswerte publiziert, doch es steht zu befürchten, dass das Bild ganz ähnlich aussieht.

"Wenn wir über Ungleichheit und unfaire Verteilung der Abgabenlast reden, muss deshalb im Mittelpunkt stehen: Warum kann ein ganz kleiner Teil der Bevölkerung so viel Vermögen anhäufen? Und warum trägt gerade dieser Teil der Bevölkerung einen so geringen Teil der Steuerlast?", fragt AK Präsident Kaske. Er fordert daher erneut die Einführung einer Vermögenssteuer ab einer Million Euro.

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