• 10.04.2013, 11:36:49
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AK: Vermögen in Österreich ungleicher verteilt als in der Eurozone

EZB-Studie untermauert Position der Arbeiterkammer

Utl.: EZB-Studie untermauert Position der Arbeiterkammer =

Wien (OTS) - Vermögen in Österreich ist extrem ungleich verteilt: Was
die AK schon seit langer Zeit anprangert, wird jetzt durch eine
Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigt. "Ganz wenige
haben viel und ganz viele nur wenig. Die Einführung einer
Vermögenssteuer ist deshalb das Gebot der Stunde", erneuert AK
Präsident Rudi Kaske seine Forderung.

Die obersten 5 Prozent der Haushalte besitzen im Durchschnitt der
Eurozone 37 Prozent des gesamten Nettovermögens, in Österreich
hingegen fast die Hälfte (über 45 Prozent). Etwa dieser Teil der
Bevölkerung verfügt über ein Vermögen von mehr als einer Million
Euro. Dagegen vereinen die unteren 50 Prozent zusammen nur 6 Prozent
des gesamten Nettovermögens, in Österreich sind es weniger als 4
Prozent. Insgesamt ist damit die Verteilung des Vermögens in
Österreich noch ungleicher als in den anderen untersuchten Ländern.
Die Daten der EZB zeigen auch deutliche Unterschiede im
Vermögensbesitz zwischen den sozialen Gruppen: Bei Realvermögen
weisen Selbständige mit 276.400 Euro (im Median) einen mehr als
doppelt so hohen Wert wie unselbständig Erwerbstätige auf (134.600
Euro). Auch beim Finanzvermögen geht die Schere auf: Selbständige
verfügen über 22.600 Euro (im Median), Unselbständige über 11.500
Euro. Selbständige haben damit ein fast doppelt so hohes
Finanzvermögen.

Daten für Deutschland, die von der Bundesbank veröffentlicht
wurden, zeigen ein noch krasseres Bild: Im Vergleich zu den
Angestellten ist im Median das Vermögen der Selbständigen über 3 Mal
so hoch. Bei ArbeiterInnen sind die Unterschiede noch viel
dramatischer: Selbständige haben ein fast 8 Mal höheres
Mediannettovermögen. Am unteren Ende der Vermögensverteilung befinden
sich Haushalte mit arbeitslosen Personen. 50 Prozent der
Arbeitslosenhaushalte sind vermögenslos. Für Österreich sind noch
keine Vergleichswerte publiziert, doch es steht zu befürchten, dass
das Bild ganz ähnlich aussieht.

"Wenn wir über Ungleichheit und unfaire Verteilung der Abgabenlast
reden, muss deshalb im Mittelpunkt stehen: Warum kann ein ganz
kleiner Teil der Bevölkerung so viel Vermögen anhäufen? Und warum
trägt gerade dieser Teil der Bevölkerung einen so geringen Teil der
Steuerlast?", fragt AK Präsident Kaske. Er fordert daher erneut die
Einführung einer Vermögenssteuer ab einer Million Euro.

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